Fast unbemerkt, aber noch vor kurzem war die einst so beliebte Erbse auf den Gartengrundstücken von einem Schleier des Vergessens überzogen. Heutzutage betrachten die meisten Hobbygärtner sie bestenfalls als Gründüngung: eine Pflanze, die den Boden mit Stickstoff anreichert, aber nicht mehr. So ist im Prinzip auch das Schicksal vieler Hülsenfrüchte. Sollte man sich dennoch an ihre anderen, einst grundlegenden Vorzüge erinnern?
Der Agronom antwortet:
— Auf jeden Fall. Die Erbse hat so viele Vorteile, von denen viele beliebte Gemüsesorten nicht einmal träumen. Sie ist sehr kälteresistent, benötigt wenig Platz auf dem Grundstück, und im Frühjahr kann man sie bereits bei einer Bodentemperatur von nur +2-3 ºC säen, wobei Sie die Ernte bereits im Juni haben, zusammen zum Beispiel mit der Heckenkirsche. Die Erbse wirkt sich hervorragend auf Karotten, Radieschen, Gurken, Kohlrabi, Petersilie aus, und diese wiederum auf sie. Kurzum — ihre Vorzüge sind zahlreich, plus natürlich der ausgezeichnete Geschmack.
Für frühe Frühjahrsaussaaten eignet sich zum Beispiel die Sorte Favorit. Die Sorte ist mittelhoch, mit einem sehr gleichmäßigen Ertrag, in der Hülse bis zu 10 gleichmäßige, süße, saftige Erbsen. Ideal für den Frischverzehr und für die Konservierung.
Noch mehr Süße kann die Sorte Gemüsewunder bieten, dabei sind die Pflanzen resistent gegen die meisten Standardkrankheiten, und im Gegensatz zu vielen anderen Sorten (wie demselben Favoriten) benötigt Gemüsewunder keine Stütze.
In Sachen Süße der Erbsen kann die Sorte Zuckerbonbon mit ihr mithalten. Zwar ist der Ertrag etwas geringer, dafür ist sie anspruchsloser in der Pflege und resistent gegen Lager.
Die kälteresistenteste Sorte ist Gloriosa. Sie liefert weniger Körner in der Hülse (6-7), aber ihr Geschmack ist viel feiner als bei den oben genannten, und er entfaltet sich vollends in konservierter Form. Die Sorte ist kälteresistent und anspruchslos an die Bodenfruchtbarkeit.
Nun und natürlich darf man die früheste Sorte nicht unerwähnt lassen — Alpha. Sie ist ebenfalls kälteresistent, reagiert jedoch nicht sehr gut auf Verstöße in der Agrartechnik und benötigt sowohl einen organisch reicheren Boden als auch rechtzeitiges Gießen. Dabei ist sie gegen die meisten Krankheiten resistent, und eine bessere Erbsensorte für frische Frühlingssalate werden Sie kaum finden.