Wie und wann pfropft man Weinreben?

In den letzten Jahren weit nach Norden vorgedrungen, ist die Weinrebe keine Exotik mehr, sondern ein vollwertiges Mitglied der Garten- und Gemüseanbaugemeinschaft, die von russischen Hobbygärtnern in Podmoskowje und in der Umgebung von Sankt Petersburg kultiviert wird. Daher wird sie heute ebenso veredelt wie Apfelbäume, Birnbäume und andere alteingesessene Bewohner unserer Gärten. Es gibt dabei natürlich auch bestimmte Feinheiten, die man beachten sollte. Welche genau?

Der Agronom antwortet:

— Ab Ende Mai und während des gesamten Sommers können Weinreben kombiniert veredelt werden. Und zwar werden dazu vorbereitete Stecklinge benötigt, die unbedingt verholzt sein müssen, sowie ein grüner Trieb als Unterlage.

Die üblichen Ziele dieses Verfahrens in kühlen Breiten sind etwa die folgenden. Erstens kann man so die Frost- und Winterhärte der Rebe erheblich steigern, was für die extremen Wetterbedingungen, die in diesen Höhenlagen an der Tagesordnung sind, äußerst wichtig ist. Und zweitens bietet sich die Möglichkeit, an einer Rebe gleich mehrere Sorten auszuprobieren, um zum Beispiel die optimale auszuwählen und später weiter zu kultivieren.

Der Mechanismus der Kombinationsveredelung ist völlig identisch mit der Spaltveredelung, wie sie bei Obstbäumen angewendet wird. Der Ablauf unterscheidet sich jedoch etwas.

Siehe auch:
Alles von A bis Z. Wie man Setzlinge Mitte März pflegt.

Zuerst wird das verholzte Stecklingsstück in ein Gefäß mit Wasser gelegt und bleibt dort, bis die Knospen anschwellen. Wenn bei einem Steckling dies nicht geschieht, ist er unbrauchbar und darf nicht verwendet werden.

Stecklinge mit geschwollenen Knospen werden unten von zwei Seiten 2-3 cm nach oben abgeschnitten, sodass ein dünner Keil entsteht. In den grünen Trieb wird ein Einschnitt gemacht, ebenfalls 2-3 cm tief, dessen Länge dem Keil des Stecklings entspricht. Den Steckling setzen Sie in diesen Einschnitt ein und achten dabei darauf, dass die Augen von Reis und Unterlage in entgegengesetzte Richtungen zeigen. Fertig. Die Veredelungsstelle wickeln Sie fest, aber besser nicht mit Isolierband, sondern mit weichem Bindfaden um. Es hat sich gezeigt, dass es besser ist, die Reben früh am Morgen oder abends nach sechs oder sieben Uhr zu veredeln, also zu Zeiten, wenn die Sonne weniger aktiv ist. Manche Hobbygärtner verschließen die Veredelung danach noch mit einer Plastiktüte, aber meiner Meinung nach ist das unnötig.

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