Nördliche Zitronen. Der Chaenomeles-Strauch verschönert den Garten, und die Früchte stärken die Gesundheit.

Viele Gärtner kennen die Zierquitte bis heute nicht oder ziehen sie ausschließlich wegen der prächtigen Blüte, ohne zu ahnen, wie wertvoll die Früchte sind. Dabei vereint dieser Strauch dekorativen Wert, Anspruchslosigkeit und einen großen gesundheitlichen Nutzen.

Wir lernten die Zierquitte zufällig kennen: Sträucher mit orangeroten Blüten begegneten uns in einem Sägewerk. Wir gruben einige Pflanzen aus und pflanzten sie entlang des Zauns. Heute sind sie zu einer niedrigen lebenden Hecke herangewachsen, die zweimal im Jahr erfreut: im Frühling, wenn der Strauch in hunderten scharlachroter Blüten erstrahlt, und im Herbst, wenn die Zweige mit duftenden „Zitronchen“ übersät sind.

Beschreibung und Herkunft

Die Zierquitte gehört zur Familie der Rosengewächse. Ihre Heimat ist Ostasien, wo sie in Japan, China und Korea wächst. Es ist ein laubabwerfender Strauch mit einer Höhe von 1 bis 1,5 Metern. Die Blütezeit dauert 20–25 Tage, und an einem ausgewachsenen Strauch öffnen sich gleichzeitig bis zu 300 Knospen.

Züchter haben Sorten mit weißen, rosa, korallenroten und gefüllten Blüten hervorgebracht, wodurch die Zierquitte häufig in der Landschaftsgestaltung verwendet wird.

Die Früchte ähneln äußerlich kleinen Äpfeln oder Quitten, besitzen ein starkes Aroma und eine hohe Konzentration an Vitamin C. Nicht umsonst werden sie „nördliche Zitronen“ genannt. Von einem Strauch lassen sich bis zu 4–5 Kilogramm ernten.

Anbau und Pflege

Die Zierquitte bevorzugt sonnige Standorte. Im Schatten blüht sie schlechter und trägt kleine Früchte. Sie ist anspruchslos an den Boden, gedeiht aber besser auf Lehmböden, denen Humus und etwas Sand beigemischt werden. Dank ihres kräftigen Wurzelsystems verträgt sie Trockenheit leicht, daher ist eine Bewässerung nur in besonders heißen Monaten erforderlich.

Im Winter hält der Strauch Fröste bis —30°C aus, insbesondere unter Schnee. Höhere Zierformen sind vorzugsweise mit Reisig abzudecken.

Die Pflege des Strauchs ist minimal: Lockern des Bodens, Entfernen von Unkraut, Mulchen und leichter Schnitt.

Vermehrung

Die Zierquitte lässt sich durch Samen vermehren, aber dann bleiben die Sortenmerkmale nicht immer erhalten. Zuverlässiger ist es, Stecklinge, Absenker oder Wurzelausläufer zu verwenden. Samen sät man am besten im Herbst — über den Winter durchlaufen sie eine natürliche Stratifikation und keimen im Frühjahr gleichmäßig.

Bei der Vermehrung durch Veredelung werden als Unterlage Sämlinge von Chaenomeles sowie von Gemeiner Quitte, Eberesche, Birne, Weißdorn oder Felsenbirne verwendet. Die Augenveredelung wird Ende Juli bis August durchgeführt, die Stecklingsveredelung im zeitigen Frühjahr zu Beginn des Saftflusses, solange die Knospen noch nicht ausgetrieben sind. Die Veredelungstechnik ist dieselbe wie bei anderen Obstkulturen. Die Veredelung mit einem Steckling „hinter die Rinde“ wird im Frühjahr während des aktiven Saftflusses durchgeführt, während die Spaltveredelung oder Kopulation sogar vor dessen Beginn erfolgen kann.

Moderne Sorten

Heute wurden zahlreiche Sorten gezüchtet, die sich nicht nur durch die Blütenfarbe, sondern auch durch die Größe der Früchte unterscheiden. Die Züchter waren die ersten, die Chaenomeles als Obstkultur ansahen. Zu den beliebtesten Sorten zählen:

  • „Nika“ – ohne Dornen, mit großen aromatischen Früchten;
  • „Zitrinowy“ – mit gelben Früchten von bis zu 100 Gramm;
  • „Witaminny“ – besonders reich an Vitamin C;
  • „Karawajewski“ – mit dicker Schale, gut lagerfähig;
  • „Lichtar“ – mit leuchtend orangen Früchten und ausgeprägtem Aroma.
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Diese Sorten eignen sich für den industriellen Anbau und die Verarbeitung.

