Dass es im Gemüsegarten und im Garten schlechte und gute Nachbarn gibt, weiß die überwältigende Mehrheit der Hobbygärtner. Dabei gilt das gleiche Gesetz auch in Innenräumen. Daher muss man bei der Auswahl des Sortiments für die Bepflanzung auf der Fensterbank berücksichtigen, mit wem von den bereits vorhandenen grünen Schützlingen er unter einem Dach leben muss.
Die Landschaftsarchitektin Olga Woronowa antwortet:
— Der Schlüssel zu einer guten Nachbarschaft sind gleiche oder zumindest annähernd gleiche Anforderungen der Pflanzen an Licht, Bodenqualität und Feuchtigkeit. Diejenigen, deren Anforderungen stark voneinander abweichen, sind von vornherein dazu verdammt, weiter voneinander entfernt zu existieren.
Es gibt natürlich auch andere Faktoren. Zum Beispiel die nach außen abgegebenen Substanzen – Phytonzide, ätherische Öle und so weiter, sowie der Grad der Aggressivität von Pflanzen bei der Eroberung des umgebenden Raums.
Von Unverträglichkeit kann man zunächst nichts wissen, aber sie an einer Reihe von Anzeichen vermuten. Wenn plötzlich eine der benachbarten Pflanzen zu langsam wächst, nicht rechtzeitig blüht oder gar nicht blüht, unerwartet ohne ersichtlichen Grund Blätter abwirft oder diese trotz Bewässerung und Besprühen zu vertrocknen beginnen – dann ist genau der Nachbar schuld.
Für Mini-Gärten am Fenster, wo Hobbygärtner im Winter Zwiebeln, Salate, anderes Grün oder Gemüse anbauen, ist die nahe Anwesenheit von Kletterpflanzen grundsätzlich inakzeptabel: Alle Lianen und Ampelpflanzen werden früher oder später Probleme mit der Lichtversorgung verursachen.
Auch die hübsch aussehende Wolfsmilch ist unerwünscht. Alle anderen Pflanzen in ihrer Umgebung fühlen sich unwohl. Es ist nicht empfehlenswert, einen Gemüsegarten auf der Fensterbank mit Orchideen zu kombinieren: Sie verlangsamen das Wachstum von Grünpflanzen, und die Zwiebeln, die für Grün angebaut werden, Dill und Mangold können wiederum zum Abfallen der Orchideenblüten führen.
Ein weiterer nicht optimaler Nachbar ist der scheinbar harmlose Ficus. Er benötigt reichlich Wasser und viel Licht, das er, schnell wachsend, den anderen Bewohnern der Fensterbank wegnehmen wird. Denken Sie besonders daran, wenn Sie zu Hause nicht nur Grünzeug anbauen, sondern zum Beispiel Gurken oder Tomaten sowie ein Zitrusbäumchen – Mandarine oder Zitrone. Andererseits kann die Zwiebel mit ihren Phytonziden den Ficus in einen deprimierten Zustand versetzen.