So schützen Sie Nadelgehölze vor Sonnenbrand

Für Besitzer wertvoller Nadelgehölze stellt sich in der Übergangszeit die dringendste Frage: Womit schützt man die empfindlichen Nadeln vor Sonnenbrand?

Welche Materialien sich am besten zum Schutz von Nadelgehölzen vor Sonnenbrand eignen, erklärte uns Damir Tschumanow.

  • Wie entsteht ein Sonnenbrand bei Nadelgehölzen?
  • Wie schützt man Nadelgehölze richtig vor Sonnenbrand?
  • NEIN: Abdeckregel: Lutrasil – nein!
  • JA: Schattierungsnetz und Jutesackleinen

Wie entsteht ein Sonnenbrand bei Nadelgehölzen? Ursache des Sonnenbrands der Nadeln

Ab Januar gibt es in der mittleren Zone Russlands sonnige, frostige Tage. Während der Tauwetterperioden im Februar und März erwachen die Nadeln. Die Photosynthese setzt ein, wobei das in den pflanzlichen Geweben gespeicherte Wasser verbraucht wird. Da aus dem gefrorenen Boden keine Feuchtigkeit aufgenommen werden kann, trocknen die Nadeln aus. Zu dieser physiologischen Austrocknung kommt der Sonnenbrand durch die von der Schneeoberfläche reflektierten Sonnenstrahlen hinzu. Mitte bis Ende April, wenn der Boden bis in Spatentiefe aufgetaut ist und die Pflanzenwurzeln wieder Wasser daraus aufnehmen können, sind Austrocknung und Sonnenbrand nicht mehr gefährlich. In einem milden, warmen Winter ist die Wahrscheinlichkeit von Schäden geringer als in einem frostigen, sonnigen Winter.

Wie schützt man Nadelgehölze richtig vor Sonnenbrand?

Stärker gefährdet sind Pflanzen, die an einem Standort mit südlicher, südöstlicher oder südwestlicher Ausrichtung, auf schweren Böden, in der Nähe einer weißen Hauswand oder eines Zauns gepflanzt wurden. Im Risikobereich liegen Neupflanzungen des laufenden und des vergangenen Jahres, die sich noch nicht an die Gegebenheiten des Gartens angepasst haben. Weniger anfällig sind Pflanzungen, die zwei oder drei Jahre zurückliegen, und um alte Kiefern und Fichten muss man sich in der Regel keine Sorgen machen. Artreine Pflanzen sind widerstandsfähiger gegen Sonnenbrand als Kultursorten mit empfindlichen Nadeln. Daher wird empfohlen, alle im laufenden und im Vorjahr gepflanzten Nadelgehölze unabhängig von der Art abzudecken, sowie alle Pflanzen mit empfindlichen (einige Sorten von Thuja, Scheinzypresse) und verletzlichen Nadeln (Gemeiner Wacholder, Virginischer Wacholder, Horizontaler Wacholder, Mittelwacholder ‘Stricta’, einige Kultursorten des Schuppenwacholders, viele Sorten der Kanadischen Fichte).

So schützen Sie Nadelgehölze vor Sonnenbrand

Abdeckregel: Lutrasil – nein!

Der Hauptzweck der Abdeckung besteht darin, den Sonnenstrahlen den Weg zu den Nadeln zu versperren, nicht aber die Pflanze zu wärmen. Deshalb schützt das Vliesmaterial (Lutrasil, Spinnvlies) die Pflanze oft nicht nur nicht vor Verbrennungen, sondern verstärkt sogar die negative Wirkung der Frühlingssonne. Die Triebe befinden sich wie in einem Treibhaus und erwachen unter der sengenden Sonne noch früher und verbrennen stärker. Darüber hinaus faulen die eingepackten Pflanzen, da ihnen die Luftzirkulation fehlt. Im Handel sind Abdeckhauben aus Spinnvlies für Zwergkoniferen erhältlich – sie richten mehr Schaden als Nutzen an.

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Verwenden Sie: Schattierungsnetz

Sie streut und reflektiert die Sonnenstrahlen, ohne sich zu erhitzen oder Wärme zu speichern. Sie ist wasser- und luftdurchlässig sowie strapazierfähig. In Gartencentern können Sie Netze mit unterschiedlichem Schattierungsgrad kaufen. Zum Schutz von Nadelbäumen vor Verbrennungen wählen Sie am besten ein Netz mit 50 bis 75 % Schattierung. Ein Netz mit geringerem Wert muss in 2–3 Lagen gelegt werden. Die Farbe des Netzes ist meist grün oder dunkelgrün. Achten Sie auf das Material, aus dem es gefertigt ist. Ein Netz aus Nylonfäden ist in der Regel teurer, aber seine Beständigkeit gegen Feuchtigkeit und UV-Strahlung ist deutlich höher als bei einem Netz aus Polypropylen. Außerdem hängt der Schattierungsgrad bei ersterem direkt von der Dichte ab, also von der Anzahl der verflochtenen Fäden (6, 8, 12 usw.). Bei letzterem hängt er von der Farbe ab: Je dunkler die Farbe, desto höher der Schattierungsgrad.

So schützen Sie Nadelgehölze vor Sonnenbrand

Das Netz kann auf verschiedene Weise verwendet werden: Direktes Abdecken der Pflanze, Spannen des Netzes über einen Rahmen über der Pflanze oder über einen Rahmen, um einen Schattenschirm zu erhalten. Die zweite Variante ist optimal für kleine oder mittelgroße Pflanzen mit pyramiden- oder kugelförmiger Krone, da ein Durchdringen der Zweigspitzen durch das Netz und deren Sonnenschädigung ausgeschlossen wird. Bei niedrigen Pflanzen mit breiter Krone kann das Netz einfach über die mit einem Seil leicht zusammengebundenen Zweige geworfen werden (um ein Abbrechen der Zweige durch Schnee zu vermeiden). Für größere Pflanzen mit einer Höhe von mehr als 2–2,5 m kann ein Schattenschirm gebaut und auf der sonnenexponiertesten Seite aufgestellt werden. Schattierungsnetze können Sie in Gartencentern einzeln oder im Großhandel in Rollen mit einer Breite von 2, 3 und 4 m und einer Länge von 40, 50, 75 und 100 m je nach Hersteller kaufen. Wählen Sie die Netzgröße je nach Verwendungszweck und Größe der abzudeckenden Pflanzen.

Jutegewebe

Es ist dem Netz wohl nur in ästhetischer Hinsicht unterlegen. Verwenden Sie das Jutegewebe am besten, indem Sie es an einem Rahmen befestigen. Von Polypropylen-Jutegewebe ist abzuraten – es hat eine geringe Luftdurchlässigkeit.

Das Risiko einer physiologischen Trockenheit wird durch eine Bewässerung Ende Oktober verringert. Diese verhindert, dass der Boden tief gefriert. Im Frühjahr, sobald der Schnee geschmolzen ist, müssen die Nadelbäume ebenfalls bewässert werden.

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