Ohne Krautfäule. Das Geheimnis des Agronomen: Wie man gesunde und kräftige Setzlinge zieht

Unter Hobbygärtnern ist die Ansicht verbreitet, dass die Ernte umso schneller und reichhaltiger ausfällt, je früher Tomaten für die Anzucht gesät werden. Deshalb beginnen manche bereits kurz nach Neujahr. In der Realität sind die Bedingungen im Winter, insbesondere auf gewöhnlichen Fensterbänken, jedoch alles andere als optimal. Statt kräftiger Pflanzen wachsen lange, dünne Stängel mit blassem Laub heran. Solche Setzlinge entwickeln sich nicht nur schlecht und versorgen die zukünftigen Früchte nur schwach, sondern erleiden nach dem Auspflanzen auch häufig Sonnenbrand. Ein Agronom erzählte über seine persönliche Erfahrung, die Sie sich zunutze machen können.

Welche Sorten für die frühe Aussaat geeignet sind und welche — nicht

Wenn man sagt, dass man sich mit der Anzucht nicht beeilen sollte, sind Ausnahmen zu bedenken. Dies sind Stammsorten, die gegen Lichtmangel widerstandsfähig sind und kurze Internodien aufweisen. Aber auch sie benötigen bestimmte Bedingungen, auf die separat eingegangen wird. In den meisten Fällen benötigen Tomaten jedoch helles Sonnenlicht oder eine hochwertige künstliche Beleuchtung.

Niedrigwüchsige, ultrafrühe und frühe Sorten, die für den Freilandanbau bestimmt sind, sollten hingegen überhaupt nicht zu früh ausgesät werden. Ihre Vegetationsperiode ist kurz, und bei früher Aussaat schaffen sie es, direkt in den Anzuchtbechern zu blühen. Nach dem Auspflanzen fallen solche Blüten oft ab, was zum Verlust der frühen Ernte führt. Später bilden sich die Früchte bereits an den Trauben der nächsten Ordnung, praktisch gleichzeitig mit Pflanzen einer späteren Aussaat.

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Optimale Zeitpunkte für die Aussaat

Die Hauptmenge der Setzlinge verschiedener Tomatensorten zur Erhaltung des Samenbestands (sowohl frühe niedrigwüchsige als auch spätreifende hochwüchsige Sorten) ziehe ich ab April. Bis Ende Mai erhält man kräftige, gedrungene Setzlinge, die schnell im Boden anwachsen und deutlich weniger unter Sonnenbrand und Krankheiten leiden.

Die Aussaat führe ich im Zeitraum vom 1. bis 15. April durch, unter Berücksichtigung der Wetterbedingungen. Alle Behälter mit den Jungpflanzen werden in einem warmen, beheizten Raum aufgestellt, zum Beispiel auf der Veranda. Bis zum Auflaufen der Keimlinge ist keine Beleuchtung erforderlich, daher können die Kisten sowohl im Dunkeln als auch im Licht aufgestellt werden — das spielt keine Rolle. Einige Sorten beginnen bereits am zweiten Tag zu keimen, daher werden die Aussaaten zweimal täglich kontrolliert. Sobald die ersten 2–3 Schlaufen aus der Erde erscheinen, werden die Behälter sofort in vorbereitete Folienabdeckungen gebracht.

In solchen Abdeckungen entwickeln sich die Jungpflanzen bis zum Auspflanzen ins Freiland. Bei Drohung von Frösten werden improvisierte Heizmittel eingesetzt — von Ventilatorheizungen bis zu gewöhnlichen Kerzen. An warmen Tagen wird die Folie angehoben, um die Pflanzen allmählich an direktes Sonnenlicht zu gewöhnen.

Wie lautet der weitere Handlungsablauf

Die auf diese Weise gezogenen Jungpflanzen beginnen in der zweiten Sommerhälfte Früchte zu tragen. Dabei benötigen sie minimale Pflege und zeichnen sich durch eine hohe Resistenz gegen Krankheiten aus. In den letzten Jahren gelang es mir, Ernten ohne jegliche Behandlungen gegen die Kraut- und Knollenfäule zu erzielen — selbst der Einsatz von Biopräparaten erwies sich als überflüssig.

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