Im Botanischen Garten der Moskauer Staatsuniversität «Aptekarskij Ogorod» hat erstmals in der Geschichte eine der stinkendsten Blumen der Welt geblüht — der Stinkende Simplokarpus, auch bekannt als «Fleischblume». Diese Pflanze ist nicht so sehr für ihr Aussehen bekannt, sondern für ihren starken Geruch, der an verwesendes Fleisch erinnert. Lassen Sie uns erfahren, welche anderen Pflanzen einen so unangenehmen Geruch haben und die man nicht im Garten pflanzen sollte.
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Amorphophallus titanum, oder die Leichenblume
Während der Blütezeit verströmt diese recht attraktive Blume einen starken Verwesungsgeruch, um Bestäuber anzulocken — hauptsächlich Fliegen und Käfer, die sich von Aas ernähren.
Die Blüte erfolgt äußerst selten und dauert nur wenige Tage. Dabei steigt die Temperatur im Blütenstand, was die Ausbreitung des Geruchs verstärkt und die Duftstoffe «verdampfen» lässt.
Die Blüte enthält eine hohe Konzentration von Methionin — einer Aminosäure, die sich in schwefelhaltige Verbindungen umwandelt, die den charakteristischen «Leichengeruch» erzeugen. Es wurde auch Putrescin nachgewiesen — eine Verbindung, die direkt mit dem «Geruch des Todes» verbunden ist. Diese Stoffe führen zur Bildung von Dimethyldisulfid und Dimethyltrisulfid — Bestandteile, die für den so charakteristischen Duft der Blüte verantwortlich sind.
Helicodiceros muscivorus, oder die Tote-Pferd-Lilie
Aussehen und Geruch rechtfertigen den Namen vollkommen: unscheinbare Blüten sind zu einem grünen Kolben zusammengefasst, der mit spärlichen schwarzen Haaren bedeckt ist und an einen abgestoßenen Schwanz erinnert. Das Ganze ist umgeben von einer großen, faltigen Spatha von schmutzig-burgunderroter Farbe, die an die Haut eines verwesenden Tieres erinnert. Der Geruch der Blüte ist entsprechend: stechend, wie von verdorbenem Fleisch.
Dieser «Duft» lockt Fliegen an. Die Fliegen, getäuscht von Aussehen und Geruch, fliegen tief in den Blütenstand, um einen Ort zur Eiablage zu suchen. In der Blütenkammer gefangen, sind sie in der Falle. Am nächsten Tag welken diese Härchen, und die Fliegen können wieder ins Freie gelangen, bereits mit Pollen bedeckt. Sie fliegen weiter und wiederholen dieses Szenario an einer anderen Blüte, wodurch die Bestäubung gewährleistet wird.
Die Blüte des Helicodiceros ist ein seltenes und kurzlebiges Ereignis. Er bereitet sich lange darauf vor, blüht aber nur einen Tag. Am zweiten Tag verliert der Blütenstand seinen Geruch, verwelkt und ist für Insekten nicht mehr attraktiv.
Voodoo-Lilie
Die Voodoo-Lilie ist eine ungewöhnliche und eindrucksvolle Pflanze, deren Wachstum im Mai beginnt. Zu dieser Zeit erscheint die Blüte: ein dunkelbrauner Kolben und eine Spatha mit vertikaler Ausrichtung. Die Spatha selbst ist mit Flecken in grünlich-weißen und rötlich-braunen Tönen bedeckt. Sobald der Kolben seine volle Höhe erreicht hat, beginnt sich die Spatha einzurollen.
In diesem Moment steigt die Temperatur im unteren Teil der Blüte an. Gleichzeitig verbreitet sich ein stechender unangenehmer Geruch, der für Fliegen sehr attraktiv ist. Diese Insekten werden zu den Bestäubern der Pflanze. Für den Menschen ist der Geruch jedoch so abstoßend, dass empfohlen wird, beim Betrachten der Blüte eine Nasenklammer zu verwenden.
Nach dem Ende der Blüte verschwindet der Gestank, und die Pflanze bildet ein großes, leuchtend grünes Blatt mit gefleckten Blattstielen.
Es ist wichtig zu beachten, dass alle Pflanzenteile giftig sind, daher ist beim Umgang mit der Pflanze Vorsicht geboten.
Stinkender Simplokarpus
Die Hauptdekoration der Pflanze — ist der effektvolle Blütenstand mit einem weinroten, schnabelförmigen Hochblatt, das sofort nach der Schneeschmelze erscheint. Vor der noch nicht erwachten Natur wirkt der Stinkende Kohl besonders exotisch. Allerdings verströmen alle seine Teile einen charakteristischen, ziemlich stechenden und unangenehmen Geruch, der an Knoblauch erinnert.
Das Hochblatt des Stinkenden Kohls ist groß. Bei ausgewachsenen Pflanzen kann seine Länge 15–22 cm erreichen. Es ist etwa einen Monat lang dekorativ, danach beginnt es nachzudunkeln, zu schrumpfen und stirbt allmählich ab. In diesem Hochblatt befindet sich der eigentliche Blütenstand — ein kurzer, runder, dicker Kolben.
Die Blüte beginnt 7–10 Tage nach dem Erscheinen des Hochblatts an der Erdoberfläche und dauert etwa 20–25 Tage. Etwa zur gleichen Zeit beginnen die Blätter zu wachsen. Sie sind grundständig, sitzen an langen Blattstielen, haben eine schöne herzförmige Form und sind ziemlich groß: 30–37 cm lang und 28–32 cm breit. Die Blätter behalten den ganzen Sommer über ihre dekorative Wirkung und beginnen mit den ersten Herbstfrösten abzusterben.
Die Samen des Stinkenden Kohls reifen bis August. Unter den Bedingungen Zentralrusslands übersteht die Pflanze den Winter ohne zusätzlichen Schutz.
Lysichiton americanus
Eine dekorative, üppige mehrjährige Pflanze, deren Blüte bereits Ende April beginnt. Die Blüten sind kleine Kolben-Blütenstände, umgeben von großen Hochblättern von bis zu 20 cm Länge. Der Name der Pflanze stammt aus dem Griechischen und bedeutet «den Mantel verlierend» — dies bezieht sich darauf, dass das Hochblatt nach der Blüte vertrocknet und abfällt.
Die Blütenstände verströmen einen unangenehmen Geruch, weshalb die Pflanze im Volksmund «Stinkkohl» genannt wird.
Die Pflanze blüht in den ersten drei Jahren nach der Pflanzung nicht. Lysichiton neigt nicht zur Ausbreitung, daher wird er oft als dekorative Bereicherung schattiger Gartenbereiche verwendet.