Wenn Sie schon einmal Erde gekauft oder Zimmerpflanzen umgetopft haben, dann haben Sie sicherlich weiße oder goldene Körnchen in der Erde gesehen. Dies sind Perlit und Vermiculit — die beliebtesten Bodenlockerungsmittel. Beide Materialien sind Minerale vulkanischen Ursprungs, verhalten sich aber nach der Verarbeitung völlig unterschiedlich. Wie Sie Ihre Pflanzen nicht ruinieren und diese Zusätze richtig einsetzen, lesen Sie in der Hilfe
Inhaltsverzeichnis:
Wie unterscheiden sich Perlit und Vermiculit äußerlich?
Wenn Sie die Tütchen in der Hand halten, ist es schwer, sie zu verwechseln. Perlit — ist ein weißes oder gräuliches Granulat, das an zerkleinertes Styropor oder Krümel erinnert. Es ist sehr leicht, staubt weißen Staub und fühlt sich hart und stachelig an (im Grunde genommen ist es geschäumtes Vulkanglas).
Vermiculit ist noch einfacher zu erkennen: Es hat einen goldenen oder bräunlichen Farbton, und seine schuppige Struktur erinnert an Glimmer oder trockene Maisflocken. Wenn man es zwischen den Fingern reibt, zerfällt es in dünne Plättchen und nicht in Staub wie Perlit.
Wofür werden Perlit und Vermiculit benötigt?
Perlit funktioniert wie ein kapillares System: Es nimmt Wasser nicht in sich auf (oder nur sehr schwach), sondern leitet es zwischen seinen Granulatkörnern hindurch. Seine Hauptaufgabe — ist die Drainage. Es lockert den Boden auf, macht ihn porös, sodass Sauerstoff zu den Wurzeln gelangt und überschüssiges Wasser schnell in den Untersetzer abläuft, ohne sich zu stauen.
Vermiculit — ist ein Schwamm: Es ist hygroskopisch wie Löschpapier. Eine Handvoll Vermiculit kann ein Flüssigkeitsvolumen aufnehmen, das das 4–5-fache seines Eigengewichts beträgt. Es saugt Wasser auf, quillt auf und gibt es dann langsam an die Pflanzenwurzeln ab. Daher ist es unverzichtbar, wenn Sie Angst haben, Ihre Blumen auszutrocknen, oder für ein paar Tage verreisen.
Für welche Pflanzen eignet sich Perlit, und für welche – Vermiculit?
Die Wahl hängt davon ab, welches Problem Sie lösen. Perlit (weiße Krümel) ist ideal für:
- Kakteen und Sukkulenten: Sie benötigen eine trockene, atmungsaktive Erde ohne Versauerung.
- Bewurzelung von Stecklingen: In reinem Perlit faulen Stecklinge seltener, da sich das Wasser nicht um den Stiel herum staut.
- Schwere Lehmböden: Um «toten» Lehm in leichte Erde zu verwandeln, wird genau Perlit benötigt.
Vermiculit (goldene Plättchen) wählt man besser für:
- Feuchtigkeitsliebende Pflanzen (Farne, Zyperngras): Es hält die Bodenfeuchtigkeit konstant.
- Setzlinge: Der Zusatz von Vermiculit in die Anzuchterde schützt die empfindlichen Wurzeln vor Austrocknung und Temperaturschwankungen.
- Hausblumenzucht: Wenn Sie keine Zeit für häufiges Gießen haben, schafft Vermiculit eine «Reserve» an Wasser.
Kann man Perlit und Vermiculit mischen?
Ja, es ist möglich und sogar empfehlenswert. Perlit gewährleistet die Luftzufuhr und den Abfluss überschüssiger Feuchtigkeit, während Vermiculit einen Puffer bildet, der Wasser und Nährstoffe zurückhält und verhindert, dass sie beim Gießen sofort aus dem Topf ausgewaschen werden. Der Goldstandard der Erdmischung für die meisten Zimmerpflanzen: Erde, Perlit und Vermiculit im Verhältnis 2:1:1 oder 3:1:1.