Um bereits Anfang Juni die ersten Tomaten probieren zu können, kann man einen Teil der extrafrühen und frühen Sorten bereits in den ersten Februartagen für die Anzucht aussäen. Agronom Pawel Laguta hat die Vorgehensweise mitgeteilt.
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Die besten Tomatensorten für die Anzucht
„Die Anzucht erfolgt meist in Innenräumen auf der Fensterbank. Am besten eignen sich dafür stämmige, niedrig wachsende Tomaten mit verkürzten Internodien. Sie strecken sich kaum, vertragen Lichtmangel gut und behalten lange eine kompakte Form. Genau solche Sorten halte ich für optimal, um eine extrem frühe Ernte zu erzielen“, — rät der Agronom.
Zu den besten Sorten gehören:
- Buschmann,
- Drowa,
- Rosa Wetrow,
- Phytophthora-resistent (Fitous),
- Renet,
- Taimyr,
- Jogen,
- Tajana,
- Burschtin.
Eine vielversprechende Option für frühe Erträge sind auch Stecklinge von Zimmertomaten.
Was für die Aussaat benötigt wird
Für die Aussaat verwende ich Kisten mit einer Höhe von etwa 10 cm. Die Länge kann beliebig sein, und die Breite wird so gewählt, dass das Gefäß bequem auf die Fensterbank passt.
„Den Boden lege ich mit Folie aus, dann schütte ich eine etwa 1 cm dicke Schicht vollständig verrotteten Humus auf (frischer Mist ist absolut ungeeignet). Darauf gebe ich Erde, bis 4–5 mm unter den Rand der Kiste“, — teilt der Agronom seine Erfahrungen mit. „Erde für die Anzucht nimmt man am besten aus einem Waldstreifen oder dem eigenen Garten, wo zuvor keine Nachtschattengewächse angebaut wurden. Besonders geschätzt wird Erde von unter Akazien. Die obere Erdschicht entferne ich und verwende die tiefere Erde – aus einer Tiefe von etwa 10–30 cm. Solche Erde ist in der Regel durch Regenwürmer gut strukturiert, locker, enthält weniger Krankheitserreger und ist dennoch reich an organischen Stoffen und nützlicher Mikroflora. Dank der natürlichen krümeligen Struktur ist die Zugabe von Sand, Sägespänen oder anderen Lockerungsmitteln nicht erforderlich. Die Erde kann man schon im Herbst vorbereiten, indem man sie unter einem Vordach, auf dem Balkon oder im Gartenhof lagert.“
Einige nicht offensichtliche Tricks
- Zwei Tage vor der Aussaat gieße ich die Erde in den Kisten mit warmem Wasser unter Zugabe von Flüssigdünger auf Wurmhumusbasis, um den Boden mit Nährstoffen und nützlichen Mikroorganismen anzureichern.
- Vor der Aussaat ziehe ich mit einer dünnen Latte oder einem Lineal Rillen quer zur Kiste mit einer Tiefe von 1–1,5 cm im Abstand von 6–7 cm. Die vorbereiteten Samen lege ich in einem Abstand von 2 cm in die Rillen. Nach dem Auflaufen der Keimlinge vereinzele ich sie und vergrößere den Abstand zwischen den Pflanzen auf 4 cm.
- Nach der Aussaat fülle ich die Rillen mit Erde und ebne die Oberfläche vorsichtig ein. Das Gießen erfolgt nur mit einem Zerstäuber und warmem Wasser. Um Verwechslungen zu vermeiden, säe ich in jede Kiste nur eine Sorte aus. Wenn ich mehrere Sorten in einem Behälter unterbringen muss, trenne ich die Reihen mit Kartonwänden und bringe Etiketten mit den Namen an.
- Bis zum Auflaufen der Keimlinge decke ich die Kisten mit Glas ab oder lege sie in eine Plastiktüte und halte sie an einem warmen Ort bei 20–28 Grad. Es ist nicht empfehlenswert, sie direkt auf die Fensterbank zu stellen — Zugluft kann die Keimung beeinträchtigen. Die ersten Keimlinge erscheinen normalerweise am 3-5. Tag, aber alte Samen (älter als vier Jahre) können bis zu zwei Wochen keimen. Nach dem Erscheinen der Keimlinge entferne ich die Abdeckung und stelle die Kisten auf die Fensterbank.
- Damit die Setzlinge gleichmäßig wachsen und sich nicht zum Licht neigen, drehe ich die Kisten alle 1–2 Tage mit der anderen Seite zum Fenster.
- Bei niedrigwüchsigen Sorten wende ich kein Pikieren an. Stattdessen fülle ich in der Phase von 1–2 echten Blättern vorsichtig Erde bis zur Höhe der Keimblätter auf. Diese Methode fördert die Entwicklung des Wurzelsystems und vermeidet unnötigen Stress für die Pflanzen.
- Auf ähnliche Weise können die Setzlinge in Pappbechern, Plastikflaschen und anderen Behältern gezogen werden, die unbedingt mit Abflusslöchern versehen sein müssen. Praktisch und ordentlich sind spezielle Plastikbehälter mit Untersetzern, die in Gartencentern erhältlich sind.
Gießen, Düngen und Umtopfen
«Das Gießen der Setzlinge führe ich erst durch, nachdem die oberste Erdschicht angetrocknet ist — dies ist eine wichtige Vorbeugungsmaßnahme gegen die Schwarzbeinigkeit. Einzelne Düngungen verwende ich nicht, sondern kombiniere sie mit dem Gießen: Ich gebe dem Wasser vollständigen Mineraldünger für Setzlinge auf Basis von Biogumus in der halben empfohlenen Dosis, etwa alle 7-10 Tage. Eine gute stimulierende und schützende Wirkung erzielt das Besprühen der Setzlinge mit Epin, Immunozytophyt. Die Behandlungen führe ich alle zwei Wochen und unbedingt einen Tag vor dem Auspflanzen ins Freiland durch», fährt der Agronom in seinem Bericht fort.
Etwa eine Woche vor dem Umpflanzen kann man mit dem Abhärten der Setzlinge beginnen, indem man sie ins Freie bringt. Zunächst reichen 30 Minuten, dann wird die Zeit allmählich verlängert.
«Im Großen und Ganzen ist die Anbautechnologie für niedrigwüchsige Tomaten aller Reifezeiten gleich. Der Unterschied liegt nur in den Aussaatzeiten. Die Sorten, die für die Sommer-Herbst-Ernte und die Gewinnung von Samen bestimmt sind (mit Reifung ab Juli), säe ich auf ähnliche Weise, jedoch bereits ab Mitte April. Ende Mai bringe ich solche Setzlinge in die Gewächshäuser und erhalte kräftige, abgehärtete Pflanzen, die vollständig für die Auspflanzung ins Freiland bereit sind», beendete Laguta.