Gemüseanbau im Winter. In Russland hat man einen Weg gefunden, bei Gemüse und Kräutern zu sparen.

Der Gemüseanbau — eine Möglichkeit für Hunderte von Russen, bei Lebensmitteln zu sparen. Aber was ist mit denen, die kein Wochenendhaus oder Grundstück in der Nähe des Hauses haben? Wir untersuchen, ob es kostengünstig ist, Gemüse und Kräuter auf der Fensterbank anzubauen.

So beginnen Sie

Um in der Wohnung Gemüse anzubauen, muss man eine «Garten-Ecke» einrichten. Dazu benötigt man Behälter für Setzlinge, Erde, eine Gießkanne, einen Behälter zum Absetzen von Wasser, Pflöcke und eine Pflanzenlampe.

Für Setzlinge müssen auf Online-Marktplätzen Untertassen oder fertige Minigewächshäuser mit Torf (der als Erde verwendet wird) im Set gekauft werden. Der Preis auf Marktplätzen pro Stück beginnt bei 0,36 €. Torf kann auch separat gekauft werden — eine Packung mit 10 Stück kostet im Online-Shop ab 0,16 €.

Wenn die Setzlinge herangewachsen sind, müssen sie in einzelne Töpfe umgetopft werden. Kleine Plastikübertöpfe kosten im Online-Shop etwa 0,80 €. Erde zum Füllen der Töpfe findet man in Baumärkten oder Blumenläden. Für einen großen Sack mit 50 Litern Erde muss man ab 2,98 € bezahlen.

Zur Bewässerung des Minigartens benötigt man eine Gießkanne. Der Korrespondent von «AiF» hat sie im Online-Shop für 2,32 € gefunden. Dort kann man auch Mini-Werkzeuge erwerben. Ein Set mit zwei Schaufeln und einem Rechen kostet 3,30 €. Ausgewachsene Tomaten und Gurken benötigen ebenfalls eine Stütze — Gartenpflöcke. Das günstigste Set mit zehn Stück wird für 1,37 € verkauft.

Zum Anbau von Gemüse im Winter verwenden moderne «Tischgärtner» Pflanzenlampen oder spezielle LED-Bänder für Pflanzen. Beide Optionen kosten etwa 3,00 €.

Zusammenfassung: Ein Starterset für Gärtner mit Minigewächshaus, zehn Bechern für herangewachsene Pflanzen, einem Sack Erde, Werkzeugen zur Blumenpflege und Beleuchtung kostet 21,33 €.

Saatgut ist das A und O

Natürlich kann man die üblichen großen Tomaten oder Gurken nicht auf der Fensterbank anbauen. Aber die Züchter stehen nicht still und haben spezielle Sorten gezüchtet, die man zu Hause pflanzen kann. Für eine Tüte Samen der «Balkon»Gurke muss man 0,71 € bezahlen, Mini-Tomaten kosten 0,78 € und Paprika 0,87 €.

Salate und Kräuter stehen separat. Rucola kostet 0,65 €, Basilikum 0,72 € – genau wie Kresse. Halbkopfsalat gibt es für 0,66 €, Dill für 1,02 € und Mangold für 0,81 €.

Zum Nachtisch: Erdbeeren – Samen für das Balkonbeet kann man auf dem Marktplatz für 0,90 € kaufen.

Rechnen wir: Gurken, Tomaten, Paprika, Rucola, drei Salatsorten, Dill und Erdbeeren auf dem Balkon anzupflanzen kostet 7,84 €.

Woran sparen?

Erfahrene Gärtner gehen, wenn sie einen Minigarten auf dem Balkon anlegen, nicht immer in den Laden – viele wissen, wie man bei Pflanzgefäßen und Töpfen sparen kann.

Zum Beispiel kann man ein Mini-Gewächshaus selbst bauen – aus dem unteren Teil einer Fünf-Liter-Flasche und einem durchsichtigen Beutel. Anstelle von Behältern für «erwachsene» Pflanzen verwendet man Tetrapaks, große Joghurtbecher oder halbe Flaschen.

Nicht alle kaufen auch komplette Pflegesets für Blumen: So werden Mini-Rechen durch eine normale Gabel ersetzt und Pflöcke aus trockenen Zweigen gemacht. Als Gießkanne kann eine große Flasche dienen.

Es gibt Orte, an denen Samen günstiger sind, erzählte Professor der Higher School of Business der Nationalen Forschungsuniversität Higher School of Economics Michail Akim. Wenn man sie nicht auf dem Marktplatz, sondern in den großen Hyper- und Baumärkten für Bau und Garten sucht, kann man Tütchen für 0,20 € finden.

