Bei welchem pH-Wert des Bodens ist Kalken möglich und bei welchem nicht?

Empfehlungen zur Bodenkalkung im Gemüsegarten — gibt es wie Sand am Meer. Wobei der Löwenanteil davon selbst bei der geringsten «Säurespur» nachdrücklich empfiehlt, diese Kalkung durchzuführen. So, nur für den Fall, dass nichts passiert, sage man, Schaden wird es nicht geben, wenn überhaupt, aber der Nutzen sei eindeutig und außerordentlich hoch. Ist das in der Realität so? Oder sollte man vielleicht nicht so oft und in großen Mengen Kalk ausbringen?

Antwortet Agronom Petr Sinkowski:

— Kalken oder nicht kalken — eine solche Frage erfordert eine ernsthafte Herangehensweise und nicht Spontaneität oder die Befolgung des Prinzips «das machen doch alle». Der einfachste und logischste Schritt hier — ist eine Bodenanalyse in Auftrag zu geben, zumal dies heutzutage nicht schwer und im Großen und Ganzen auch nicht zu teuer ist.

Ein besonders gewichtiges Argument für eine solche Analyse kann dann zutage treten, wenn mehrere Saisons hintereinander systematische Probleme mit der Ernte auftreten, die jedoch in keiner Weise mit der Qualität des Saatguts, des sonstigen Pflanzmaterials, der Düngemittel und bei Einhaltung aller Regeln der Agrartechnik beim Anbau bestimmter Sorten und so weiter zusammenhängen. Erst dann sollte man Störungen im Säure-Basen-Haushalt des Bodens vermuten.

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Die Analyse hilft, den Kalkungsbedarf anhand des allgemein bekannten pH-Werts zu bestimmen. Dieser Bedarf wird durch konkrete, ganz genaue Zahlen bestimmt und nicht durch Kaffeesatzleserei: Denn selbst das Vorhandensein von Indikatorpflanzen — ist das in Wirklichkeit noch lange kein Grund, mit hundertprozentiger Genauigkeit zu behaupten, ob der Boden auf Ihrem Grundstück sauer oder alkalisch ist.

Konkret sind die pH-Werte wie folgt:

  1. Wenn der pH-Wert 5,5 übersteigt, ist keinerlei Kalkung erforderlich. Mehr noch, sie ist schädlich.
  2. Wenn der pH-Wert zwischen 5,1 und 5,5 schwankt, ist der Kalkungsbedarf gering. Einfach ausgedrückt, muss man sich über dieses Thema überhaupt keine Gedanken machen.
  3. Wenn der pH-Wert im Bereich 4,6–5,0 schwankt, ist der Kalkungsbedarf mittel. Einfach ausgedrückt: fünfzig zu fünfzig: Man kann es tun, aber man kann es auch lassen.
  4. Liegt der pH-Wert jedoch bei 4,5 oder darunter, dann muss der Boden auf jeden Fall gekalkt werden. 

Und denken Sie daran: Wenn Sie eine solche Analyse nicht in Auftrag geben können (oder aus irgendwelchen Gründen nicht möchten), dann unterlassen Sie das Kalken besser. Sie werden nichts verbessern, aber auch nichts verschlechtern.

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