Jede Sorte der Kirschpflaume kann leicht durch Veredelung gewonnen werden. Für die Veredelung dieses und jedes anderen Baumes benötigt man eine Unterlage (die Pflanze, an der die Einpflanzung eines Teils der gewünschten Sorte erfolgt) und ein Edelreis (einen Steckling oder eine Knospe, die von der Kirschpflaume der gewünschten Sorte genommen wird).
Inhaltsverzeichnis:
Wie man Kirschpflaume veredelt: Methoden und Schemata
Unterlagen können je nach Anbaubedingungen Samenunterlagen (aus Samen gezogen) oder aus Wurzelausläufern entnommen sein – mit diesen hat man weniger Mühe.
Wenn an die Sorte Anforderungen an Frostbeständigkeit gestellt werden, kann man das Reis der Kirschpflaume auch auf Pflaumen wie die Ungarische Moskauer, Eurasien 21, Wolga-Schönheit aufpfropfen; auch Filzkirsche und Schlehe eignen sich als Unterlage.
Samenunterlagen werden aus den Kernen reifer Kirschpflaumenfrüchte gezogen. Dazu werden die Kerne vom Fruchtfleisch getrennt, gewaschen und mit feuchtem Sägemehl vermischt, dann in einen kühlen Keller oder Kühlschrank gelegt.
Die Aussaat der Kerne erfolgt in der letzten Septemberdekade. Die Keimlinge der Kirschpflaume erscheinen im späten Frühjahr. Die Pflege besteht aus Unkrautentfernung und Bewässerung nach Bedarf. Nach einem Jahr sind die Sämlinge zur Veredelung bereit.
Zeitpunkte für die Veredelung der Kirschpflaume
Die Veredelung aller Pflanzen erfolgt zu zwei Zeitpunkten: von April bis Mai und von Juli bis August.
Für die Veredelung der Kirschpflaume im Frühjahr schneidet man die Stecklinge im späten Herbst und lagert sie im Kühlschrank oder Keller (in feuchtem Sägemehl). Für die Veredelung im Sommer werden die Stecklinge am Tag der Veredelung geschnitten, maximal ein paar Tage vorher, aber sie müssen im Kühlschrank aufbewahrt werden. Und nun betrachten wir die Methoden der Veredelung der Kirschpflaume.
Veredelung der Kirschpflaume durch ein Auge
Diese Methode der Veredelung von Kirschpflaumen und anderen Obstbäumen wird in der Mitte des Sommers durchgeführt. Vor der Veredelung muss der Baum gegossen werden. Die Arbeit wird am frühen Morgen durchgeführt, wenn die Luftfeuchtigkeit am höchsten ist, und zwar folgendermaßen. An der Unterlage werden alle Blätter entfernt, wobei nur kleine Blattstiele übrig bleiben.
Die Knospe wird mit einem speziellen Gartenmesser geschnitten, das sehr scharf sein muss. Der Schnitt der Knospe erfolgt zusammen mit einem Rindenstreifen (Gärtner nennen es Schild), die Länge des Schildes beträgt 2,5-3 Zentimeter, die Breite 0,5 Zentimeter. Eine der Methoden der Veredelung der Kirschpflaume durch ein Auge ist das Einsetzen des Schildes in einen T-förmigen Rindeneinschnitt an der Unterlage. Diese Stelle muss vorsichtig mit einem Polyethylenband umwickelt werden.
Veredelung der Kirschpflaume im Spalt
In diesem Fall verwendet man einen Steckling. Die Veredelung wird im frühen Frühling vor dem Saftfluss in den Baumgeweben durchgeführt. Eine solche Veredelung wird empfohlen, wenn die Durchmesser von Edelreis und Unterlage übereinstimmen oder wenn der Durchmesser der Unterlage etwas dicker ist als der des Edelreises.
Die Unterlage muss etwa 10 Zentimeter über dem Boden waagerecht abgeschnitten werden. Dann wird sie in der Mitte bis zu einer Tiefe von 3 Zentimetern gespalten. In diesen Spalt wird das Edelreis eingesetzt, dessen unterer Teil auf beiden Seiten keilförmig zugeschnitten ist. Die Veredelungsstelle darf nicht mit den Händen berührt werden.
Die Verbindung von Edelreis und Unterlage wird fest mit einem Polyethylenband umwickelt, und der Schnitt der Unterlage wird mit Baumwachs verschlossen.
Rindenveredelung
Diese Methode wird angewendet, wenn der Durchmesser der Unterlage den Durchmesser des Edelreises deutlich übersteigt. Der Ast oder Stamm der Unterlage wird abgeschnitten, in die Rinde werden mehrere Einschnitte gemacht, in die die vorbereiteten Edelreiser eingesetzt werden. Die Edelreiser sollten zwei Knospen mit einem schrägen Schnitt an der Unterseite haben.
Beim Einsetzen des Edelreises unter die Rinde der Unterlage sollte der Schnitt des Stecklings nach innen ausgerichtet sein. Danach wird die Veredelung abgebunden und die Wunden des Baumes verschmiert.