Falle für Haustiere. Welche Pflanzen im Garten sind gefährlich für Katzen und Hunde

Die Tierärztin Taisija Iljina erzählt.

Das Gartengrundstück wird als sicherer Bereich für Tiere angesehen. Doch gerade hier erhalten Katzen und Hunde Zugang zu Pflanzen, von denen einige giftig sein können und selbst bei versehentlichem Kontakt Vergiftungen oder Reizungen hervorrufen können.

Versteckte Gefahr

Viele Pflanzen, die im Garten alltäglich sind, sehen harm­los aus. Sie wachsen auf benachbarten Grundstücken, werden in Baumschulen verkauft, zieren Blumenbeete und Gemüsebeete. Aber das bedeutet nicht, dass sie für Tiere un­gefährlich sind.

Haustiere können aus verschiedenen Gründen Interesse an Pflanzen zeigen: aus Neugier, aus Langeweile, beim Spielen oder einfach, um etwas zu probieren. Katzen kauen oft an Blättern, und Hunde können Wurzeln ausgraben oder Stängel kauen. Schon eine geringe Menge mancher Pflanzen reicht aus, um unangenehme Symptome hervorzurufen — von Verdauungsstörungen bis zu schwerwiegenderen Reaktionen.

Problemquellen

Es gibt einige Pflanzengruppen, mit denen Besitzer am häufigsten in Kontakt kommen. Dazu gehören Zierpflanzen, Sträucher und bestimmte Gartenkulturen.

Zum Beispiel sind Lilien gefährlich für Katzen. Schon eine geringe Menge Pollen kann schwere Vergiftungen auslösen. Tulpen und Narzissen enthalten Stoffe, die den Magen und die Schleimhäute reizen. Ziersträucher wie Buchsbaum oder Rhododendron können ebenfalls giftig sein, wenn sie gefressen werden.

Unter den üblichen Gartenpflanzungen stellen beispielsweise Tomatenkräuter und Kartoffelblätter ein Risiko dar. Sie enthalten Stoffe, die in größeren Mengen für Tiere unerwünscht sind. Selbst wenn das Haustier nicht viel frisst, ist regelmäßiger Kontakt oder Interesse an solchen Pflanzen ein Grund zur Vorsicht.

Es ist wichtig zu beachten, dass der Gefahrengrad nicht nur von der Pflanzenart abhängt, sondern auch von der Menge, die das Tier probiert haben könnte, sowie von seiner Größe und seinem Gesundheitszustand.

Der Instinkt versagt

Manchmal hört man die Meinung, dass Tiere selbst spüren, was sie fressen dürfen und was nicht. In der Praxis funktioniert das nicht immer, besonders wenn es sich um junge, aktive oder neugierige Haustiere handelt.

Welpen und Kätzchen erkunden die Welt durch Geschmack und Geruch. Auch erwachsene Tiere können Interesse an neuen Objekten zeigen, besonders wenn ihnen langweilig ist oder es ihnen an Aktivität mangelt. Außerdem haben manche Pflanzen einen Duft oder eine Textur, die Haustiere anzieht.

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Daher ist es nicht ratsam, sich allein auf den Instinkt zu verlassen. Es ist sicherer, vorab zu überlegen, welche Pflanzen erreichbar sind und wie der Kontakt mit potenziell gefährlichen Zonen eingeschränkt werden kann.

Grundstücksplanung

Auf Zierpflanzen muss nicht vollständig verzichtet werden. Wichtig ist, die Platzierung und Struktur des Grundstücks zu durchdenken.

Zonierung funktioniert gut. Man kann separate Bereiche ausweisen, zu denen das Haustier freien Zugang hat, und Zonen, in denen Pflanzen geschützt werden müssen. Beispielsweise können Beete mit potenziell gefährlichen Arten eingezäunt oder dort platziert werden, wo das Tier nicht viel Zeit verbringt.

Wenn das Haustier häufig auf dem Grundstück unterwegs ist, sollte man für offene Bereiche möglichst sichere Pflanzen und robuste Beläge wählen. Rasen, anspruchslose Gräser und Sträucher ohne toxische Eigenschaften schaffen eine Basis, auf der sich das Tier gefahrlos bewegen kann.

Auch Beete sollte man bedenken: Selbst wenn die Pflanzen an sich nicht gefährlich sind, können Düngemittel, Schädlingsbekämpfungsmittel und Bodenbearbeitung ein zusätzliches Risiko darstellen. In solchen Fällen ist es wichtig, entweder den Zugang zu beschränken oder schonendere und sicherere Pflegemethoden zu verwenden.

Manchmal liegt das Problem nicht an der Pflanze selbst, sondern an der Pflege. Chemische Behandlungen, Düngemittel und Insektizide können auf Blättern und Erde zurückbleiben. Das Haustier kann auf eine behandelte Stelle treten, sich die Pfoten lecken und eine unerwünschte Reaktion bekommen.

Auch saisonale Veränderungen sind zu beachten. Im Frühling und Sommer wachsen und blühen die Pflanzen aktiv, es entstehen Pollen, Samen und neue Triebe. In dieser Zeit nimmt das Interesse der Tiere in der Regel zu, und damit steigt auch das Risiko eines versehentlichen Kontakts.

Jetzt umsetzen

Wenn das Haustier regelmäßig auf dem Grundstück ist, ist es hilfreich, das Gelände abzugehen und zu beurteilen, welche Pflanzen frei zugänglich sind. Es ist nicht nötig, sofort alles zu ändern – es reicht zu verstehen, wo potenzielle Risiken liegen und wie man sie reduzieren kann.

Manchmal reicht es, einzelne Pflanzen umzusetzen, den Zugang zum Beet einzuschränken oder die Gartenpflegegewohnheiten zu überdenken. In anderen Fällen ist es sinnvoll, nach und nach einen Teil der Bepflanzung durch sicherere zu ersetzen.

Wichtig ist auch, das Verhalten des Haustieres zu beobachten. Wenn es sich häufig für eine bestimmte Stelle interessiert, Blätter anknabbert oder neben bestimmten Pflanzen gräbt, sollte man darauf achten und die Umgebung gegebenenfalls anpassen.

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