Richtige Erste Hilfe bei Schürfwunden: Vorgehensweise

Kleine Wunden und Schürfwunden sind ständige Begleiter des Menschen. Man kann sich nicht vollständig davor schützen. Dies gilt besonders für die Sommerzeit, wenn die Kleidung den Körper maximal freilegt.

Daher betrachten wir, wie man bei solchen Verletzungen richtig Erste Hilfe leistet.

Desinfektion der Hände des Helfers

Der erste Schritt, der oft übersehen wird. Der Grund liegt in einem hartnäckigen Stereotyp: „Wir desinfizieren die Wunde ja mit Antiseptikum, also wird nichts Fremdes hineingelangen.“

Man sollte sich jedoch nicht an dieses Konzept halten. Von den Händen können nicht nur feiner Schmutz, sondern auch Keime übertragen werden.

Und es ist nicht sicher, dass das anschließende Antiseptikum sie abtöten kann. Es ist durchaus möglich, dass die Keime bestimmte Komplikationen verursachen.

Daher ist der erste und wichtigste Schritt die Desinfektion der Hände mit Antiseptikum oder Kernseife. Alternative: Abreiben der Hände mit Alkoholtupfern.

Befreiung der verletzten Stelle von Kleidung und Schmuck

Diese Details können zusätzlichen Schaden verursachen. Zum Beispiel können sie zusätzlichen Schmutz einbringen oder versehentlich die Schadensfläche vergrößern. Auch Kleidung und Schmuck können eine ordnungsgemäße Wundversorgung behindern.

Reinigung der Wunde von Schmutz

Vor der Behandlung muss nicht nur die Wunde, sondern auch die umliegende Haut gereinigt werden. Mit einem weichen Tuch können feiner Schmutz und Staub entfernt werden. Mit einer Pinzette – kleine Steinchen, Blätter, Zweige.

Wichtig zu beachten: Ein solcher Eingriff sollte nur durchgeführt werden, wenn der Schmutz in den weichen Schichten der Wunde steckt und sich leicht entfernen lässt. Wenn erkennbar ist, dass der Gegenstand tief steckt oder sich nicht leicht herausziehen lässt, sollte man ihn besser nicht berühren. Und bis zur ärztlichen Untersuchung belassen. Dies hilft, schwerwiegendere Verletzungen zu vermeiden.

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Wundversorgung

Hier gilt es, ein sehr starkes Stereotyp abzulegen – die Verwendung von alkoholhaltigen Mitteln. Also das direkte Aufgießen oder Auflegen von Antiseptikum auf die offene Wunde. Das sollte man nicht tun. Und zwar überhaupt nicht. Grund: Nachdem das Antiseptikum auf die offene Wunde gelangt, erleidet der Verletzte einen starken Schockschmerz. Im besten Fall hat er einfach eine schlechte Laune und den Wunsch, den Frust irgendwie loszuwerden. Im schlimmsten Fall kann es aufgrund einer zu niedrigen Schmerzschwelle zum Tod kommen.

Daher sollte man anstelle von alkoholischem Antiseptikum entweder Wasserstoffperoxid oder eine Seifenlösung aus Kernseife verwenden.

Zu den üblichen Mitteln wie Jod und Brillantgrün ist gesondert zu sagen: Sie sollten nur um die Wunde herum aufgetragen werden, wobei die Wundränder zu behandeln sind. Auf keinen Fall darf das Mittel in die Wunde gelangen. Dies würde Reizungen und schwere Verbrennungen verursachen. Es tut nicht nur weh, sondern kann auch zu einer Vergrößerung der Verletzungsfläche führen. Übrigens erfahren Sie in unserem nächsten Beitrag, ob die Anwendung von Streptozid bei Wunden und Schürfwunden möglich ist.

«Nein» zu Cremes und Salben

In letzter Zeit ist ein modischer «Boom» für asiatische Arzneimittel ausgebrochen. Besonders betrifft dies Cremes und Salben. Dabei ist eine kleine Einzelheit zu beachten, die möglicherweise nicht in der Gebrauchsanweisung steht: Solche Mittel dürfen nur auf Hautstellen angewendet werden, die keine Verletzungen aufweisen. Das heißt, es dürfen keine Wunden, Pickel, Verbrennungen oder Schürfwunden vorhanden sein. Bei der Behandlung einer Wunde mit einer solchen Salbe (oder einer anderen) ist zu bedenken, dass die Substanz einen Ölfilm bildet, der das Eindringen von Luft verhindert. In der Folge beginnt die Wunde zu «schwitzen» und zu eitern, was zu einer Vertiefung einer einfachen Schramme und zur Entstehung einer unschönen Narbe führt.

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