In letzter Zeit konsultieren viele Datscha-Besitzer bei der Planung ihrer Arbeiten auf dem Grundstück den Mondkalender. Wir erklären, wann er aufkam und wie Sie ihn richtig nutzen.
Die Menschen haben schon lange bemerkt, dass Ebbe und Flut mit dem Mond zusammenhängen, und in der Landwirtschaft beobachtete man saisonale und tägliche Rhythmen, die man mit den Phasen des Erdtrabanten in Verbindung zu bringen versuchte. Die modernen Versionen der Mondkalender entstanden im 20. Jahrhundert, als die Ideen über die biodynamische Landwirtschaft systematisiert und praktisch angewandt wurden.
Als Begründer der Mondkalender gilt der österreichische Philosoph, Pädagoge und Esoteriker Rudolf Steiner (1861–1925). In 1924 legte er in seinem Vortrag in der Schweiz die Prinzipien des biodynamischen Ansatzes für Boden und Landwirtschaft dar, indem er vorschlug, den Boden als lebenden Organismus zu betrachten und die Arbeiten nach seinen Rhythmen auszurichten. «Alles, was aus dem Boden in die Pflanzenwelt kommt — in Form von sowohl wohltuenden als auch schädlichen Einwirkungen von unten — ist im Wesentlichen die reflektierte Strahlung des Kosmos», — hieß es unter anderem in seiner Rede.
Etwas später, in der Mitte des 20. Jahrhunderts, entwickelte die deutsche Forscherin Maria Thun die praktische Seite: Sie führte viele Jahre lang Experimente durch, wobei sie die Ergebnisse der Pflanzungen in verschiedenen Mondphasen und beim Durchgang durch die Tierkreiszeichen aufzeichnete. Im Jahr 1962 veröffentlichte Thun einen Kalender, der auf astronomischen Berechnungen basiert. Grundlage ist die Idee, dass Mond, Sonne und Planeten die Pflanzen unterschiedlich beeinflussen: Der Durchgang des Mondes durch die Tierkreiszeichen wird mit den vier «Elementen» (Erde, Wasser, Luft, Feuer) in Verbindung gebracht, die wiederum mit den Pflanzenteilen — Wurzeln, Blättern, Blüten und Früchten — korrespondieren. Thun behauptete, dass solche Berechnungen helfen, günstige Tage für Aussaat, Umpflanzung und Ernte zu wählen.
Heute ist das Verhältnis zu den Mondkalendern unterschiedlich: Manche sind der Meinung, dass in ihnen ein rationaler Kern steckt, während andere ihnen mit offener Skepsis begegnen.
«Der Mondkalender ersetzt nicht die Agrartechnik, das Wetter und den gesunden Menschenverstand, aber er hilft, günstigere Zeitfenster für Bewässerungen, Aussaten, Umpflanzungen, Schnitt und Vorratshaltung zu wählen, damit dieselben Anstrengungen mehr Ergebnisse und weniger Stress für die Pflanzen bringen», — sagt Julia Rolnik, Astrologin, Erforscherin von Zeitzyklen, Autorin zahlreicher Bücher über den Zusammenhang zwischen Mond und Gartenarbeiten.
Speziell für Sie hat Julia Rolnik einen Mondkalender für Hobbygärtner, Gärtner und Gemüsegärtner für das Jahr 2026 erstellt. «Dieser Kalender ist ein Arbeitswerkzeug, das nach den Mondphasen und den Übergängen des Mondes durch die Tierkreiszeichen erstellt wurde. Er ist praktisch, weil er astronomische Daten in verständliche Entscheidungen für jeden Tag umwandelt: was zu tun ist, was zu vermeiden ist, wohin man die Kräfte lenken sollte, wenn man nur eine Stunde auf dem Grundstück hat. Wichtig: Passen Sie die Praxis an das tatsächliche Wetter und die Phänologie (Bodenbeschaffenheit, Temperatur, Lichtverhältnisse, Entwicklungsphase der Kultur) an.»
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