August gilt zu Recht als klassischer Erntemonat, aber keinesfalls für Aussaat und Pflanzung. Zu Unrecht! Erfahrene Gärner vertreten übrigens diese Meinung nicht. Sie gehen von dem Prinzip aus, dass Beetflächen frei werden und noch genügend Zeit vor uns liegt, um entweder eine weitere schnelle Ernte zu versuchen oder deren Grundstein für das nächste Jahr zu legen. Wie recht haben sie?
Es antwortet Agronomin Jelena Gorbunowa:
— Zu hundert Prozent! Der August ist ein sehr günstiger Monat für die Aussaat einiger Kulturen, und nicht nur für einfaches Grünzeug, dessen Ernte man bei Bedarf drei- bis viermal pro Saison einholen kann, selbst unter nicht gerade komfortablen Wetterbedingungen.
Man kann jedoch zum Beispiel mit Salaten beginnen, insbesondere mit dem bei Hobbygärtnern beliebten Kopfsalat. Diesen kann man bereits 30-40 Tage nach der Pflanzung essen, und Kühle ist genau das Richtige für ihn. Optimal für den August-Blitz sind Sorten wie Robin, Chrustjaschtschi Vitamin, Grand, Scharptiza und einige andere.
Ein weiterer ernsthafter Anwärter für das augustliche Pflanzvergnügen ist die allseits beliebte Rucola, die vom exotischen Genuss zum ständigen Gast auf russischen Datschas geworden ist. Wenn man sie reichlich gießt, wird alles gut. Von den Sorten für unsere Breiten eignen sich gut wie Roket, Sizilien und Korsika.
Auch die «soliden» sind geeignet. Weißkohl und Pak-Choi-Kohl, aber nur von frühreifen, noch besser von ultra-frühreifen Sorten und Hybriden. Falls Sie sich dazu entschließen, dann eignen sich beim Weißkohl für die Pflanzung im August Bingo und Hermes, sowie der Hybrid F1 Kasatschok. Beim Pak-Choi sollte man eher Sorten wie Wesnjanka und Lastotschka bevorzugen.
Vergessen wir nicht den äußerst nützlichen Rettich — besonders bei langen und kalten Wintern — : Laduschka und Sudaruschka — zwei hervorragende Sorten, die für die Augustpflanzung geeignet sind. Übrigens kann man ihn direkt nach der Gurkenernte an deren Stelle pflanzen.
Nun, und wie könnte es ohne Radieschen sein. Allerdings ist die Sortenauswahl nicht besonders reich, aber beispielsweise Schar und Ranni Krasny können selbst die anspruchsvollsten Geschmäcker noch lange vor der herbstlichen Kälteperiode zufriedenstellen.