Diese häufige Pathologie bildet sich während der Fruchtentwicklung und ist besonders während der Lagerung der Ernte sichtbar. Warum tritt die Bitterfleckenkrankheit auf und wie bekämpft man sie?
Zunächst bilden sich auf Äpfeln oder Birnen kleine, leicht eingedrückte Flecken mit grünlichem Farbton. Mit der Zeit vergrößern sie sich, verdunkeln sich, nehmen eine rostbraune Farbe an, und der Geschmack der Früchte wird bitterlich, das Fruchtfleisch — locker und wässrig. Das ist die Bitterfleckenkrankheit.
Die Entwicklung der Krankheit hängt mit einem Mangel an Kalzium und Kalium sowie einer Störung ihrer Aufnahme durch die Pflanze zusammen. Manchmal liegt es nicht an einem vollständigen Mangel, sondern an einem Ungleichgewicht dieser Elemente im Boden. Die Erkrankung beginnt bereits am Baum, im Garten, und zeigt sich erst im Lager.
Inhaltsverzeichnis:
Ursachen und Lagerbedingungen
Ein weiterer Faktor für das Auftreten von Flecken auf Äpfeln — falsche Lagerbedingungen, insbesondere niedrige Temperaturen — um null Grad und darunter. Bei Unterkühlung leiden zuerst die größten Früchte. Um solche Folgen zu vermeiden, sollte die Ernte in Räume mit guter Belüftung eingelagert werden, in denen die Temperatur zwischen +2,5…+5°C gehalten wird. Sowohl übermäßige Kühlung als auch Überhitzung sind gleichermaßen schädlich: Sie führen zu einer Verschlechterung des Aussehens und der Geschmacksqualität.
Die Rolle von Kalzium im Leben des Apfelbaums
Damit Äpfel Saftigkeit und Attraktivität bewahren, müssen die Bäume mit Kalzium versorgt werden. Dieses Element fördert die Entwicklung des Wurzelsystems, verbessert die Aufnahme von Stickstoff, reguliert den Zellstoffwechsel und stärkt die Schale der Früchte, wodurch ihre Widerstandsfähigkeit gegen Pilz- und Bakterieninfektionen erhöht wird. Eine ausreichende Menge Kalzium reduziert das Abfallen der Fruchtansätze und sorgt für eine Ernte von hoher Qualität.
Wenn Äpfel einen für die Sorte untypischen Geschmack und eine untypische Optik annehmen, schnell verderben und sich schlecht lagern lassen — ist das ein direktes Zeichen für Kalziummangel. Die bloße Düngung garantiert jedoch nicht immer ein Ergebnis. Die Aufnahme wird durch Wetterfaktoren beeinflusst: anhaltende Kälte, Trockenheit, hohe Bodenversauerung, starke Regenfälle und häufiges Gießen, die Kalzium aus der Wurzelzone auswaschen.
Wie kann man den Kalziummangel ausgleichen? Im Frühjahr ist es sinnvoll, eine Düngung mit einer Lösung von Kalziumnitrat oder Kalziumchlorid (2–3 Esslöffel auf 10 l Wasser) durchzuführen, nachdem die Bäume zuvor mit klarem Wasser gegossen wurden. In der Phase der Fruchtansatzbildung wird empfohlen, etwa vier Blattbehandlungen mit Kalziumdüngern durchzuführen. Besonders gut wirken Präparate in chelatisierter Form — sie werden leichter aufgenommen und zeigen eine schnelle Wirkung.
Kalium und seine Bedeutung für den Apfelgarten
Nicht weniger wichtig für den Apfelbaum ist Kalium. Ein Mangel äußert sich in einem «Blattrandbrand», einer verminderten Kohlenhydratsynthese und einer Verschlechterung des Fruchtgeschmacks. Bei Kaliummangel lagern sich die Äpfel schlechter und der Baum wird weniger winterhart. Kalium wird während der gesamten Vegetationsperiode benötigt.
Zur Behebung des Mangels verwendet man Holzasche, Kaliumsulfat, Kaliummonophosphat, Kaliumchlorid oder Mehrnährstoffdünger mit Spurenelementen. Holzasche kann man einfach mit einem Glas pro Baum unterstreuen oder in flache Rillen einarbeiten.
Im frühen Frühling, sobald der Boden aufgetaut ist, gießt man entlang der Kronentraufe mit einer Lösung von Kaliumsulfat (2 Teelöffel auf 10 l Wasser). Während der Blütezeit ist eine flüssige Düngung wirksam: auf 10 l Wasser — 2 Esslöffel Kaliumsulfat, 1 Teelöffel Superphosphat und 2 Esslöffel Harnstoff. Für einen ausgewachsenen Baum werden 3–4 Eimer frisch zubereiteter Lösung benötigt.
Nach einer Woche kann man unter die Apfelbäume einen Aufguss von Kuhmist oder Vogelkot geben. Bei ausgeprägten Mangelerscheinungen ist es nützlich, die Bäume zusätzlich mit einer Kaliumchelatlösung zu behandeln. Übrigens Die Bittergrube der Äpfel ist eine nichtinfektiöse Krankheit, die nicht mit Krankheitserregern zusammenhängt, sondern mit Ernährungs- und Lagerungsbedingungen. Die wichtigsten Bekämpfungsmaßnahmen sind die richtige Zufuhr von Kalzium und Kalium, die Regulierung des Boden-pH-Werts, rechtzeitiges Gießen und die Einhaltung der optimalen Lagertemperatur. Wenn man diese Regeln beachtet, kann man gesunde und schmackhafte Früchte ernten, die bis zum Frühjahr ohne Qualitätsverlust gelagert werden können.
Vorbeugende Maßnahmen
- Regelmäßige Kalkung von sauren, sumpfigen Böden zur Senkung des Säuregehalts.
- Verwendung von Mulch zur Aufrechterhaltung einer gleichmäßigen Feuchtigkeit.
- Bewässerungskontrolle: Übernässung und Trockenheit beeinträchtigen gleichermaßen die Aufnahme von Spurenelementen.
- Wahl widerstandsfähiger Sorten: Zum Beispiel werden Sorten mit fester Schale (Idared, Jonathan) seltener befallen als empfindlichere.
- Rechtzeitige Ernte: Unreife Äpfel lassen sich schlechter lagern und werden schneller von der Krankheit befallen.
- Die Ernte in Holz- oder Kunststoffkisten mit Belüftungslöchern lagern.
- Äpfel sollten nicht mit feuchten Oberflächen in Kontakt kommen.
- Früchte mit mechanischen Beschädigungen oder Anzeichen von Krankheiten sollten sofort verzehrt oder verarbeitet werden.
- Für die Langzeitlagerung können spezielle Kammern mit kontrollierter Atmosphäre verwendet werden, in denen ein reduzierter Sauerstoffgehalt und ein erhöhter — Kohlendioxidgehalt aufrechterhalten werden.