Persönliche Erfahrung. Wie man Austernpilze auf trockenem Holz züchtet — eine großartige Methode.

Die Idee, einen verdorrten Baum mit Austernseitlingen zu besiedeln, kam mir zufällig. Im letzten Jahr vertrocknete eine alte Pappel in der Nähe unseres Büros – hoch und kräftig, aber bereits leblos. Die kommunalen Dienste beeilten sich nicht, sie zu entfernen, und da erinnerte ich mich, dass Austernseitlinge in der Natur auf totem Holz gut gedeihen. Also beschloss ich: Warum nicht versuchen, diese Pappel mit Pilzmyzel zu besiedeln?

Vorbereitung des Baumes

Das Wichtigste dabei ist, den richtigen Baum auszuwählen. Austernseitlinge wachsen am besten auf Laubhölzern: Pappel, Espe, Birke. Ich hatte Glück – meine Pappel war völlig trocken, aber nicht morsch, was ideal für Pilze ist, da sie solches Holz schneller besiedeln.

Zunächst untersuchte ich den Stamm sorgfältig. Er darf nicht mit Schimmel oder anderen Pilzen befallen sein, sonst können sich die Austernseitlinge nicht ansiedeln. Die Rinde der Pappel war fest, mit kleinen Rissen, was nur von Vorteil ist – durch sie dringt das Myzel leichter ein.

Besiedlung mit Myzel

Für die Inokulation wählte ich Getreidemyzel der Austernseitlinge. Natürlich könnte man myzelierte Stäbchen verwenden, aber ich wollte das Experiment komplett von Grund auf durchführen.

Bohren der Löcher

Zunächst bohrte ich Löcher mit einem Durchmesser von 2 cm und einer Tiefe von 5 cm in den Stamm. Sie waren im Schachbrettmuster vom Boden bis zu einer Höhe von etwa einem Meter angeordnet. Der untere Teil des Baumes ist für die Besiedlung vorzuziehen – hier nimmt das Holz Feuchtigkeit aus dem Boden auf. Die Löcher bohrte ich im Abstand von 15 cm.

Einfüllen des Myzels

In jedes Loch füllte ich Getreidemyzel, ohne es stark zu verdichten, um die empfindlichen Fäden des Myzels nicht zu beschädigen.

Verschließen der Löcher

Um das Austrocknen zu verhindern, befeuchtete ich das Myzel mit Wasser aus einer Plastikflasche und füllte die Löcher mit feuchten Sägespänen, die beim Bohren übrig geblieben waren. Dadurch entstand ein Mini-Gewächshaus im Inneren, das die Entwicklung des Myzels beschleunigte.

Schutz vor Austrocknung

Um die nötige Feuchtigkeit zu erhalten, wickelte ich den unteren Teil des Stammes in Plastikfolie und befeuchtete ihn regelmäßig mit Wasser. Dies ist besonders in den ersten Wochen nach der Besiedlung wichtig, wenn das Myzel Wurzeln schlagen muss.

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Erste Ergebnisse

Im Sommer und Herbst überprüfte ich den Baum regelmäßig, aber es waren keine äußeren Anzeichen von Pilzwachstum zu sehen. Das ist normal – das Myzel entwickelt sich allmählich. Doch bereits im Winter zeigte sich unter der Rinde ein weißlicher Belag – ein sicheres Zeichen, dass sich das Myzel etabliert hatte.

Mit Beginn des Frühlings und der ersten warmen Regenfälle begannen auf der Rinde kleine weiße Wucherungen zu erscheinen. Das war ein Zeichen — bald würde eine Ernte kommen. Und tatsächlich begannen nach ein paar Wochen am Stamm die ersten gräulichen, dichten Hüte von Austernpilzen zu sprießen (siehe Foto).

Ernte

Von dieser trockenen Pappel konnte ich mehrere Kilogramm Trauben großer Pilze sammeln. Ihr Geschmack war intensiver als der von Austernpilzen, die in gekauften Blöcken gezüchtet wurden (ich hatte sie zuvor auf diese Weise im Garten gezüchtet).

Dieses Experiment hat bewiesen, dass man keinen alten trockenen Baum oder Baumstumpf im Garten ausgraben und dabei Kräfte verschwenden muss. Denn das ist im Grunde Ihre Pilzfarm — ein hervorragendes Material für den Pilzanbau über mehrere Jahre. Wenn Sie also in Ihrem Garten eine vertrocknete Pappel, Espe oder sogar einen Obstbaum haben, beeilen Sie sich nicht, ihn zu fällen — er wird noch als Quelle für frische hausgemachte Pilze dienen!

Übrigens wachsen Austernpilze nicht auf gesunden Bäumen. Sie können sich nur dort ansiedeln, wo bereits viel totes Holz ist, also auf absterbenden Bäumen. Daher braucht man keine Angst vor der Ausbreitung dieser Pilze auf gesunde Bäume im Garten zu haben.

Und wie kann man verhindern, dass sich die Pilze auf dem Grundstück ausbreiten

Dazu muss man die Pilzhüte abschneiden. Aber im Prinzip breiten sich Pilze selten aus. Normalerweise dann, wenn der Baum große trockene offene Wunden hat und es Zeit ist, ihn zu fällen.

Es ist auch wichtig zu verstehen, dass sich Pilze aus Sporen lange entwickeln und schlecht anwachsen. Daher muss man die Bäume pflegen, damit es keine offenen Wunden und trockenen Äste gibt. Dazu verwendet man Baumwachs, und große Höhlungen, falls vorhanden, — mit gelöschtem Kalk gemischt mit Zement.

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