Verbotener Garten. Von welchen Pflanzen sollten Sie Ihr Kind fernhalten?

Es erzählt die Bildungsbeauftragte des Donezker Botanischen Gartens, Natalja Stepanchuk:

Die Begegnung des Kindes mit der Natur beginnt im frühesten Alter. Jedoch erfordern einige Pflanzen, die in unseren Gärten, Parks und auf den Gartengrundstücken verbreitet sind, besondere Aufmerksamkeit. Im Folgenden — 10 Arten, von denen Sie sich besser fernhalten sollten.

Gemeiner Seidelbast (Daphne mezereum)

Alle Pflanzenteile sind giftig, besonders die attraktiven leuchtend roten Beeren und die Rinde, die giftige Substanzen enthalten. Beim Verschlucken verursachen sie ein Brennen im Mund, Erbrechen und Herzrhythmusstörungen. Schon 2–3 Beeren können bei einem Kind zu einer schweren Vergiftung führen.

Der bitter-scharfe Geschmack hält normalerweise Erwachsene ab, aber Kleinkinder unter vier Jahren können Bitteres noch nicht als Gefahrensignal erkennen.

Maiglöckchen (Convallaria majalis)

Alle Teile sind giftig, besonders die orangeroten Beeren nach der Blüte. Sie enthalten Herzglykoside — Substanzen, die auf das Herz wirken. Symptome: Übelkeit, verlangsamter Puls, in schweren Fällen beschleunigter Herzschlag und Schwindel. Der Duft der Blüten ist für den Geruchssinn ungefährlich, aber die Beeren dürfen auf keinen Fall probiert werden.

Interessanterweise sind die leuchtenden Beeren von Maiglöckchen oder Seidelbast für Vögel ungefährlich. Vögel haben eine andere Empfindlichkeit gegenüber Giftstoffen — sie fressen die Beeren ohne Folgen und verbreiten die Samen.

Roter Holunder (Sambucus racemosa)

Unreife Beeren, Blätter und Rinde enthalten Stoffe, die zu Blausäure zerfallen. Bei Vergiftung — Erbrechen, Darmstörungen, Schwäche. Auch reife rote Beeren sind roh giftig.

Nicht verwechseln mit dem Schwarzen Holunder (S. nigra) — dessen reife Beeren sind essbar. Aber die Arten können nur Erwachsene unterscheiden.

Gemeiner Stechapfel (Datura stramonium)

Alle Teile enthalten Alkaloide. Schon eine kleine Dosis verursacht Mundtrockenheit, erweiterte Pupillen, Halluzinationen, beschleunigten Puls, Koordinationsverlust. Ein Kind kann auf die Straße laufen oder stürzen.

Die großen weißen «Glocken» und die stacheligen Samenkapseln faszinieren Kinder, genau deshalb ist es wichtig, die Gefahr vorher zu erklären.

Schöllkraut (Chelidonium majus)

Der orangefarbene Saft reizt Haut und Schleimhäute. Bei Kontakt mit den Augen treten starkes Brennen und vorübergehende Sehstörungen auf. Beim Verschlucken — Übelkeit und Bauchschmerzen.

Die Pflanze wächst oft «unter den Füßen» in schattigen Ecken. In der Volksmedizin wurde ihr Saft gegen Warzen verwendet.

Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias) und andere Wolfsmilchgewächse

Der Milchsaft, der aus einem abgebrochenen Stängel austritt, verursacht Hautreizungen und starkes Brennen bei Kontakt mit den Augen. Die Reaktion verstärkt sich in der Sonne.

Schwarzer Nachtschatten (Solanum nigrum)

Grüne Beeren enthalten Solanin (ein giftiges Glykoalkaloid) und verursachen Übelkeit, Kopfschmerzen, in schweren Fällen — Atemstörungen. Reife schwarze Beeren enthalten weniger Toxin, aber alle Beeren des Nachtschattens sollten in unseren Regionen als potenziell gefährlich für Kinder betrachtet werden.

Tatsache ist, dass der Schwarze Nachtschatten — nicht eine einzelne Art, sondern eine ganze Gruppe ähnlicher Pflanzen ist. Botaniker bezeichnen dies als Solanum nigrum agg (aggregatum — «Sammelart»). Dazu gehören mehrere Unterarten und verwandte Arten mit unterschiedlicher Toxizität. Der Solaningehalt in den Beeren ein und derselben Pflanze kann sich je nach Boden, Trockenheit, Blattschäden und Reifephase um ein Vielfaches unterscheiden. Das heißt, zwei Beeren vom selben Strauch können sich in ihrer Toxizität stark unterscheiden. Ein Kind kann dies nicht feststellen, der kindliche Organismus ist selbst für kleine Dosen anfällig. Kinder unter 7 Jahren nehmen Bitterkeit oft nicht wahr und können eine Handvoll Beeren essen, bevor sie Unwohlsein verspüren.

