Ganzjähriger Erdbeeranbau nach niederländischer Technologie
Was die niederländische Technologie auszeichnet, ist, dass der Erdbeeranbau das ganze Jahr über in Behältern unterschiedlicher Art und Größe betrieben werden kann.
Inhaltsverzeichnis:
Besonderheiten des Erdbeeranbaus nach niederländischer Technologie
Für den Anbau eignen sich Behälter, Töpfe sowie Plastikbeutel. Die wirtschaftlichste Variante der Aufstellung von Behältern war bis vor kurzem die vertikale Anordnung. Dem kann man nur zustimmen, wenn ein Gewächshaus mit Wänden aus transparentem Material eingerichtet ist. In solchen Gewächshäusern wird der Effekt der natürlichen Beleuchtung maximal genutzt.
Wenn die Behälter in einem Raum oder in einer Garage aufgestellt sind, ist bei dieser Anordnung eine gleichmäßige Beleuchtung recht problematisch zu gewährleisten. Aus diesem Grund ist die horizontale Anordnung der Töpfe mit Setzlingen die bevorzugte Variante.
Zusatzbeleuchtung
Außerdem sollte für die Setzlinge eine zusätzliche Beleuchtung bereitgestellt werden. Wenn für die Aufzucht der Setzlinge Plastikbeutel verwendet werden, ähnelt diese Variante bei horizontaler Anordnung am ehesten den natürlichen Bedingungen des Setzlingsanbaus auf kleinen Beeten.
Man darf jedoch nicht vergessen, dass sie nur in geschlossenen Gewächshäusern verwendet werden können, in denen nicht nur eine konstante Temperatur herrscht, sondern auch eine Belüftung vorhanden ist. Wenn diese Bedingungen nicht eingehalten werden, kann dies zu einer Überhitzung des Substrats führen. Das Wurzelsystem beginnt zu faulen. Bei fehlender Belüftung kann sich Fäulnis entwickeln. Bitte beachten Sie dies beim Erdbeeranbau nach niederländischer Technologie.
Behälter für den Erdbeeranbau
Die Erzeuger aus den Niederlanden und Belgien beginnen allmählich, von der Verwendung von Beuteln bei der Aufzucht von Erdbeersetzlingen abzurücken. Sie setzen zunehmend auf Kunststoffbehälter. Deren Hauptvorteil ist, dass sie nach einer erneuten hygienischen Behandlung wiederverwendet werden können.
Wenn man es rein praktisch betrachtet, sind vertikal angeordnete Kunststoffbehälter bequemer, da sie eine gleichmäßige Tröpfchenbewässerung mit Sammlung und Wiederverwendung von Wasser aus dem Drainagesystem ermöglichen. Es wird empfohlen, sich für weiße Behälter zu entscheiden, um eine bessere Beleuchtung im Gewächshaus zu gewährleisten. Eine charakteristische Eigenschaft von Weiß ist sein hohes Reflexionsvermögen.
Die vorbereiteten Behälter werden mit einem porösen Substrat gefüllt, das sich durch Feuchtigkeitsspeicherung auszeichnet und nicht toxisch ist. Als solches können nicht nur Behälter, sondern auch Säcke dienen. Mineralwolle, Kokosfaser und sogar leichter sandiger Boden mit gut verrottetem Mist und Sand (3:1:1) können als Substrat verwendet werden. Letzteres wird nicht empfohlen, da es relativ schnell Schädlinge anzieht und eine Quelle von Krankheiten darstellt.
Das Substrat wird am häufigsten aus Torf hergestellt. Seine Vorteile sind eine gute poröse Struktur mit hohem Absorptionsvermögen.
Neben Torf wird auch Perlit verwendet, dessen besondere Eigenschaft ist, dass es nicht zusammenbackt. Zudem verbessert es die Belüftung des Torfs. Die Setzlinge werden im versetzten Muster nach dem Schema 25×30 cm oder in zwei Reihen mit einem Reihenabstand von 40 — 50 cm gepflanzt. Wenn der Abstand zwischen den gesetzten Setzlingen geringer ist, kann dies zu einer Verdickung führen, wodurch die Beeren kleiner werden.
Pflege
Was die Pflege der Pflanzungen betrifft, besteht sie hauptsächlich in der Aufrechterhaltung einer konstanten Temperatur von 18 – 25 °C. Darüber hinaus muss eine Luftfeuchtigkeit von 70 — 80% sichergestellt werden. Diese wird durch wöchentliches Besprühen der Luft im Gewächshaus erreicht.
Vor der Blütezeit der Setzlinge sollte die Temperatur 21 °C nicht überschreiten. Während der Blütezeit sollte die Temperatur nicht über 28 °C steigen. Wenn keine Anlagen zur Regelung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Gewächshaus vorhanden sind, kann man auf kurzes Lüften des Raums zurückgreifen.
Da der Kohlendioxidgehalt in der Luft von 0,1% die Erntemenge beeinflusst, versucht man den notwendigen Gasaustausch im Gewächshaus durch Belüftung aufrechtzuerhalten. Man kann einfach Kerzen anzünden. Das Besprühen wird während der Blütezeit eingestellt. Dies ist notwendig, um zu verhindern, dass Feuchtigkeit auf die Blüten gelangt. Zudem sinkt die Krankheitsanfälligkeit der Pflanzen deutlich.
Beleuchtung
In Anbetracht der Tatsache, dass Erdbeeren lichtliebende Pflanzen sind, sollte das natürliche Licht beim Bau des Gewächshauses maximal genutzt werden. So können die Stromkosten für die Zusatzbeleuchtung gesenkt werden.
