Welche Orchideenart ist am beliebtesten?

Welche Orchideen eignen sich am besten für eine Wohnung? Wie pflegt man diese kapriziösen Schönheiten? Und welche Arten können im Freiland angebaut werden? Wir klären das gemeinsam mit dem Vorsitzenden der öffentlichen Organisation «Gärtner Russlands» Andrei Tumanow

Phalaenopsis — die wichtigste Zimmerorchidee

Wenn Sie jemals eine Orchidee im Geschäft gekauft oder geschenkt bekommen haben, war es höchstwahrscheinlich eine Phalaenopsis.

«Wenn Sie in einen Blumenladen kommen, wird in 80% der Fälle eine Phalaenopsis vor Ihnen stehen», erzählt Andrei Tumanow. «Sie ist die beliebteste Zimmerorchidee. Sie hat eine riesige Anzahl von Sorten, und jede unterscheidet sich in der Farbe. Manchmal hat man sogar den Eindruck, dass es verschiedene Pflanzen sind, aber in Wirklichkeit ist es immer dieselbe Phalaenopsis.»

Phalaenopsis zeichnen sich durch eine lange Blütezeit aus. Sie können bis zu sechs Monate im Jahr mit ihren zarten Blüten erfreuen. Aber wie alle Orchideen haben sie ihre Eigenheiten.

Wie pflegt man Phalaenopsis richtig?

Beleuchtung — hell, aber diffus. Direkte Sonnenstrahlen können die Blätter verbrennen. Der beste Platz — eine Fensterbank auf der Ost- oder Westseite.

Temperatur — +20…25 °C. Wichtig ist, starke Schwankungen zu vermeiden.

Bewässerung — mäßig. Die Hauptregel: lieber zu wenig als zu viel gießen. Die Wurzeln der Phalaenopsis faulen schnell bei zu viel Feuchtigkeit.

Luftfeuchtigkeit — 50–60%. Besprühen ist nicht notwendig, aber man kann einen Behälter mit Wasser daneben stellen, um die Luft zu befeuchten.

Phalaenopsis gehören zu den epiphytischen Orchideen. Das bedeutet, dass sie in der Natur nicht in der Erde wachsen, sondern sich mit ihren Wurzeln an der Rinde von Bäumen festhalten. Deshalb darf man sie nicht in normale Erde pflanzen. 

«Wenn man eine Orchidee in normale Erde pflanzt, faulen ihre Wurzeln einfach. Für Phalaenopsis wird ein spezielles Substrat benötigt, das aus Rinde, Torfmoos und anderen Bestandteilen besteht. Am besten kauft man fertige Orchideenerde im Geschäft», rät Tumanow.

Andere beliebte Zimmerorchideen: Miltonia und Dendrobium

Neben Phalaenopsis werden in Wohnungen auch oft andere Orchideenarten angebaut. Die beliebtesten davon sind Miltonia und Dendrobium.

Miltonia — diese Orchidee ist bekannt für ihre Blüten, die an Stiefmütterchen erinnern. Sie liebt hohe Luftfeuchtigkeit und weiches, diffuses Licht.

Dendrobium— hat längliche Blütenstiele und zarte Blüten. Es ist anspruchsvoller in Bezug auf die Temperatur: Im Winter benötigt es eine Ruhephase bei +10…15 °C. 

«Man kann Dutzende Orchideenarten nennen, aber sie sind bereits seltener. Miltonia und Dendrobium jedoch sind das, was man tatsächlich in Wohnungen antreffen kann», erklärt Tumanow.

Wie pflegt man Zimmerorchideen?

Trotz ihrer Zerbrechlichkeit sind Orchideen nicht so anspruchsvoll, wie sie auf den ersten Blick scheinen. Die Hauptsache ist, einige wichtige Regeln zu beachten. 

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Aus dem Halbdunkel ans Licht. Das Entfernen der Abdeckungen ist ein wichtiger Moment in der Frühjahrspflege des Gartens

Extreme vermeiden. Orchideen mögen weder Trockenheit noch übermäßige Feuchtigkeit, die für sie schädlich ist. Die beste Option ist eine moderate Bewässerung mit warmem Wasser. 

Licht, aber keine Hitze. Orchideen mögen Helligkeit, aber keine direkte Sonneneinstrahlung. Die optimale Temperatur liegt bei +20…25 °C. 

Mäßigung in der Pflege. Man sollte die Pflanze nicht zu oft düngen und die Haltungsbedingungen nicht zu häufig ändern. Orchideen mögen keine unnötigen Eingriffe. 

«Wenn Sie eine blühende Orchidee gekauft haben, sollten Sie nicht denken, dass sie ewig blühen wird. Nach 3–4 Wochen fallen die Blüten ab, und bis zum nächsten Jahr steht die Pflanze einfach ohne Blüten da», warnt Tumanow.

Welche Orchideen kann man im Garten anbauen?

Viele werden überrascht sein, aber Orchideen können nicht nur in der Wohnung, sondern auch im Garten angebaut werden. In Russland kommen einige wilde Orchideenarten vor, jedoch darf man sie nicht ausgraben — die meisten von ihnen stehen im Roten Buch. 

Dafür gibt es Gartenvarietäten, die sich im Freiland hervorragend wohlfühlen. 

Frauenschuh (Paphiopedilum)— eine der bekanntesten Gartenorchideen. Sie ist anspruchslos, winterhart und kann über viele Jahre am selben Standort wachsen. 

Knabenkraut — kommt ebenfalls in der Wildnis vor und hat viele dekorative Sorten. 

Tricyrtis — eine wirkungsvolle Pflanze mit exotischen, an Orchideen erinnernden Blüten. 

«Der Frauenschuh ist die optimale Wahl für den Garten. Er blüht lange, überwintert gut und erfordert keine aufwendige Pflege», bemerkt Tumanow.

Warum sind Orchideen nicht für jeden geeignet?

Trotz ihrer Beliebtheit sind Orchideen nicht die einfachsten Pflanzen für Anfänger im Blumenanbau. 

«Wenn Sie ständig das Bedürfnis haben, etwas zu gießen, zu düngen oder umzutopfen — dann ist eine Orchidee nichts für Sie. Diese Blumen mögen keine Überpflege. Sie sind eher etwas für ruhige Menschen, Betrachter, die nicht voreilig in den natürlichen Prozess eingreifen», sagt Tumanow.

Orchideen können jedes Interieur oder jeden Garten verschönern, erfordern aber eine aufmerksame Herangehensweise. Wenn Sie bereit sind, ihre Besonderheiten zu respektieren, werden sie Sie viele Jahre lang mit ihrer Blüte erfreuen.

Die Blüte der Vampir-Orchidee im «Apothekergarten»

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