Ein erstaunliches Produkt in Ihren Beeten. Wie man Traubensaft aus der Rebe gewinnt

Was sind die «Tränen» der Traube und warum sollte man sie sammeln

Im Frühling, nach dem Entfernen der Abdeckung und mit dem Einsetzen warmer Tage, beginnt die Traube aktiv zu «weinen». Dies ist ein natürliches Phänomen — der Saftfluss, wenn die Wurzeln beginnen, Wasser mit darin gelösten Nährstoffen in die Rebe zu pumpen. Besonders intensiv geschieht dies beim Beschneiden — an den Schnittstellen der Reben erscheinen Tropfen klarer Feuchtigkeit, die man als Tränen der Traube bezeichnet.

Genau diesen natürlichen Saft kann man sammeln und frisch verzehren. Einmal bot sich mir diese Gelegenheit: Ich entfernte einen alten Rebstock und beschloss, ein Experiment durchzuführen.

Meine Erfahrung: Wie ich Saft aus der Rebe sammelte

Zuerst schnitt ich die Haupttriebe in einer Höhe von etwa 70 cm über dem Boden ab. Der Durchmesser der Reben betrug etwa 1,5 cm. Dann ließ ich sie einfach mit den Schnittenden nach unten in gewöhnliche Plastikflaschen hängen, die ich direkt am Stock befestigte. Bereits nach einem Tag flossen aus einer Rebe etwa ein halber Liter klarer Saft. Von einem ganzen Stock ergab sich etwa 2 Liter.

Geschmacklich war er mild, leicht süßlich — keineswegs schlechter als echter Birkensaft. Besonders wird er denen gefallen, die nicht das gekaufte Getränk mit Zitronensäure, Süßstoff und Aromen probiert haben, sondern eben den natürlichen, frisch gesammelten Birkensaft.

Wie man Traubensaft richtig sammelt

1. Verwenden Sie nur diejenigen Stöcke, die Sie stark beschneiden oder entfernen möchten. Sie sollten gesunde, tragende Pflanzen nicht zugunsten des Saftes schwächen.

2. Machen Sie den Schnitt mit einer scharfen Gartenschere. Je glatter und frischer der Schnitt, desto besser fließt der Saft.

3. Stellen Sie unter den Schnitt eine Flasche, ein Glas oder ein beliebiges Gefäß. Idealerweise sollte der Schnitt direkt in das Gefäß «schauen».

4. Der Saft sammelt sich in den ersten 12–24 Stunden intensiv. Danach lässt der Druck nach.

5. Um die Sammlung fortzusetzen, muss der Schnitt täglich erneuert werden. Andernfalls verschließen sich die Spaltöffnungen und der Saftfluss stoppt.

6. Spülen Sie das Geschirr vor jeder neuen Charge unbedingt. Hefe- und Milchsäurebakterienreste (sie sind immer in der Natur und erscheinen sofort im Saft!) an den Wänden können schnell eine Gärung auslösen.

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Wie lagern und verwenden Sie Traubensaft?

Der gesammelte Saft — ein lebendiges Produkt. Er beginnt sehr schnell zu gären, besonders bei warmem Wetter. Deshalb:

  • Lagern Sie den Saft im Kühlschrank, nicht länger als 1–2 Tage;
  • Gießen Sie ihn optimalerweise alle 8–12 Stunden ab, besonders am ersten Tag;
  • Für die langfristige Lagerung können Sie den Saft in normalen Eiswürfelbehältern oder speziellen Beuteln einfrieren.

Wenn der Saft jedoch zu gären begonnen hat — beeilen Sie sich nicht, ihn wegzugießen. Es ist bereits fast fertiger Traubenkwas. Fügen Sie etwas Zucker hinzu, lassen Sie ihn ein paar Stunden stehen — und Sie erhalten ein erfrischendes Getränk.

Wie verbessern Sie den Geschmack von Traubensaft: natürliche Zusätze

Reiner Saft aus der Rebe ist geschmacklich recht neutral. Um ihm Charakter zu verleihen, können Sie einfache und gesunde Zusätze verwenden:

  • frischer Zitronensaft. Ein paar Tropfen — und der Geschmack wird intensiver. Besser als Zitronensäure, die den Magen reizt;
  • Ingwer. Ein wenig geriebene Wurzel verleiht eine leichte Würze und verstärkt den erfrischenden Effekt;
  • natürliche Süßungsmittel. Ich verwende oft Stevia-Extrakt anstelle von Zucker. Er ist um ein Vielfaches süßer, aber nicht kalorienreich und, interessanterweise, kann er sogar die Gärung des Getränks hemmen.

1 Esslöffel getrocknete Blätter wird mit einem Glas kochendem Wasser übergossen. Der entstandene Aufguss — ein hervorragender, süßer Konzentrat. Er reicht für 2 Liter Getränk und lindert auch Blähungen und Unwohlsein im Magen.

Nützlicher Tipp

Wenn Sie doch einen alten Weinstock entfernen oder versehentlich einen großen Ast abgeschnitten haben — lassen Sie diesen Saft nicht einfach in die Erde versickern. Es ist ein wahres Geschenk der Natur, das Sie nutzen können und sollten. Die einmalige Entnahme von Saft aus einer Rebe, vorausgesetzt Sie erneuern die Schnitte nicht täglich, wird sich praktisch nicht auf den allgemeinen Zustand des Stocks auswirken.

Aber denken Sie daran: Sammeln Sie niemals Saft von aktiv fruchtenden und benötigten Pflanzen ohne äußerste Notwendigkeit. Schließlich sammelt die Rebe im Frühling Kräfte, und jedes Gramm Saft spielt in diesem Moment eine Rolle.

Sammeln Sie, probieren Sie, experimentieren Sie. Denn die wahre Freude des Gärtners — liegt in der Fähigkeit, maximalen Nutzen und Vergnügen selbst aus den scheinbar unerwarteten Kleinigkeiten zu ziehen. Und die Weinrebe kann, wie wir sehen, nicht nur mit der Ernte überraschen.

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