Die Hauptplage des Gartens im Winter ist keineswegs der Frost. Viel gefährlicher sind die raschen Temperaturschwankungen. Die Schwankungen von einem großen Minus zu einem großen Plus und zurück können weitaus mehr Schaden anrichten als stabiles Wetter bei minus 30 Grad. Zu den Schutzmaßnahmen gegen solche Unannehmlichkeiten wird oft das Weißen der Bäume empfohlen. Viele Experten halten diese Maßnahme jedoch für nutzlos. Wenn das so ist, wie kann man dem Garten dann unter extremen Bedingungen helfen?
Antwortet Agronom Peter Sinkowski:
— Über den Nutzen oder die Nutzlosigkeit des Weißens von Stämmen und Ästen der Bäume, darüber, ob es einen wirksamen Schutz vor Sonnenbrand oder Frostschäden bietet, kann man endlos diskutieren, und jeder bleibt bei seiner Meinung. Ich bevorzuge jedoch eine Art Kompromissvariante, indem ich die vielen Hobbygärtnern bekannte Kalkmilch verwende.
Für diejenigen, die nicht Bescheid wissen, erkläre ich: Vom Zusammensetzung her ist dies keine klassische Weißung, sondern lediglich sozusagen ihr Prototyp. Kalk — ist ein Stoff, bei dem man dreimal überlegen sollte, ob man ihn zum Schutz des Gartens einsetzen sollte. Tatsächlich lohnt es sich, aber nur sehr vorsichtig und dosiert.
Diese beiden Vorteile sind der erwähnten Kalkmilch eigen. Sie ist einfach zuzubereiten. Auf 10 Liter Wasser kommen 200 Gramm Kalk, nicht mehr. Am Vorabend jedes Tauwetters wird die Baumkrone mit dieser einfachen Lösung behandelt. Ein Eimer reicht für die Behandlung beispielsweise eines Apfelbaums im Alter von 5-10 Jahren. Die Milch ermöglicht es dem Baum, Temperaturschwankungen wirksam zu widerstehen: Bei so behandelten Bäumen ist der Anteil erfrorener Knospen praktisch null, während unbehandelte Bäume 20-30 Prozent ihrer Knospen verlieren.