Veilchen — sind beliebte Zimmerpflanzen vieler Gärtner. Wegen ihrer üppigen Winterblüte und leuchtenden Blütenblattfarben haben sie sich trotz ihres kapriziösen Wesens die Liebe der Gärtner erobert. Wir sprachen mit dem Vorsitzenden der Organisation «Gärtner Russlands», Andrei Tumanow — er erzählte, welche Sorte als die beliebteste gilt, welche Besonderheiten andere Arten haben und wie man ein echtes Veilchen nicht mit seinem duftenden «Doppelgänger» verwechselt.
Inhaltsverzeichnis:
Die beliebteste — ist das Wittrock-Veilchen
Laut Andrei Tumanow erfreuen sich unter allen Sorten besonders die Stiefmütterchen, auch Wittrock-Veilchen genannt, großer Beliebtheit bei Gärtnern und Landschaftsgestaltern. Sie sind am häufigsten in Blumenbeeten, Balkonkästen und auf Stadtstraßen zu sehen.
«Die bekanntesten — sind die Stiefmütterchen, also die Violen. Das Wittrock-Veilchen — ist bereits eine Hybride, eine sehr komplexe Hybride», — erklärt der Experte.
Diese Sorte zeichnet sich durch leuchtende Blütenblattfarben, Kältebeständigkeit und eine lange Blütezeit aus. Die Pflanze ist anspruchslos, sie lässt sich leicht zu Hause anbauen oder als fertige blühende Setzlinge kaufen — dann erfreut sie das Auge die ganze Saison.
«Mittlerweile wird eine riesige Menge an fertigen blühenden Setzlingen verkauft. Sie kaufen die blühenden Setzlinge in Töpfen, pflanzen sie irgendwo ins Blumenbeet, und sie blüht bei Ihnen weiter — praktisch mehrere Monate lang. Das ist sehr praktisch», — rät Tumanow.
Was Gärtner noch lieben: Duft und Pflegeleichtigkeit
Den zweiten Platz in der Rangliste der Beliebtheit belegt das Duftveilchen (Viola odorata) — eine Sorte mit zartem Duft und kompakten Büschen. Es gibt auch das Hornveilchen (Viola cornuta) — eine Sorte, die den Stiefmütterchen im Aussehen nahekommt. Diese Sorten erfreuen mit einer Vielfalt an Farben: violette, gelbe, zweifarbige und sogar gestreifte.
«Manche mögen einfarbige, es gibt zum Beispiel gelbe, violette. Aber in der Regel werden mehrfarbige ausgewählt», — bemerkt Tumanow.
Interessante Tatsache: Unter den Veilchen gibt es einjährige, zweijährige und mehrjährige Pflanzen. Manche, wie das Feldveilchen (Viola arvensis), wachsen wie Unkraut — ihre winzigen Blüten sind kleiner als ein kleiner Finger.
Matthiola: Ein Veilchen, das kein Veilchen ist
Eine Ausnahme bildet die sogenannte Nachtviole — eigentlich ist es eine Matthiola. Trotz des Namens gehört sie nicht zur Gattung der Veilchen, wird aber aufgrund ihres charakteristischen Dufts, besonders am Abend, oft verwechselt.
«Die Nachtviole ist überhaupt kein Veilchen, es ist eine andere Pflanze. Sie ist sehr beliebt, mit einem originellen nächtlichen Duft. Äußerlich bescheiden, aber der Duft ist fantastisch», — sagt Tumanow.
Die Nachtviole wird oft auf Balkonen, in Kästen und in der Nähe von Fenstern gepflanzt: zu Abend öffnen sich ihre Blütenblätter und erfüllen den Raum mit einem angenehmen, zarten Duft.
Einige wichtige Tipps vom Experten
Andrej Tumanow rät auch Anfängern, keine Angst vor dem Anbau von Veilchen zu haben. Sie benötigen keine aufwendige Pflege — es reicht, sie rechtzeitig zu gießen und nach Möglichkeit zu düngen.
«Wenn Sie die Möglichkeit haben zu düngen — gut. Wenn nicht, wachsen sie von selbst. Wenn Sie gießen können — gießen Sie. Wenn Sie nicht gießen, werden sie trotzdem höchstwahrscheinlich nicht eingehen», — versichert er.
Der Experte betont außerdem: Wenn Sie eine bestimmte Farbe oder Form wünschen, kaufen Sie besser fertige Setzlinge, als sie aus Samen zu ziehen — es besteht die Gefahr von Sortenverwechslung.
Welche weiteren Veilchensorten gibt es?
Veilchen werden nach vielen Parametern klassifiziert: Rosettengröße, Typ und Form der Blütenblätter, Färbung, Vorhandensein von Füllung und sogar Blattstruktur. Einige davon:
- Miniatur (Rosette 6–12 cm),
- Standard (20–40 cm),
- Riesen (bis zu 60 cm),
- Blüten einfach, halbgefüllt und gefüllt,
- Form: klassisch, Stern, Glocke, Schale,
- Färbung: einfarbig, zweifarbig, Fantasie, Chimären.
In der Natur gibt es mehr als 500 Veilchenarten, und jeder kann seine ideale finden.