Muss man die Stämme von Apfel- und Birnbäumen im Garten weißeln oder nicht?

Das Weißen der Stämme von Obstbäumen, insbesondere von Apfel- und Birnbäumen, ist scheinbar fest im Arbeitskalender verankert. Jedoch teilt ein Teil der Gärtner nicht die Meinung über den Nutzen dieses Verfahrens. Und hier sind die Argumente, die sie zu ihren Gunsten anführen.

Antwortet Agronom Peter Sinkowski:

— Ja, in der Tat: In vielen Empfehlungen, insbesondere wenn es um Bäume geht, die jetzt, im Herbst, gepflanzt werden, bestehen die Autoren auf der obligatorischen Weißung der Stämme. Nur erwähnen sie aus irgendeinem Grund nicht solche wichtigen Feinheiten wie das Alter der Bäume, die physischen Eigenschaften der Stämme und der Skelettäste und andere wichtige Parameter.

Um nicht unnötig Kraft und Zeit zu verschwenden, denken Sie an Folgendes. Im Prinzip ist das Weißen nutzlos, es ist eher ein Ritual, das die Notwendigkeit fördert, den Bäumen vor der Überwinterung mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Das heißt, sie auf Schäden zu untersuchen, diese Schäden zu beseitigen, die Bäume und den Boden um sie herum von Schädlingen und dergleichen zu reinigen. Dabei benötigen Setzlinge, deren Stammdicke 4 Zentimeter nicht überschreitet, kein Weißen. Sie sind durchaus in der Lage, sich tagsüber gleichmäßig zu erwärmen und nachts abzukühlen, daher sind Temperaturschwankungen für sie nicht schlimm.

Sie sind auch für ältere Bäume nicht schlimm, unter der Voraussetzung, dass die im Laufe der Saison erlittenen Wunden und Schäden beseitigt sind. Das Weißen, wie die langjährige Erfahrung zeigt, schützt nicht vor Frostschäden und Sonnenbrand: Der Anteil der geweißten und nicht geweißten Bäume, die von den genannten Problemen betroffen sind, bleibt im Frühjahr gleich.

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Außerdem kann das Weißen selbst, zu dessen klassischer Zusammensetzung Kalk gehört, unter bestimmten Bedingungen dem Baum schaden, indem es ebenfalls einen Brand oder eine Ablösung der Rinde hervorruft — es reicht, bei der Auswahl der Bestandteile und ihrer Menge leicht danebenzugreifen.

Das Einzige, wann das Weißen irgendeinen Nutzen bringen kann, sind sehr alte, über 25 Jahre alte Bäume. Aber entgegen dem bestehenden Klischee muss man in einem solchen Fall nicht nur den unteren Teil des Stammes weißen, wie es üblich ist, sondern den gesamten Stamm bis zu den unteren Ästen und mindestens ein Drittel dieser Äste zusätzlich. Bedenken Sie dies also.

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