Am Ende des Kalenderjahres, obwohl die Tageslichtdauer kurz ist, kann man die Saison der Tomatensetzlinge starten. Dieser Prozess erfordert im Dezember und Januar gewisse Erfahrung: wenig Licht, eine zusätzliche Beleuchtung ist nötig, mehrmaliges Umtopfen, Umsetzen in Becher und dann in große Gefäße — bis hin zu abgeschnittenen Fünf-Liter-Flaschen. Aber dieser Ansatz hat einen gewichtigen Vorteil: hochwachsende Tomaten, die im Frühwinter gesät und später in große Behälter umgesetzt werden, entwickeln sich kräftig und liefern deutlich früher und reichhaltiger Ertrag als bei standardmäßigen Aussaatzeiten.
Wenn die Setzlinge überwachsen sind oder man ihre Anzahl erhöhen möchte, werden 10–15 Tage vor dem Auspflanzen die Spitzen vorsichtig mit einer scharfen Klinge abgeschnitten und ins Wasser gestellt. Nach etwa einer Woche bilden sich Wurzeln und an der Mutterpflanze erwachen Seitentriebe.
Es gibt auch einen praktischen Bonus: Bewurzelte Spitzen sind leicht zu transportieren, da sie ohne Erde sind. Nach dem Pflanzen müssen sie nur für ein paar Tage leicht beschattet werden, bis sich Bodenwurzeln bilden. Bei solchen Pflanzen wird die erste Traube niedrig angesetzt — nur 10–15 cm über dem Boden, und bei einer Höhe von etwa eineinhalb Metern können sie bis zu acht Trauben haben. Die beschnittenen Pflanzen verzweigen sich schneller und bilden einen ordentlichen Ertrag.
Besonders empfohlen wird diese Methode zur Vermehrung seltener Sorten und teurer Hybriden.
Es ist wichtig zu verstehen: Die Methode der Verdoppelung der Setzlinge durch Abschneiden und Bewurzeln der Spitze funktioniert nur mit indeterminierten Sorten. Niedrigwüchsige Tomaten sind alle determinierten Mutanten und haben ein begrenztes Wachstum und ergeben keine vollwertige Pflanze aus vegetativen Teilen.
Pflege von Zimmertomaten
Bei denen, die Tomaten auf der Fensterbank anbauen, tragen die Pflanzen im Januar normalerweise noch Früchte. In den letzten Monaten hatten sie nicht genug Licht, daher kann das Wachstum langsamer werden und die Blätter teilweise abfallen. Kein Grund zur Panik: Bei verbesserter Beleuchtung erholen sich die meisten Sorten schnell und tragen wieder an neuen Seitentrieben. So verhält sich zum Beispiel meine bewährte Zimmertomate Sorte Krajowa.
Wenn die Fenster alt und kalt sind, sollten die Töpfe besser vom Glas weggerückt werden, damit die Wurzeln nicht auskühlen. Wenn möglich, sollte man eine Zusatzbeleuchtung einrichten, obwohl viele Sorten den Winter auch ohne überleben können.
Anfang Januar ist eine erneute Aussaat von Tomaten für den Hausgarten möglich, aber ohne zusätzliche Beleuchtung kommt man nicht aus. Sonst strecken sich die Sämlinge. Die beste Option sind spezielle Leuchtstoff-Fitolampen.
Wenn man die Wahl hat, sollte man bevorzugt Zimmer- oder Stamm-Gartenformen wählen — sie sind widerstandsfähig gegen Vergeilung und entwickeln sich auch bei begrenztem Licht gut.
Nachreifen der verbliebenen Früchte
Manche schaffen es, frische Tomaten in kühlen Räumen bis zur Mitte des Winters zu lagern. Am besten halten sich spezielle lagerfähige Sorten. Allerdings ist bei ihnen die Ethylensynthese unterdrückt, sodass selbst reife Früchte grün bleiben können.
Damit sie vollständig nachreifen, werden sie in der Industrie in eine Umgebung mit erhöhtem Ethylengehalt gebracht. Im Haushalt löst man das einfach: Die grünen Tomaten werden in einen luftdichten Behälter oder eine dichte Tüte zusammen mit einigen reifen Äpfeln oder (noch besser!) Bananen gelegt — diese Früchte geben aktiv das für die Reifung benötigte Gas ab.