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Eisenhut (Aconitum napellus) und andere Eisenhut-Arten

Eine der giftigsten Gartenstauden. Das Alkaloid Aconitin wird sogar durch unverletzte Haut aufgenommen. Das erste Vergiftungszeichen — Taubheitsgefühl der Lippen und Zunge bereits nach 5–10 Minuten. Danach — Herzrhythmusstörungen, Krämpfe, Atemlähmung.

Die auffälligen blau-violetten helmförmigen Blüten faszinieren, aber diese Pflanze darf man nur ansehen. Selbst bei der Pflege verwenden Gärtner Handschuhe. In Sibirien und im Altai wurde Eisenhut als Jagdgift für Pfeile verwendet.

Waldreben-Lianen (Clematis viticella)

Diese Pflanze mit großen Blüten wird oft zur Dekoration von Lauben und Bögen verwendet. Aber ihr Saft enthält reizende Substanzen. Bei Hautkontakt — leichte Rötung, bei Verschlucken — Übelkeit und Erbrechen. Eine Vergiftung ist selten schwerwiegend, aber bei Kindern sind individuelle Reaktionen möglich.

Eibe (Taxus baccata)

Fast alle Pflanzenteile enthalten Alkaloide — Substanzen, die die Herzfunktion beeinträchtigen. Besonders gefährlich sind die Nadeln («Blätter»), die Rinde und die Samen. Der einzige ungefährliche Teil ist der rote fleischige Arillus, der wie eine Beere aussieht. Er schmeckt süßlich, aber im Inneren verbirgt sich ein giftiger Samen — hart, braun, leicht mit dem Finger herauszuholen.

Der süße Arillus lockt Kinder an, aber beim Zerkauen des Samens oder Verschlucken auch einer kleinen Menge Nadeln sind Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, verlangsamter Puls, in schweren Fällen — Herzrhythmusstörungen möglich. Ein Herzstillstand ist nur bei Aufnahme einer großen Menge Nadeln (eine Handvoll oder mehr) möglich, aber bereits einige Nadeln können einen Arztbesuch erforderlich machen.

Wie kann man einem Kind helfen, gefährliche Pflanzen zu erkennen?

Erklären, nicht verbieten.

Versuchen Sie gemeinsam mit dem Kind, drei Pflanzen zu finden, die man anfassen darf (Minze, Melisse, Lavendel), und drei — die man nur ansehen darf.

Jede Pflanze hat ihren Platz an der Sonne und ihre Rolle im Garten. Unsere Aufgabe ist es nicht, das Kind von der Natur fernzuhalten, es zu erschrecken oder seine Neugier zu ersticken, sondern auf den Gartenwegen zu lernen, zu sehen, zu hören, das Lebendige zu respektieren und sich an seiner Schönheit zu erfreuen, ohne Risiko für die Gesundheit.

Rettungsmaßnahmen

Was tun, wenn ein Kind eine gefährliche Pflanze berührt oder probiert hat? Das Wichtigste — bewahren Sie Ruhe, Panik hindert daran, angemessen auf die Situation zu reagieren. Und die Situationen können unterschiedlich sein.

Das Kind hat eine Pflanze berührt

Was tun? Waschen Sie die betroffene Hautstelle gründlich mit Seife. Entfernen Sie die Kleidung, die mit der Pflanze in Kontakt gekommen ist.

Saft ist in die Augen gelangt

Was tun? Spülen Sie die Augen mindestens 15 Minuten lang mit kühlem Wasser, indem Sie die Augenlider sanft zurückziehen. Suchen Sie sofort einen Arzt auf.

Das Kind hat etwas geschluckt

Was tun? Geben Sie 100–200 ml Wasser zu trinken. Bewahren Sie eine Probe der Pflanze auf (Foto oder Fragment in einer Tüte). Lösen Sie kein Erbrechen aus! Rufen Sie den Notarzt oder das Giftnotrufzentrum an.

Reaktionen des Körpers sind aufgetreten 

Bei Erbrechen, Krämpfen, Bewusstlosigkeit legen Sie das Kind auf die Seite («stabile Seitenlage») und rufen Sie sofort medizinische Hilfe. Lassen Sie das Kind keine Minute allein.

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