Mulch rettet vor Dürre. Wie man den Pflanzen Nährstoffe und dem Boden Leben zurückgibt.

«Ein Bekannter von mir, der ohne auf die ironischen Blicke der Nachbarn zu achten, seit Jahren Gras von unbebauten Grundstücken sammelt, es häckselt und großzügig zwischen den Weinreihen verteilt, — erzählt der Agronom. — Eine dicke Mulchschicht, 5–7 cm, bedeckt den gesamten Boden unter den Sträuchern. Und seine Trauben erfreuen mit großen Dolden, und die Triebe der Sträucher sehen deutlich kräftiger aus».

Übrigens sind diese Tipps nicht nur für Weinreben relevant. Mulch hilft gegen Trockenheit im heißen Sommer und bewahrt die Lebensfähigkeit der Kulturen. Aber der Einfachheit halber betrachten wir seine nützlichen Eigenschaften am Beispiel der Weinrebe.

Warum ist Mulch so wichtig?

Viele sind bis heute überzeugt, dass zwischen den Weinreihen «sauberer» Boden sein muss — Schwarzbrachen, wie es im letzten Jahrhundert gelehrt wurde. Aber wenn man tiefer blickt, steht die Agrarwissenschaft längst auf der Seite der Natur: Der Boden sollte nicht nackt sein. Er muss bedeckt, geschützt und genährt werden, damit der Weinberg nicht nur überlebt, sondern sich entwickelt.

Was kann man für Mulch verwenden?

Pflanzenreste — sind die günstigste und natürlichste Variante. Dazu gehören:

  • frisch gemähtes Gras (nach dem Welken),
  • Stroh,
  • Heu,
  • Laub,
  • Nadeln,
  • Moos,
  • Wiesensoden (nach dem Absterben der Rhizome von Stauden),
  • Kompost.

Vliesstoffe (Agrofaser) — lassen Luft und Feuchtigkeit gut durch, schützen vor Überhitzung (aber darunter trocknet der Boden schneller aus), unterdrücken das Keimen von Unkräutern vollständig. Geeignet für Regionen mit häufigen Niederschlägen. Haben aber einen Nachteil — sie sind teuer.

Polymerfolien (besonders schwarze) — eine hervorragende Methode, um Unkraut zu bekämpfen und Feuchtigkeit zu bewahren. Nachteil — sie lassen den Boden nicht «atmen», Feuchtigkeit läuft bei Regen an den Rändern ab, und natürlich sind solche Materialien nicht billig.

Sägespäne, Rinde, Holzhäcksel — sollten mit Vorsicht verwendet werden. Frische — nehmen beim Verrotten aktiv Stickstoff auf und können auch den Säuregehalt des Bodens erhöhen. Sie sollten besser nach der Kompostierung verwendet werden. In frischer Form — nur auf Wegen und das in dünner Schicht.

Siehe auch:
Das Schneegeschenk. Ein Agronom erklärte, wie Schmelzwasser zu Gold für die Felder wird.

Kies und Geröll — eher ein dekoratives Element, aber sie haben auch einen Nutzen: Nachts geben sie Wärme ab und helfen den Sträuchern, starke Temperaturschwankungen zu überstehen, und verringern die Verdunstung von Feuchtigkeit. Außerdem kondensiert unter den Steinen Wasser aus der Luft und fließt in den Boden.

Was genau bringt Mulch dem Weinberg?

  • Es reduziert die Verdunstung von Feuchtigkeit, sodass seltener gegossen werden muss.
  • Es unterdrückt das Wachstum von Unkraut völlig ohne Chemie.
  • Es verbessert die Bodenstruktur — der Boden wird locker und luftdurchlässig.
  • Es steigert die Aktivität der nützlichen Mikroflora und fördert die Vermehrung von Regenwürmern.
  • Es schützt die Wurzeln vor Überhitzung im Sommer und vor Frost im Winter.

Wie mulcht man einen Weinberg richtig?

«Ich habe mich für Stroh entschieden — günstig, umweltfreundlich und effektiv. Gras zu mähen und Totholz auf verlassenen Grundstücken zu sammeln, wie mein Nachbar es tut, habe ich keine Zeit, aber Stroh ist leicht zu kaufen. Ich lege es in einer Schicht von 10 cm und einer Breite von mindestens 50 cm auf jeder Seite des Strauchs aus. Das ist das Minimum für junge Pflanzen. Im Idealfall sollte man die gesamte Zwischenreihenzone abdecken», bemerkt der Experte.

Pflegebesonderheiten:

  • Vor dem Mulchen ist es empfehlenswert, den Boden aufzulockern.
  • Bereits aufgetragenen Mulch sollte man regelmäßig befeuchten, um die Zersetzungsprozesse zu aktivieren.
  • Mit der Zeit siedeln sich unter dem Mulch Würmer und nützliche Mikroorganismen an, die die Pflanzenreste in Humus verwandeln — einen lebendigen Dünger direkt unter den Wurzeln.
  • Im Frühjahr kann man den Mulch erneuern, indem man eine frische Schicht aufträgt.

Mulchen ist keine Mode, sondern eine Rückkehr zur Natur

Viele Gärtner unterschätzen diese Methode und halten sie für «altmodisch» oder eine vorübergehende Maßnahme. Aber tatsächlich ist Mulch die Grundlage der naturnahen Landwirtschaft, die es ermöglicht, ein lebendiges, fruchtbares und stabiles Ökosystem um Ihre Sträucher herum zu schaffen. Probieren Sie es eine Saison lang aus — und Sie werden selbst den Unterschied sehen.

Lesetipps

Wie richten Sie eine komfortable Grillzone ein?