Verwechseln Sie es nicht mit der Kraut- und Knollenfäule! Anthraknose verschont weder Garten, noch Gemüsebeet, noch Rasen.

Bei Hitze entwickeln sich Pilzkrankheiten besonders schnell. Und wenn die von den Meteorologen vorhergesagten Regenfälle kommen, — und sie vermehren sich explosionsartig und überfluten das gesamte Grundstück. Die häufigste und heimtückischste ist die Anthraknose. Äußerlich kann sie der Kraut- und Knollenfäule ähneln, ist es aber nicht. Sie befällt viele Pflanzen, nicht nur Nachtschattengewächse.

In einem Gespräch mit dem erfahrenen Agronomen, Gründer einer Baumschule für Obst-, Beeren- und Zierpflanzen sowie eines Studios für Landschaftsdesign Iwan Nikonorow erklärte er, wie Hobbygärtner die Anthraknose bekämpfen können — er beschrieb die ersten Anzeichen, das Behandlungsschema und nannte die beste Vorbeugung.

Juli — eine Zeit der Herausforderungen für Pflanzen

Anthraknose — eine komplexe Pilzkrankheit, die durch Pathogene der Gattungen Colletotrichum und Gloeosporium verursacht wird. Der Begriff fasst eine ganze Gruppe von Krankheiten zusammen, die sich in Form von Nekrosen, Flecken und Geschwüren an verschiedenen Pflanzenorganen äußern.

Der Sommer liebt es, zu überraschen, und unter der sengenden Sonne können Pilzkrankheiten entgegen der Erwartungen nicht nachlassen, sondern im Gegenteil — an Fahrt gewinnen. Besonders heimtückisch ist die Anthraknose: Sie befällt ein breites Spektrum von Kulturen und kann nicht nur das Aussehen des Gartens beeinträchtigen, sondern auch wirtschaftlichen Schaden an einem professionellen Rasen verursachen.

Warum «liebt» die Anthraknose den Sommer und die Hitze? Heißes, feuchtes Wetter, häufiger Tau, hohe Temperaturen und starke Temperaturschwankungen schaffen ideale Bedingungen für die rasche Entwicklung dieses Erregers. Laut dem Agronomen ist der Pilz besonders aktiv unter Stressbedingungen: geschwächte Kulturen, dichte Bepflanzung, Stickstoffüberschuss und falsche Bewässerung machen die Pflanzen nahezu wehrlos.

Welche Pflanzen leiden am stärksten?

Anthraknose ist für viele Kulturen gefährlich. In die Risikozone fallen:

● Obstbäume: besonders Apfel, Birne, Kirsche, Aprikose, Pflaume

● Beerensträucher: Johannisbeere, Stachelbeere, Himbeere

● Gemüsekulturen: Tomaten, Gurken, Paprika (besonders in Gewächshäusern)

● Rasengräser, Ziersträucher und sogar Zimmerpflanzen

Der Experte warnt: Die Anthraknose breitet sich schnell von Pflanze zu Pflanze aus, insbesondere bei Vernachlässigung der Fruchtfolge und unsachgemäßer Bewässerung.

Wie erkennt man die Anthraknose?

Um die Krankheit erfolgreich zu bekämpfen, ist es wichtig, sie so früh wie möglich zu erkennen. Die Anthraknose zeigt sich nicht immer sofort aggressiv — die ersten Warnsignale können leicht übersehen werden. Der Experte erklärt, auf welche Merkmale man achten sollte:

● Blätter: bräunlich-braune Flecken mit dunklem Rand und hellem Zentrum, Austrocknung der Ränder, vorzeitige Vergilbung und Blattfall.

● Stängel: dunkle eingesunkene Streifen, Geschwüre, möglicher Belag von rosa oder grauer Farbe.

● Früchte und Beeren: weiche, wässrige Flecken mit einer Vertiefung in der Mitte, Fäulnis noch vor der Reife.

● Rasen: «kahle Stellen», unregelmäßig geformte Flecken, Schwächung der Blätter, schnelle Ausbreitung der befallenen Zonen.

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Wie gefährlich ist die Anthraknose?

