Wie frostbeständig ist die Gerste?
Wintergerste gehört zu den Langtagpflanzen und verträgt Fröste unter minus 12 Grad schlecht, wenn keine Schneedecke vorhanden ist. Besonders gefährlich für sie sind anhaltende Kälteperioden im Bereich von minus 12 bis minus 15 Grad sowie starke Temperaturschwankungen zu Frühlingsbeginn. Mit der Frühlingserwärmung beginnt die Kultur aktiv zu wachsen, daher müssen agrotechnische Maßnahmen zügig durchgeführt werden. Die Keimung der Samen ist bereits bei 1-2 Grad Wärme möglich, aber die günstigste Temperatur für das Auflaufen beträgt 6-8 Grad.
Der sowjetische Agronom Wladimir Stepanow, Autor von Lehrbüchern der Agronomie, definierte in seinen Büchern die Frostbeständigkeit der Gerste in den verschiedenen Entwicklungsstadien wie folgt:
- Auflaufen und frühe Wachstumsstadien. Junge Gerstepflanzen überstehen kurzfristige Fröste bis minus 6-8 Grad. Wintersorten sind dank der Herbstabhärtung widerstandsfähiger als Sommersorten.
- Bestockungsphase und Schossen (Erscheinen der ersten Seitentriebe und Verlängerung der Stängel). In dieser Zeit nimmt die Kältetoleranz ab. Fröste unter minus fünf Grad können die Blätter schädigen und das Wachstum verlangsamen.
- Blüte. Die anfälligste Phase. Selbst schwache Fröste −1…-2°C können die Ernte schädigen.
- Reife (Kornbildung). Diese Phase hält Temperaturen bis minus 2-4 Grad stand.
- Überwinterung der Wintergerste. Bei Schneedecke verträgt Wintergerste Fröste bis −15…-20°C, einige frostbeständige Sorten sogar −25°C. Allerdings können schneelose Winter mit starken Temperaturschwankungen die Saaten schädigen.
Was beeinflusst die Frostbeständigkeit der Gerste?
- Sorte. Wintersorten, z. B. «Wakula», «Seim», sind widerstandsfähiger als Sommersorten.
- Abhärtung der Pflanzen. Das allmähliche Absinken der Temperaturen im Herbst erhöht die Winterhärte.
- Saatteufe und Bodenfeuchtigkeit. Eine optimale Tiefe von 3-5 Zentimetern und eine moderate Feuchtigkeit schützen die Wurzeln vor dem Erfrieren.