Gelassen. Der Kalender des Tomatenzüchters für Januar.

Der Trubel der Neujahrstage liegt hinter uns, und es scheint, als wäre der Weg zum Gemüsegarten noch unendlich weit. Doch diejenigen, die sich seit langem ernsthaft mit Tomaten beschäftigen, wissen: genau im Januar beginnt die Tageslänge allmählich zuzunehmen. Die Sonne scheint öfter durch die Fenster, und das bedeutet — man kann die Samen hervorholen und sich auf die ersten Aussaaten vorbereiten, während man die bescheidenen, aber so erfreulichen Keimlingsschlingen der geliebten Tomatensorten beobachtet. Agronom hat eine Schritt-für-Schritt-Anleitung gegeben, was im ersten Monat des Jahres zu tun ist.

Wir machen uns mit den Neuheiten vertraut 

«Der Januar ist vor allem eine Zeit, um in Ruhe Fachliteratur zu lesen: Zeitschriften, Sammelbände und alte Jahrgänge. Es ist eine hervorragende Gelegenheit, sich mit den Neuheiten der Züchtung vertraut zu machen: Kataloge von Sammlern und Agrarfirmen durchzublättern, in Gartenforen zu stöbern, die Meinungen anderer Praktiker zu studieren. Es ist auch nützlich, die Websites von Fachpublikationen zu besuchen — dort findet man oft interessante Beobachtungen und seltene Sorten.

Parallel dazu sollte man die Samenbestände überprüfen. Ich sortiere in der Regel den gesamten Samenvorrat von Hand aus und wähle die vollwertigen Samen aus, die ich dann in Mullbeutel mit Etiketten verpacke. Diese Vorbereitung spart später viel Zeit, wenn die Massenaussaat beginnt: alles ist bereits nach Sorten sortiert und bereit für die Vorquellung.

Wir machen Etiketten für die Setzlinge

Etiketten für Tomaten kann man fertig kaufen — in Gartencentern oder online bestellen. Aber auf Wunsch kann man sie auch leicht selbst herstellen. Ich persönlich verwende seit vielen Jahren Streifen, die ich aus gewöhnlichen Plastikflaschen schneide. Die Sortennamen ritze ich mit einer Ahle ein — eine solche Beschriftung wäscht sich nicht ab und verblasst nicht. Mit der gleichen Ahle mache ich ein Loch für den Draht.

Zur Befestigung nehme ich dünnen Kupferdraht mit einer Ummantelung. Er eignet sich nicht nur für die Etiketten: Mit ihm kann man auch leicht einen Mullumschlag zusammenziehen, um daraus ein Beutelchen für die Desinfektion der Samen zu machen. Die Plastiketiketten aus Flaschen halten mehrere Saisons hintereinander.

Eine Alternative wären Etiketten aus weißem einschichtigem Kunststoff. Im Handel habe ich sie kaum gefunden, aber eine gute Alternative waren Plastikecken — daraus ergeben sich saubere Zuschnitte. Auf weißem Hintergrund kann man bequem mit Bleistift schreiben, allerdings ist Vorsicht geboten: Die Beschriftung kann verschwinden, wenn man kräftig darüber wischt.

Eine weitere Möglichkeit sind Plastiklöffel. In ihnen kann man sogar bequem Samen einweichen. Aber es gibt einen Haken: Sie brechen leicht, deshalb ist es besser, als Etiketten in die Anzuchtkästen und in die Beete Einweg-Plastikmesser mit Reservebeschriftungen zu stecken. Sie sind viel stabiler und werden auf jedem Markt verkauft.

Vorbereitung auf die Aussaat

Der Januar ist gut, weil man alles in Ruhe erledigen kann, ohne Hektik. In den Gartenfachgeschäften gibt es keine Schlangen und das Sortiment ist vollständig. Neben Samen sollten Sie rechtzeitig Kassetten und Behälter für die Anzucht besorgen, bei Bedarf — fertige Erde. Viele verwenden erfolgreich Torftabletten.

Besonders hervorheben möchte ich Tabletten aus Wurmhumus: Beim Quellen verwandeln sie sich in ein vollwertiges, mineralstoffreiches Nährsubstrat. Ich habe schon oft festgestellt, dass Pflanzen in einem solchen «Substrat» selbst bei später Aussaat die in normaler Erde gezogene Anzucht schnell einholen und überholen.

Auch Torftabletten in einem feinen Netz sind praktisch. Nach der Befeuchtung vergrößern sie sich und verwandeln sich in einen kompakten Minitopf, der vollständig für die Aussaat bereit ist.

