Setzlinge können schnell eingehen, wenn sie in ungeeignete Erde gesät werden. Davon ist die Biologin Julia Kondratenok überzeugt. Zudem wird in Geschäften eine riesige Menge an fertiger Erde verkauft, aber nicht alle davon ist für Pflanzen geeignet, wie es auf den ersten Blick scheinen mag.
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Erdbriketts
In Gartenfachgeschäften trifft man oft auf Erdbriketts verschiedener Marken. Dies ist eine Neuheit, nicht jeder versteht, was das ist. In der Regel handelt es sich um gepresste Erde mit einem hohen Anteil an Torf und mit Zusatz von Düngemitteln sowie Vermiculit.
«Es ist wichtig, an der Erde zu riechen. Wenn Sie einen sauren Schimmelgeruch wahrnehmen, bedeutet das, dass das Material Probleme mit der Mikroflora hat», erklärte die Expertin.
Insgesamt, so die Biologin, ist diese Erde für Setzlinge geeignet, aber der Boden ist an sich grob.
Universalerde
Auf den Regalen sieht man oft auch fertige Universalerde verschiedener Firmen. Dies ist eine perforierte Erde, die «atmet».
«Dies ist eine dunkle Erde, man sieht Zusätze von Perlit, Sand, Torf, keine groben Fasern. Vom Aussehen her ist es eine gute Mischung, aber es ist wichtig, den pH-Wert zu messen, dann wird klar, ob die Erde für Setzlinge geeignet ist oder nicht. Denn oft kommt es vor, dass der angegebene pH-Wert nicht der Realität entspricht», bemerkte Kondratenok.
Anzuchterde
In Geschäften heißt er einfach «Für Setzlinge». Dies ist die günstigste Variante. Der Geruch ist angenehm, es bestehen keine Bedenken, auf den ersten Blick.
«Die Erde selbst ist gut zerkleinert, der Torf ist zersetzt, Niederungstorf, man sieht keine groben Verunreinigungen (Stängel, Sumpfgras). Wenn Sie diese Variante wählen, dann ist es besser, Lehm hinzuzufügen, der die Bindung des Bodens erhöht, und Vermiculit. Ansonsten ist die Erde für die Bepflanzung geeignet», bemerkte die Biologin.
Den pH-Wert messen
Wie Julia Kondratenok bereits erklärte, muss man bei allen Erden den pH-Wert messen, da oft die Angaben auf den Verpackungen nicht mit dem tatsächlichen Zustand übereinstimmen. Dabei hilft ein gewöhnliches Lackmuspapier, das in jedem Gartenfachgeschäft erhältlich ist.
Die Biologin gab in Schälchen jeweils etwa drei Esslöffel von jeder der drei Bodenarten. Sie fügte jeweils 50 ml Wasser hinzu, sodass die ganze Erde befeuchtet war.
«Bevor man den Boden mit Lackmus prüft, muss das Wasser von der Erde in einen separaten Behälter abgegossen werden und erst dort den Indikator eintauchen. Den Lackmus selbst legen wir für 15–20 Sekunden ins Wasser», fügte die Expertin hinzu.
Das Experiment zeigte, dass der Säuregehalt des Bodenbriketts bei etwa sechs liegt (nahe dem neutralen Bereich, geeignet), der des universellen bei etwa sieben (nahe dem neutralen Bereich, geeignet), und die Anzuchterde einen Säuregehalt von vier aufwies (sie benötigt eine Entsäuerung).