Vielen mag die Frage seltsam erscheinen, denn der Rasen ist im Winter wohl kaum verdächtig, die Aufmerksamkeit der Gärtner zu verlangen. Sobald der Schnee schmilzt — dann ist das eine andere Sache, aber vorerst — von welcher Pflege kann die Rede sein? Das ist nicht ganz richtig. Selbst ein nach allen Regeln in den Winter geschickter Rasen verlangt im Laufe des Winters so einiges. Was denn genau?
Es antwortet die Landschaftsarchitektin Olga Woronowa:
— Im Winter sprechen wir beim Rasen nicht so sehr darüber, was getan werden muss, sondern eher darüber, was nicht getan werden sollte. Und die Liste dieser «Nicht-Notwendigkeiten» ist zwar klein, aber wichtig für die helle und problemlose Zukunft der Wiese.
Also, erstens: Achten Sie, wie auch im Garten und Gemüsebeet, auf die Schneedecke. Und solange diese nicht eine Höhe von 25-30 Zentimetern erreicht hat, gehen Sie besser nicht auf den Rasen.
Zweitens: Auch wenn die genannte Schneeschicht vorhanden ist, wird empfohlen, ohne Notwendigkeit nicht auf den Rasen zu gehen. Und es ist völlig untersagt, darauf winterliche Grillfeste und andere Vergnügungsveranstaltungen wie Silvesterfeuerwerke und dergleichen zu veranstalten. Übermäßiges Trampeln kann im Frühjahr zu kahlen Stellen und abgestorbenen Grasflächen führen.
Drittens: Es ist sehr wünschenswert, die Bildung einer Eiskruste auf dem Rasen zu vermeiden, die im Laufe des Winters gelegentlich entsteht und das Atmen von Gras und Boden behindert. Nach Möglichkeit sollte man sie beseitigen, indem man sie durch eine Schicht normalen Schnees ersetzt.
Schnee auf den Rasen zu streuen ist sehr nützlich: In Zeiten anhaltender Kälte ist es besser, die Schneehöhe bei etwa einem halben Meter oder sogar mehr zu halten. Und auch hier gilt: Ohne besondere Notwendigkeit sollte man nicht auf dem Rasen herumlaufen.