Die Kirsche bedarf keiner weiteren Vorstellung, da sie sich seit sehr langer Zeit und für lange Dauer in den Datschen-Grundstücken etabliert hat. Allerdings in Gegenden, die sich nicht eines warmen und milden Klimas rühmen können, besteht auch ein altes Problem: Die meisten Datscha-Besitzer möchten Bäume haben, die süße (und je süßer — desto besser) Beeren liefern, aber die vorhandene Sortenauswahl lässt dies nicht unbedingt zu. Gibt es eine Lösung?
Der Agronom antwortet:
— Dabei geht es nicht einmal um die Sortenauswahl selbst — sie ist reichhaltig und vielfältig, auch was die Süße betrifft. Die Kirsche reagiert sehr empfindlich auf klimatische Besonderheiten, und dies äußert sich darin, dass beispielsweise winterharte Kirschen aus der Ural- oder Sibirischen Züchtung in der Region Moskau gut fruchten und Früchte genau desselben Geschmacks hervorbringen wie an ihrem Züchtungsort. Ein weiterer Faktor, der den Geschmack der Sortenform beeinflusst: Sie sind baumartig oder strauchartig. Bei baumartigen liegt die Hauptfruchtbildung an den einjährigen Trieben und die Beeren sind in der Regel nicht allzu süß, bei strauchartigen reift ein Großteil der Ernte an sogenannten Blütenknospenzweigen heran und es gibt mehr süße Früchte. Allerdings gibt es auch Ausnahmen.
Mit der Süße liegen Sie garantiert richtig, wenn Sie die relativ neue Sorte 'Pamjati Jenikejewa' wählen. Große Früchte, dunkelburgunderrot, saftig, von Dessertsüße. Frühe Sorte, benötigt keine Bestäuber, winterhart. Nachteile — nicht resistent gegen Kokkomykose.
Ebenfalls eine Neuheit — die Sorte Assol. Ebenfalls sehr große Beeren, sehr süß, mit Säure können sie vorkommen, aber äußerst selten. Assol ist teilweise selbstfruchtbar, das heißt, sie kommt im Prinzip ohne Bestäuber aus, bringt aber mit ihnen einen größeren Ertrag. Winterhärte hoch, kann aber bei häufigen Temperaturschwankungen im Winter etwas erfrieren.
Die Sorte Wolotschajewka ist bewährt. Die Beeren sind süß, groß, leicht länglich. Wolotschajewka ist selbstfruchtbar, winterhart, und ihre Knospen zeichnen sich durch gute Widerstandsfähigkeit gegen späte Frühlingsfröste aus. Die Hauptsache beim Anbau — nicht zu viel Feuchtigkeit, sonst wird sie stark von Moniliose befallen.
Die Sorte Schukowskaja — ebenfalls eine alte und beliebte. Die Beeren sind mittelgroß, mit festem Fruchtfleisch von sehr süßem Geschmack. Schukowskaja benötigt Bestäuber, und ihre Winterhärte ist eher mittelmäßig, aber den meisten «Kirschkrankheiten» widersteht sie erfolgreich im Gegensatz zu vielen anderen Sorten.
Eine vielversprechende Sorte — Molodjoschnaja. Große süße Beeren (allerdings etwas wässrig), stabiler und reicher Ertrag. Benötigt keine Bestäuber, ausgezeichnete Winterhärte, aber die Widerstandsfähigkeit gegen die wichtigsten Krankheiten — sehr durchschnittlich.