Anbinden und Düngen. Wie man sich im Juni richtig um die Weinreben kümmert

Im Juni tritt in der Regel der entscheidende Moment der Weinrebe ein — die Blüte. Abhängig von Region und Wetterbedingungen kann dies Anfang oder Mitte des Monats geschehen. Der Winzer mit 20-jähriger Erfahrung, Walerij Kokorin, erklärte, wie man sich im Juni richtig um die Weinreben kümmert.

Das Wichtigste — während der Blüte nicht stören

Während der Blüte lässt man die Weinreben möglichst in Ruhe. Vor Blühbeginn sollte jedoch unbedingt eine Spritzung gegen Mehltau erfolgen. Danach — einfach beobachten und jegliche größeren Eingriffe vermeiden. 

«Geringfügige Arbeiten wie das Anbinden oder das vorsichtige Entfernen überflüssiger Triebe sind natürlich dennoch zulässig», präzisiert der Winzer.

Fruchtansätze — Zeit für die Düngung

Sobald anstelle der Blüten erbsengroße Fruchtansätze erscheinen, ist die Zeit für Bewässerung und Düngung gekommen. 

Der Juni — eine Zeit des aktiven Beerenwachstums. Die Pflanze muss Kräfte für die Ausbildung der Ernte entwickeln. In dieser Phase ist die Verwendung von Mehrnährstoffdüngern wie Azofoska (Stickstoff, Phosphor und Kalium) zulässig. 

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«Allerdings sollte man sie vorsichtig und in begrenzten Mengen anwenden. Ein Stickstoffüberschuss bei heißem Wetter kann der Rebe schaden», warnt der Experte.

Ende Juni 

Gegen Ende des Monats sollte Stickstoff ausgeschlossen werden. An die Stelle von Azofoska treten Düngemittel, die reich an Phosphor, Kalium und Magnesium sind. 

Ein gutes natürliches Mittel bleibt Holzasche. Je nach Baumart kann sie reich an verschiedenen chemischen Elementen sein. Stickstoff ist in der Asche nicht enthalten, dafür jedoch ein ganzer Komplex an Mikronährstoffen, die für die Weinreben nützlich sind.

Ständiger Rückschnitt und Gesundheitskontrolle

Während des gesamten Juni wird der Rückschnitt der Geiztriebe und das Köpfen — das Kürzen der Triebe zur Kontrolle des Rebenwachstums — fortgesetzt. 

Ebenso wichtig ist es, die Gesundheit der Rebstöcke zu überwachen. Alle 15–20 Tage, insbesondere bei unbeständigem Wetter, wird eine rechtzeitige Schädlingsbekämpfung durchgeführt. Pilzkrankheiten treten am häufigsten bei starken Temperaturschwankungen auf, wenn die Nächte kühl und die Tage heiß sind. 

Wenn die Temperaturen tagsüber und nachts stabil heiß sind und das Wetter trocken ist, kann ein chemischer Pflanzenschutz möglicherweise entfallen. Allerdings steigt die Notwendigkeit einer regelmäßigen Bewässerung mindestens alle zwei Wochen. 

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