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Mit Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln sollten Sie es dagegen nicht eilig haben. Oft werden sie in kalten Lagern aufbewahrt, was besonders für biologische Präparate kritisch ist. Solche Mittel kaufen Sie besser kurz vor der Saison und wählen Sie frische Chargen, die in der warmen Jahreszeit hergestellt wurden.

Wir bereiten die Erde für die Setzlinge vor

Für diejenigen, die nur eine kleine Menge Anzucht ziehen und nicht budgetbeschränkt sind, ist es einfacher, eine fertige Erdmischung zu kaufen. Aber auch hier gibt es Fallstricke. Viele Mischungen sind mit feinem Steinbruchsand überladen: Er verklumpt, nimmt Wasser schlecht auf, und beim Gießen läuft die Feuchtigkeit an den Rändern ab und lässt den Ballen trocken. In diesem Fall muss man den Behälter vollständig in Wasser eintauchen, damit die Erde sich vollsaugt.

Außerdem befindet sich in billigen Erden häufig unvollständig zersetzte organische Substanz, die mit Mikroflora angereichert ist und die «Schwarze Beinigkeit» hervorruft — Fäule der Wurzeln und des Hypokotyls der Anzucht. Und manche Hersteller verwenden sogar fragwürdige Ausgangsmaterialien.

Wenn ich schnell etwas in kleiner Menge pflanzen muss, bevorzuge ich Torftabletten — darin bewurzeln sogar Stecklinge von Zimmertomaten ausgezeichnet.

Die Hauptmasse der Anzucht ziehe ich jedoch in normaler Erde. Denn ich habe viele Setzlinge — alle in einzelnen Töpfen und Kästen, da viele Sorten gepflanzt werden und Verwechslungen nicht zulässig sind. In solchen Mengen ist es sinnlos, Erde aus den Waldstreifen zu schleppen.

Die Erde hole ich direkt von meinem Grundstück, aber nicht aus dem Gemüsegarten, wo sich Krankheitssporen konzentrieren, sondern aus dem Obstgarten. Und zwar nicht direkt am Stamm, sondern am Rand der Krone von Apfelbäumen, Birnen oder Kirschen, um die Wurzeln nicht zu verletzen. Erde unter einem Nussbaum oder einer Eiche verwende ich nicht — deren Wurzelsystem gibt Substanzen ab, die das Wachstum anderer Pflanzen hemmen.

Es gibt noch einen wichtigen Punkt: Die obere Schicht nehme ich nie. Zuerst entferne ich 10–15 cm Erde und lege sie beiseite. Für die Anzucht wähle ich dann Erde aus einer Tiefe von etwa 10–30 cm. Der obere Horizont ist dicht, klebrig und weist aktive Zersetzungsprozesse auf. Die tiefere Erde dagegen ist reif, bröckelig und hat eine körnige Struktur. Ihr muss weder Sand noch Sägespäne noch ein anderes Lockerungsmittel zugegeben werden — sie behält von sich aus hervorragend Form und Luftdurchlässigkeit. Diese Empfehlung gilt jedoch nur für Grundstücke mit einer tiefen fruchtbaren Bodenschicht.

Bevor ich auf diese Methode kam, habe ich vieles ausprobiert: Sand, Sägespäne, Sonnenblumenschalen. Trotzdem verdichtete sich der Boden mit der Zeit. Die Erde aus der unteren Schicht bleibt jedoch ohne jegliche Zusätze locker. Einziger Nachteil — die Setzlinge müssen öfter gedüngt werden, wenn bestimmte Elemente im Boden fehlen. Aber sie wachsen prächtig.

Die im Herbst oder vor starkem Frost im Winter gesammelte Erde bringe ich ein paar Wochen vor der Aussaat ins Warme. Wenn keine Vorräte vorhanden sind, kann man bei Tauwetter Erde aus Maulwurfshügeln, von durch Traktoren aufgewühlten Hügeln oder aus Furchen an Feldern und Feldgehölzen nehmen. Manche desinfizieren die Erde in der Mikrowelle oder übergießen sie mit kochendem Wasser — das schadet nicht. Ich hingegen verteile die Erde einfach in Behältern, gieße warmes Wasser darüber und lasse sie in der Wärme stehen. Nach einer Woche erscheinen Unkrautsprossen und Schädlinge werden aktiv, danach werden die Behälter wieder hinaus in die Kälte gestellt — dieser Zyklus reinigt den Boden effektiv».

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