Vielen Gärtnern wird die Frage seltsam erscheinen. Denn mit Kartoffeln gehen sie normalerweise einfach um, das heißt, sie überlassen die Bewässerung ganz den Kräften der Natur. Wenn es regnet — wird er, sagt man, bewässern. Dafür schätzen viele die Kartoffel (wegen der fehlenden Notwendigkeit, sich ständig um die Wasserversorgung zu kümmern). Aber ist das wirklich so einfach?
Antwortet der Agronom:
— Wenn man von den Realitäten und Besonderheiten der Biologie der Kartoffel ausgeht, dann ja — sie benötigt keine in irgendwelchen besonderen, separat im Pflegeplan vorgeschriebenen Bewässerungen. Die Knollen werden normalerweise in bereits gut von der Natur befeuchtete Erde gepflanzt, außerdem enthalten sie selbst den für das Wachstum und die Bewurzelung notwendigen Feuchtigkeitsvorrat, so dass überschüssiges Wasser sogar schaden kann, indem es Voraussetzungen für das Auftreten von Fäulnis in verschiedenen Pflanzenteilen schafft.
Dennoch bei Eintritt von Trockenheit, besonders wenn sie von heißen Winden, sogenannten Suchoweis, begleitet wird, wird die Wasserhilfe für die Kartoffel nicht nur einfach benötigt, sondern wird zu einem Überlebensfaktor und einer einigermaßen anständigen Ernte. Bei Hitze und Trockenheit sollte man prüfen — wie tief der Boden im Kartoffelbeet ausgetrocknet ist? Wenn dieser Schwellenwert 10 Zentimeter überschritten hat, dann ist es an der Zeit, der Kartoffel durch entsprechende Bewässerung zu helfen.
Dann muss man pro Tag nicht weniger als drei Liter Wasser unter jeden Kartoffelstrauch gießen. Oder auch die Zwischenräume reichlich mit Wasser begießen, aber die erste Methode ist zuverlässiger. Nur noch eine Bedingung, die durch die Tatsache der Bewässerung selbst entsteht: am nächsten Tag muss die bewässerte Kartoffel — vor der nächsten Bewässerung — unbedingt gelockert werden (natürlich sehr vorsichtig, um weder dem Stiel noch den Blättern mechanische Schäden zuzufügen). Dies geschieht, damit keine trockene Kruste entsteht, die die Situation nur verschlechtern würde. Nach dem Ende der Trockenperiode kann man auf solche Bewässerungen auch verzichten.
Aber bei Spätfrösten, am Vorabend dieser, sollte man besser auf Bewässerung verzichten. Das Anhäufeln mit Erde schützt die Kartoffel besser als Feuchtigkeit. Diese Methode eignet sich für viele Gartengewächse als Schutz vor Kälteeinbrüchen, aber die Kartoffel ist in diesem Fall eine Ausnahme.