Die optimale Tageslänge beträgt 15 bis 16 Stunden. Wenn diese Bedingung eingehalten wird, kann bereits nach 35 Tagen die erste Ernte eingefahren werden. Beträgt die Tageslänge 8 Stunden, erscheint die Ernte erst nach 48 Tagen. Wenn im Raum künstliche Beleuchtung verwendet wird, sollte deren Ein- und Ausschalten täglich zur gleichen Zeit erfolgen.
Eine Zusatzbeleuchtung wird eingesetzt, wenn dies erforderlich ist. Die Verwendung von Gasentladungslampen mit einer Leistung von 40 bis 50 W ist hierfür die am besten geeignete Option. Zur Beleuchtung einer Fläche von 3 bis 6 m² reicht eine solche Lampe aus. Um die erforderliche Beleuchtungsstärke von 13.000 bis 15.000 Lux zu gewährleisten, werden 2 bis 3 Lampen benötigt. Mit ihrer Hilfe kann eine optimale Beleuchtung auf einer Fläche von 15 bis 20 m² erreicht werden. Dank dieser Maßnahmen ist ein ganzjähriger Erdbeeranbau möglich.
Bewässerung von Erdbeeren beim Anbau nach der holländischen Technologie
Die holländische Technologie sieht die ausschließliche Verwendung der Tropfbewässerung vor. Dadurch wird verhindert, dass Wasser auf die Pflanzen gelangt. Die größten Schwierigkeiten entstehen bei der Einrichtung eines solchen Systems. Für dessen Aufbau wird ein großer Behälter benötigt, der als Wasserturm dient. Von diesem sollten Schläuche mit einem Durchmesser von 60 bis 70 mm abgehen. Anschließend verringert sich der Durchmesser dieser Schläuche auf 25 mm. Zu den Behältern selbst werden Schläuche mit einem Durchmesser von 6 mm geführt.
Die Wasserzufuhr zu den Pflanzen in einem solchen System erfolgt durch Schwerkraft. Das Drainagesystem muss jedoch so eingestellt sein, dass von der gesamten zu den Pflanzen gelangenden Wassermenge nur 10 bis 15 % im Drainagesystem ankommen. Beachten Sie, dass das Wasser nur während der Bewässerung zugeführt werden darf, die übrigens 3- bis 4-mal täglich erfolgen sollte.
Spezielle Geräte und Instrumente sollten bei der Bewässerung in großen Gewächshäusern eingesetzt werden. Dann übernehmen sie die Bewässerung automatisch und vorschriftsmäßig. Mit ihrer Hilfe können auch die Substratacidität sowie die UV-Sterilisation des aus den Drainageöffnungen gesammelten Wassers für die Wiederverwendung kontrolliert werden.
Die Situation vereinfacht sich etwas, wenn es um die Einrichtung eines solchen Systems im Haushalt geht. Dennoch darf nicht vergessen werden, dass die Anforderungen an die Bewässerung bestehen bleiben.
Bestäubung
Eine rechtzeitige und richtige Bestäubung ist ebenfalls eine wichtige Voraussetzung für gute Ergebnisse im geschützten Anbau. Sie wird über mehrere Tage hinweg mit einem Pinsel durchgeführt. Auch kann ein Bienenstock ins Gewächshaus gebracht oder ein Ventilator verwendet werden, um den Wind zu simulieren.
Nach der Ernte
Um Geld zu sparen, müssen die Erdbeerpflanzen nach der Ernte nicht weggeworfen werden, sondern können zur Bepflanzung des Beetes verwendet werden. Für die Gewinnung neuer Setzlinge können sie als Mutterpflanzen dienen. Die gewonnenen Setzlinge können anschließend auf dem Markt verkauft werden.
Wir möchten darauf hinweisen, dass der Wechsel der Mutterpflanzen für die Anzucht von Frigo-Setzlingen alle 2 Jahre erfolgen sollte, und nicht wie üblich — einmal alle vier Jahre.
Wenn der Erdbeeranbau nicht Ihr Hauptziel ist, spielt die Größe der Beeren Ihrer Setzlinge keine große Rolle. Die Situation kann sogar vereinfacht werden, wenn Sie bartholose Erdbeeren anbauen, deren Beeren genauso schmackhaft sind wie die von Erdbeeren. Die Beeren der bartholosen Erdbeeren sind etwas kleiner als die der Sorten, die zur Treiberei verwendet werden. Diese Kultur steht der Erdbeere jedoch in der Gesamtertragsmenge nicht nach. Durch Teilung von 2-jährigen Büschen gewinnt man Setzlinge der bartholosen Erdbeere. Diese können im geschützten Anbau kultiviert werden.
Beim Anbau von Erdbeeren nach der niederländischen Methode tritt ein ernstes Problem auf. Es besteht darin, dass im Freiland bei heißem Wetter die Temperatur in den Beuteln erheblich ansteigt und die Wurzeln der Pflanzen zu faulen beginnen.
Fazit
Im Allgemeinen kann die Verwendung dieser Methode für Pflanzen akzeptabel sein, die in geschlossenen, belüfteten Räumen kultiviert werden.
Generell gibt es aber auch geeignetere Varianten, zu denen vertikale Wände und Rohrschalen gehören. Dies bietet folgende Vorteile: Platzersparnis sowie Einsparung von Substrat und der für die Bewässerung verwendeten Wassermenge.