Der Wunsch, einen gut bewährten Johannisbeerstrauch zu vermehren, wird bei Hobbygärtnern (besonders Anfängern) oft unterdrückt. Einfach weil viele dies für eine zu komplizierte Angelegenheit halten, die nur Fachleuten möglich ist, oder sogar für völlig unmöglich. Dabei sind diese Befürchtungen völlig unbegründet. Denn es gibt eine zuverlässige und bewährte Methode zur Vermehrung von Johannisbeeren — durch Absenker. Wie wendet man sie in der Praxis an?
Der Agronom Pjotr Sinkowski antwortet:
— Ich warne gleich: Die folgende Prozedur muss sofort durchgeführt werden, solange die Knospen an den Büschen noch nicht aufgegangen sind. Wenn Sie zu spät sind — verschieben Sie es auf die nächste Saison.
Der Vorgang selbst ist denkbar einfach. Wählen Sie an dem gewünschten Johannisbeerstrauch die untersten einjährigen Triebe aus. Begrenzen Sie sich auf einen, maximal zwei Triebe pro Strauch, um den Hauptstrauch nicht zu erschöpfen und seine Fruchtbildung nicht zu beeinträchtigen. Die ausgewählten Triebe richten Sie vorsichtig gerade, legen Sie auf den Boden und fixieren Sie mit Klammern. Am besten mit metallischen, aber mit einer weichen Ummantelung.
Wenn an ihnen Triebe erscheinen und eine Höhe von etwa 10-12 cm erreicht haben, bestreuen Sie den Trieb mit Erde, sodass nur die Spitzen der Triebe von maximal 4-6 cm Länge an der Oberfläche bleiben. Nach weiteren drei Wochen — geben Sie erneut Erde hinzu.
Gießen Sie diese Triebe während dieser ganzen Zeit täglich und lösen Sie dabei einen beliebigen Bewurzelungsstimulator im Gießwasser auf. Vergessen Sie gleichzeitig nicht, die von Ihnen auf den Trieb geschüttete Erde sehr vorsichtig zu lockern. Verwenden Sie dazu am besten gar keine Werkzeuge, sondern machen Sie es einfach mit der behandschuhten Hand — denn es findet ein Bewurzelungsprozess statt und es ist sehr leicht, die neu entstehenden Wurzeln zu beschädigen, was unbedingt vermieden werden sollte.
Während die Triebe wachsen, geben Sie nach und nach Erde hinzu, sodass ihre Höhe an der Oberfläche 6-10 cm nicht überschreitet.
Eigentlich ist das alles. So «erziehen» Sie die fixierten Triebe bis Mitte Oktober. Teilen Sie dann mit einer gut geschärften und in einer dunklen Kaliumpermanganatlösung desinfizierten Gartenschere die Triebe, deren Ableger bereits zu Büschchen geworden sind, und pflanzen Sie sie an vorbereitete Stellen. Aus einem Strauch wurden mehrere mit völlig gleichen Eigenschaften.