Veredelungen an Apfelbäumen, Birnen, Kirschen, Pflaumen und so weiter sind im ersten Winter nach dem Eingriff besonders anfällig. Daher sind Schutzmaßnahmen keineswegs überflüssig. Allerdings muss man darauf gefasst sein, dass sie nicht immer eine positive Wirkung erzielen. Gibt es eine Möglichkeit, dies zu vermeiden?
Es antwortet Agronom Wassili Jakowlew:
— Es liegt daran, dass der Spenderreis noch zu schwach ist, um allein mit den Wetterextremen fertigzuwerden. Daher muss man ihn auf jede Weise davor schützen und dies nach Möglichkeit maximal umsetzen. Am einfachsten gelingt dies, indem man die Veredelungsstelle mit Vliesabdeckmaterialien umwickelt, aber nicht mit schwarzen. Für die Schutzumwicklung eignen sich auch Schaumstoff und ähnliche Materialien mit vergleichbaren Eigenschaften. Grundsätzlich sind auch aus gewöhnlichem Sackleinen geschnittene Streifen geeignet, jedoch müssten diese im Winter ausgetauscht werden, da Sackleinen recht schnell seine für die Veredelung nützlichen Schutzeigenschaften verliert.
Polyethylen, Polypropylen, Polyvinylchlorid, Frischhaltefolie und insbesondere das von unerfahrenen Gärtnern häufig verwendete Klebeband (sowohl normales als auch Malerklebeband) sind dagegen für Veredelungen ungeeignet — aufgrund ihrer Luftundurchlässigkeit, die letztlich sowohl zu Erfrierungen als auch zu Fäulnis führen kann.
Für eine größere Wirkung sollte man auch den Schutz der Unterlage nicht vernachlässigen und nach Möglichkeit den Wurzelhals schützen. Grundsätzlich ist der beste Schutz dafür Schnee, aber bei extremen Temperaturschwankungen von Minus zu Plus und zurück ist es wünschenswert, dass sein Zustand unter Ihrer Kontrolle steht: rechtzeitig überschüssigen Schnee entfernen und rechtzeitig wieder nachlegen — das ist die Garantie für den Erhalt.
Es besteht jedoch eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Ihre Mühen vergeblich sein können. Wann ist das möglich? Im Falle eines fatalen Fehlers bei der Veredelung selbst: Sie haben möglicherweise die sortenspezifischen Eigenschaften der veredelten Pflanze und ihre Merkmale nicht berücksichtigt. Wenn die Spenderpflanze nicht winterhart, nicht frosthart ist — zu nahezu hundert Prozent wird das Edelreis den Winter nicht überleben. Allerdings gibt es auch eine positive Seite: Sie werden daraus lernen und beim nächsten Mal mit dem Edelreis keinen Fehler machen.