Schnitt

Damit der Strauch jahrzehntelang Früchte trägt, muss er richtig geformt werden. Er sollte nicht mehr als 12 bis 15 Gerüstäste unterschiedlichen Alters haben. Alte, zu dicht stehende und senkrecht wachsende Triebe werden entfernt. Am ertragreichsten sind die waagerechten Zweige in einer Höhe von bis zu 40 Zentimetern.

Verwendung der Früchte

Bei voller Reife nehmen die Früchte von Chaenomeles eine leuchtend gelbe Farbe an und verströmen ein intensives Aroma. Geerntet werden sollte vor dem ersten Frost: In der mittleren Klimazone ist das der September, im Süden Ende Oktober.

Auch wenn die Früchte unreif geerntet werden, reifen sie bei der Lagerung gut nach. Nach der Ernte werden sie nach Größe und Reifegrad sortiert. Bei kühlen Temperaturen (2–3 °C) halten sich die Früchte bis Ende Januar, wobei ihr Geschmack mit der Zeit weicher und angenehmer wird.

Frisch sind die Früchte hart und sauer, nach der Verarbeitung erhalten sie einen milden Geschmack und ein intensives Aroma. Sie werden zu Konfitüre, Marmelade, Kompotten, Säften, Sirupen und sogar Wein verarbeitet. Der hohe Pektingehalt ermöglicht die Herstellung von Gelee ohne Zugabe von Gelatine.

Lagerung

Reife und unbeschädigte „Äpfelchen“ der Chaenomeles können im Keller oder Kühlschrank bis Mitte Winter gelagert werden und ersetzen hervorragend die Zitrone. Sie werden nicht nur frisch verwendet, sondern auch verarbeitet: Man kocht Kompotte, Sirupe, Marmelade, Gelee, Konfitüre, Fruchtleder, kandierte Früchte und sogar Marshmallows.

Es gibt eine einfache Methode zur Wintervorsorge, die die Chaenomeles zu einem vollwertigen Zitronenersatz macht. Die Früchte werden gründlich gewaschen, getrocknet, in Scheiben ohne Kerne geschnitten und in Gläsern mit Zucker geschichtet. Nach und nach geben die Früchte Saft ab, den man abgießen und verwenden kann, während man in die Gläser neue Scheiben mit Zucker gibt.

Besser ist es, die Vorräte im Kühlschrank oder an einem anderen kühlen Ort aufzubewahren. So haben Sie den ganzen Winter über eine aromatische und gesunde „Zitrone“ für den Tee zur Hand. Diese Scheiben passen auch hervorragend zu Kürbis, Äpfeln sowie in Kompotten und Fruchtgetränken.

Nutzen der Früchte

  • Die Früchte enthalten viele Vitamine (besonders C), Mineralsalze, organische Säuren und Pektine. Diese Stoffe stärken das Immunsystem, besonders in der Erkältungszeit, und wirken antiviral.
  • Ein Aufguss aus getrockneten Früchten hilft bei niedriger Magensäure, und ein Sud ohne Zucker wird bei Verdauungsstörungen verwendet. Dank der Gerb- und Pektinverbindungen hilft er, die Darmfunktion wiederherzustellen.
  • Außerdem tragen die Früchte zur Senkung des Cholesterinspiegels bei, wirken sich günstig auf die Leber aus, verringern Schwellungen und helfen bei Stress.
  • Nicht nur die Früchte, sondern auch die Blätter und Samen haben heilende Eigenschaften. Sie werden bei Hautkrankheiten, Verbrennungen, Gastritis und Kolitis eingesetzt. Sogar wilde Tiere und Vögel fressen im Winter gerne die Samen der Chaenomeles und erhalten daraus heilende Substanzen.

Übrigens!

Chaenomeles ist eine Pflanze, die Zierwert und praktischen Nutzen vereint. Sie wird fast nie krank, benötigt keine chemische Behandlung, trägt jährlich Früchte und liefert einen Ertrag, der an Vitamin-C-Gehalt sogar Zitronen übertrifft. Heute, wo in Baumschulen großfrüchtige Sorten erhältlich sind, sollte jeder Gärtner diese erstaunliche „nördliche Zitrone“ in seinem Garten anpflanzen.

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