Um eine frühe Kartoffelernte auf dem eigenen Gartengrundstück oder Gemüsebeet zu erzielen, wählt man kleine Knollen einer lokalen frühreifen Sorte aus. Dieser Vorgang wird im Herbst durchgeführt, wobei beschädigte Früchte und Wurzelgemüse mit offensichtlichen Krankheitsmerkmalen entfernt werden.
Saatkartoffeln werden in Kellern bei einer Temperatur von +1…+3 Grad und einer relativen Luftfeuchtigkeit von etwa 80% gelagert. Der Verbrauchssatz an Pflanzkartoffeln liegt bei 30-40 Kilogramm pro Ar.
Vorbereitung des Standorts und des Saatguts
Für den Anbau von Frühkartoffeln wählt man einen erhöhten Standort mit leichtem Boden, z. B. Sand oder Lehm. Um die Pflanzen mit Nährstoffen zu versorgen, werden im Herbst beim Umgraben mineralische und organische Dünger ausgebracht: 40 Gramm Superphosphat pro Quadratmeter und Humus.
Um innerhalb kürzester Zeit eine Kartoffelernte zu erzielen, müssen die Knollen vorgekeimt und erwärmt werden. Das Vorkeimen erfolgt in einer feuchten Umgebung unter Zugabe von Düngemitteln. Das Pflanzgut sollte ein Gewicht von 60 bis 100 Gramm haben, wobei große Knollen mehr Nährstoffe enthalten, sodass die Ernte früher reift.
Stark gekeimte Kartoffeln werden aussortiert, da ihre Keime beim Pflanzen abbrechen können, was die Reifezeit der Früchte verlängert.
Technologie des Frühkartoffelanbaus
Kartoffeln werden auf dem vorbereiteten Standort nach einem Schema von 65×30 oder 65×20 gepflanzt, wenn der Boden reich an Nährstoffen ist. Die Pflanzung der Knollen erfolgt in der letzten Aprildekade oder im Mai, wenn der Boden gut erwärmt ist; als optimal gilt eine Temperatur von 8 Grad in 10 Zentimetern Tiefe.
Um gerade Reihen zu erhalten, werden Kartoffeln entlang einer gespannten Schnur oder in eine mit einer Motorhacke gezogene Furche gepflanzt. Die vorgekeimten Knollen müssen in einer Tiefe von 5 Zentimetern unter der Erdoberfläche eingelegt werden. Etwa am 5. Tag werden sie die ersten Keime treiben.
Bei Aufgang der Setzlinge und Frostvorhersage werden sie mit Erde bedeckt oder mit Agrofaser abgedeckt. Die Unkrautbekämpfung erfolgt beim Auftreten von Unkräutern, in der Regel, wenn die Kultur eine Höhe von 10-15 Zentimetern erreicht hat. Am besten lockert man die Reihenzwischenräume nach Regenfällen.
Um Frühkartoffeln schneller wachsen zu lassen, wird etwa einen Monat nach dem Pflanzen der Knollen eine Düngung durchgeführt, indem 12 Gramm Harnstoff und 25 Gramm Ammoniumsulfat in 10 Litern Wasser aufgelöst werden. Diese Menge Flüssigdünger sollte für 1 m² Anbaufläche ausreichen.
Die zweite Düngung erfolgt während der Blütezeit, indem 30 Gramm Kaliumsulfat in einem Eimer Wasser aufgelöst werden. Pro Pflanze sollte 1 Liter dieser Lösung ausgegossen werden. Danach werden die Kartoffeln angehäufelt und man wartet auf ihre Reife.