An Bäumen treten häufig Wunden auf, und selbstverständlich müssen sie behandelt werden, da die Pflanzen sonst absterben können. Doch es ist wichtig zu verstehen, wie man dies richtig macht, damit der Baum definitiv gesundet und heilt. Und die Geheimnisse kennt Biologin Julia Kondratenok.
Bevor Sie mit der Behandlung beginnen, bereiten Sie das sogenannte Operationsfeld vor. Nehmen Sie ein beliebiges dichtes Material. Das kann Folie oder Wachstuch sein. Legen Sie es so auf den Boden, dass Sie den Stamm damit umwickeln können.
Wunden entstehen nicht nur durch mechanische Beschädigung, sondern auch durch Krankheiten. Und auf jedem Rindenstück können sich Sporen von Schädlingen und Infektionen befinden. Wenn sie in den Boden gelangen, breiten sie sich sofort weiter aus. Genau aus diesem Grund muss der Stamm vom Boden isoliert werden.
Nehmen Sie nun das Gartenmesser und entfernen Sie vorsichtig die abgestorbenen Rindenteile. Wichtig: Verletzen Sie dabei keine lebenden Gewebe.
Der nächste Schritt ist die obligatorische Desinfektion der Wundoberflächen. Unser Experte empfiehlt, die Behandlung mit Kupferpräparaten durchzuführen. Das ist entweder Kupfersulfat oder Bordeauxbrühe. Die Lösung muss in einer Konzentration von fünf Prozent hergestellt werden. Das heißt, auf einen Liter Lösung sollten 50 Gramm des Mittels kommen.
Behandeln Sie anschließend den Stamm. Am besten mit einem Sprühgerät, da auf diese Weise die Wunden schneller verheilen, als wenn Sie sie mit einem Pinsel behandeln.
Lassen Sie es einige Stunden einwirken, das Mittel muss in das Holz einziehen. Und erst dann beginnen Sie mit der Spachtelmasse.
Julia Kondratenok kennt eine alte, bewährte Methode, die wirklich funktioniert. Es geht um Ton, der hervorragend hilft, Bäume zu heilen. Und wenn man noch etwas Kupfersulfat hinzufügt, erhält man eine Füllung mit heilender Wirkung.
Nehmen Sie Baulehm (1 kg), weichen Sie ihn vorher ein und geben Sie zwei Esslöffel Kupfersulfat hinzu, das Sie in heißem Wasser aufgelöst haben. Die Lehmpaste ist fertig, jetzt reiben Sie sie in den Stamm ein, damit sie in alle Risse und Spalten eindringt.
Und übrigens: Damit der Regen den Ton nicht vom Baum wäscht, wickeln Sie den Stamm mehrfach mit Mull. Ein solcher Verband bietet zudem Schutz vor Sonnenbrand im Winter.