Anthraknose — nicht nur eine saisonale Unannehmlichkeit, sondern eine ernsthafte Bedrohung für die Gesundheit der Pflanzen und den allgemeinen Zustand des Gartens. Die Krankheit kann zu Folgendem führen:

● Ertragsrückgang und Verschlechterung der Fruchtqualität;

● Schwächung der Pflanzenimmunität;

● Verlust der dekorativen Wirkung des Rasens und seinem «Ausbrennen» bei falscher Pflege;

● finanzielle Verluste: Die Behandlung der Pflanzen ist kostspielig und arbeitsintensiv.

Wie bekämpft man die Anthraknose?

Um Pflanzen und Rasen vor den verheerenden Folgen zu schützen, ist es wichtig, sachkundig und rechtzeitig zu handeln. Wie genau? Dazu gibt es Empfehlungen des Praktikers Iwan Nikonorow.

1. Agrartechnische Maßnahmen:

● Bewässerung — nur morgens und streng nach Maß;

● Lüften Sie die Gewächshäuser — der Pilz verträgt keine trockene Luft;

● Lichten Sie die Pflanzungen — dichte Bestände schaffen ideale Bedingungen für Krankheiten.

2. Düngung:

● Reduzieren Sie die Stickstoffdosis in der zweiten Sommerhälfte;

● Verstärken Sie die Versorgung mit Kalium und Phosphor — sie stärken das Pflanzengewebe;

● Blattdüngung mit Mikronährstoffen: Bor — für Obstgehölze, Calcium — zur Erhöhung der Widerstandsfähigkeit.

3. Chemischer Pflanzenschutz:

● Verwenden Sie systemische Fungizide auf Basis von Azoxystrobin, Mancozeb, Propiconazol;

● Behandeln Sie strikt nach Anleitung, unter Berücksichtigung der Kultur und der Wartezeiten bis zur Ernte;

● Entfernen Sie befallene Teile und legen Sie sie nicht auf den Kompost, — betont der Experte.

4. Hygienemaßnahmen:

● Untersuchen Sie die Pflanzen nach Regen, entfernen Sie kranke Blätter von Hand;

● Entfernen Sie geschnittenes Gras und alten Mulch, wo Sporen überwintern können.

Anthraknose auf dem Rasen — was sind die Ursachen und welche Symptome?

«Der Rasen im Sommer — der Stolz des Besitzers und der Prüfstein für die Meisterschaft im Rasenanbau», bemerkt Iwan Nikonorow. — Die Anthraknose fungiert hier als Prüfung für Aufmerksamkeit und systematische Herangehensweise.

Warum befällt die Anthraknose den Rasen gerade bei Hitze? Drei Gründe:

● Nach Hitze und unregelmäßiger Bewässerung ist die Grasnarbe geschwächt;

● Feuchtigkeit nach nächtlicher Bewässerung und Regenfällen fördert das Myzelwachstum an den Wurzeln;

● Falsches Mähen schwächt das Gras und öffnet der Infektion den Weg.

Fünf Hauptsymptome der Anthraknose auf dem Rasen:

1. Gelb-braune Flecken, die im Durchmesser wachsen;

2. Ausdünnung und Absterben der Grashalme;

3. Weißliches oder rosafarbenes Myzel bei feuchtem Wetter;

4. Schnelles «Kahlwerden» einzelner Stellen innerhalb von 2–3 Tagen;

5. Dichter Schatten, Übernässung und zu dichter Bewuchs — häufige Ursachen für einen Ausbruch.

Eine Katastrophe zu verhindern ist jedoch durchaus realistisch, wenn die Pflege systematisch und präzise gestaltet wird. Wichtig ist nicht nur, auf die Krankheit zu reagieren, sondern im Voraus Bedingungen zu schaffen, unter denen es dem Erreger schwerfällt, sich festzusetzen.

Wie Sie den Schaden minimieren:

● Bodenbelüftung und Kalium-Phosphor-Düngung.

● Bewässerung nach Bedarf, strikt am Morgen.

● Schnitthöhe — nicht unter 4 cm.

● Einsatz von vorbeugenden Fungiziden bei den ersten Anzeichen.

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