Mit dem «sparsamen» Ansatz für den heimischen Gemüsegarten muss man nur Torftabletten für die Anzucht, eine Pflanzenlampe und Erde kaufen. Das kostet 6,14 €.

Licht, Wasser und Platz sparen

Damit das Gärtchen nicht zu viel Platz in der Wohnung einnimmt, empfiehlt Michail Akim, es auf den Balkon zu stellen. «Wenn Sie einen Garten auf dem Balkon oder der Loggia anlegen möchten, ist es sinnvoll, das Gärtchen vertikal anzuordnen. Dort ist es hell und wärmer als draußen, aber der Raum muss maximal effizient genutzt werden. Ich würde empfehlen, ein Gitterregal zu bauen und Pflanzgefäße mit Pflanzen daran zu hängen. Eine solche Konstruktion lässt sich leicht befestigen, und man muss keine Wände stemmen.» — erklärte der Experte.

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Pflanzen brauchen Licht und Wärme. Tagsüber fühlen sie sich auf dem isolierten Balkon wohl, und in der Dunkelheit schaltet man für das Gemüse spezielle Lampen und Heizgeräte ein. Michail Akim empfiehlt Gärtnern, dies nachts zu tun, weil nachts der Strom billiger ist und es draußen kälter ist. Und das ist auch umweltfreundlicher: «Tagsüber arbeitet das Energiesystem auf Hochtouren. Nachts ist der Tarif günstig, weil es Kraftwerke gibt, die nicht abgeschaltet werden können, und die Energie, die sie zu dieser Zeit produzieren, nirgendwo hin kann.»

Mit einem Tröpfchensystem kann Wasser gespart werden. Es besteht aus einer Flasche mit Wasser, von der Schläuche zu den Pflanztöpfen führen. Ein einfaches Set für ein solches System kostet 17,67 € im Online-Hypermarkt. „Mit diesem System wird direkt in die Erde gegossen, und die Pflanze hat immer Feuchtigkeit. Wenn man falsch gießt, auf die Blätter, kann sie krank werden“, erklärte Michail Akim.

Der Wirtschaftswissenschaftler betonte außerdem, dass der Anbau von Pflanzen zu Hause eine Möglichkeit sei, umweltfreundlichere Produkte zu erhalten als im Geschäft. „Zusätzlicher Transport und Lagerung in Handelsketten machen den Einsatz von Chemikalien und Bioziden erforderlich“, sagt der Experte. „Wenn Sie selbst etwas anbauen, können Sie diese negativen Auswirkungen auf den Körper und die Umwelt vermeiden.“

Wera Iwanowna Terechowa, Dozentin am Lehrstuhl für Gemüsebau der RGAU-MSChA benannt nach K.A. Timirjasew, rät, die eigenen Kräfte gut abzuwägen, bevor man einen Garten auf der Fensterbank oder dem Balkon anlegt. „Inwieweit ist das im Winter wirtschaftlich sinnvoll? 90 % der russischen Bevölkerung haben keine ordentlich isolierten Balkone“, bemerkt die Expertin. „Ich weiß nicht, wie rational es ist, mehrere hunderttausend hineinzustecken. Mir scheint, das ist wirtschaftlich nicht sinnvoll.“ Auch die Fensterbank als Garten fand bei der Expertin Zweifel. Ihrer Meinung nach müsse es eine sehr breite Fensterbank sein – sonst überhitze die Luft von der Heizung die Pflanztöpfe. „Wenn Sie etwas anbauen möchten, müssen Sie für die Pflanze alle optimalen Mikroklimaparameter einstellen: Beleuchtung, Temperatur, Wasserhaushalt usw.“, erklärte die Gesprächspartnerin.

Ist es im Laden nicht günstiger?

Blattsalat im Töpfchen kostet ab 0,60 €, eine Packung Rucola 1 €. Die Preise für Basilikum im Online-Shop beginnen bei 1,25 €. Gartenkresse ist deutlich teurer, 2,35 € pro Bund. Mangold findet man selten in den Supermarktregalen. Wo man ihn findet, muss man ab 1,10 € bezahlen.

Die Preiskönigin bleibt die Erdbeere – im Oktober steigt der Preis in den Geschäften deutlich. Derzeit kann man frische Beeren für 6 € pro 450 Gramm kaufen.

Der Gesamtpreis des „Korbs“ beträgt im Geschäft 14,76 €. Die Version von der Fensterbank, wenn man den Garten möglichst sparsam anlegt und das Saatgut im Hypermarkt kauft, ist günstiger – 7,94 €. Die „Luxusversion“ der Produkte von der Fensterbank ist teurer – 29,17 €.

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