So sehr wir uns wünschen, dass es so wäre, und was wir oft als selbstverständlich betrachten — in Wirklichkeit ist es ganz und gar nicht so. Die Indikatoren der Bodenfruchtbarkeit sind nicht immer konstant, sie nehmen leider mit der Zeit ab.
Was beeinflusst den Boden
Viele Faktoren beeinflussen dies: Klimaveränderungen, Strukturstörungen während der Bodenbearbeitung, ungerechtfertigte Mengen an ausgebrachten chemischen Düngemitteln, Pestiziden und Herbiziden, die Vielfalt der angebauten Garten- und Gemüsekulturen, Vernachlässigung der Prinzipien der Fruchtfolge, Versalzung, Erosion, Auswitterung und Auswaschung und andere.
Bei der Bepflanzung mit geliebten und gewohnten Kulturen, der Pflege und der Ernte schenken wir oft nicht sehr viel Aufmerksamkeit dem, ohne das es unmöglich ist, reiche und qualitativ hochwertige Ernten zu erzielen — dem Zustand des Bodens im Garten, in den Gemüsebeeten, in den Blumenbeeten. Dabei ist das A und O von allem, wofür wir auf unseren Grundstücken arbeiten, in direkter Abhängigkeit — Bodenfruchtbarkeit = gute Ernte.
Die Fähigkeit eines erfolgreichen Gärtners, die Faktoren und Ursachen, die die Bodenfruchtbarkeit auf dem Grundstück verschlechtern, auf ein Minimum zu reduzieren und alles, was sie erhöhen kann, auf ein Maximum zu steigern, ist sehr wichtig. Diesem Aspekt sollte man große Aufmerksamkeit widmen, Erfahrungen studieren und lernen und sie in der Praxis anwenden.
Brache liegen lassen
Eine der radikalen Lösungen bei den ersten Anzeichen von Bodenerschöpfung — ist, ihn ruhen zu lassen, ihn für mindestens ein Jahr ohne Bepflanzung und Aussaat zu lassen. Wissenschaftler nennen dieses System der agrotechnischen Arbeiten — reine Brache. Eine solche Ruhe kommt dem Grundstück zugute. Natürlich gibt es nur wenige Gärtner, die ein ganzes Jahr lang auf «Boden»arbeiten verzichten, obwohl es auch in einer solchen Situation genug Arbeit gibt: Unkraut muss gejätet werden, unerwünschte Gäste auf dem Grundstück müssen bekämpft werden.
In der Praxis geht man so vor: Man lässt einen Teil des Grundstücks brach liegen, die restlichen werden bepflanzt, jährlich wechselnd. Wenn festgelegt wurde, welches Grundstück im nächsten Jahr ruhen soll, wird nach der Ernte der Boden so umgegraben, dass die obere Schicht nach unten gekehrt wird.
Unkraut muss unbedingt gejätet oder gemäht werden. Das gesammelte Unkraut, bei dem sich noch keine Samen gebildet haben, sollte in den Boden eingearbeitet werden. Großes Unkraut sollte man besser zerkleinern und erst dann in den Boden einarbeiten. Unter einer Erdschicht zersetzen sich diese Pflanzenabfälle und geben dem Boden wertvolle Nährstoffe. Unkraut ist reich an Spurenelementen, die es aus der Tiefe holt und ‚saugt‘. Die Anreicherung der oberen Bodenschichten mit diesen Spurenelementen wird durch das Einarbeiten der Abfälle in den Boden sowie durch die Verwendung von daraus hergestelltem Kompost, Mulch und Kräuterdünger erreicht. Dies ist eine Methode zur Bodengesundheit.