Aus den unermesslichen Weiten der fruchtbaren Täler Nordamerikas kam der schlichte und duftende Liatris in unsere Gärten und Hausgärten. Er ist eine anspruchslose Staude aus der Familie der Korbblütler, die äußerlich an eine große Kerze erinnert.
Inhaltsverzeichnis:
Besonderheiten der Blüte
Der Liatris blüht recht ungewöhnlich und recht lange. Die Röhrenblüten beginnen von oben nach unten zu blühen und sammeln sich zu einem flauschigen Blütenstand – einer Rispe. Er beginnt erst zu verblühen, wenn der Blütenstiel vollständig erblüht ist. Je nach Sorte haben die Blüten eine vielfältige Farbpalette – von leuchtendem Purpur bis zu schneeweiß. Die verschiedenen Farbtöne der blühenden Ähren in Kombination mit dem feinen Vanilleduft rufen einen ganzen Sturm der Emotionen hervor.
Der chemische Bestandteil des Pflanzensaftes enthält Cumarin – einen natürlichen Aromastoff, der in der Parfümerie zur Herstellung von ätherischen Ölen verwendet wird. Ein getrockneter Zweig des Liatris kann lange den natürlichen Duft bewahren.
Der Liatris vereint viele Eigenschaften und Qualitäten, die anderen Blumen einzeln eigen sind: Duft, Anspruchslosigkeit, Originalität und Schönheit. Äußerlich erinnert der Liatris an ein Eis am Stiel. Die Blütezeit beginnt in der ersten Julihälfte und endet im letzten Augustdrittel.
Besonderheiten der Pflanzung
Der Liatris wird überwiegend in Blumenbeeten gepflanzt. Oft wird er in Kompositionen auf Alpinanlagen verwendet. Auch wird die Blume als Schnittblume gezogen und bleibt lange im Wasser frisch.
Für die Pflanzung des Liatris wählt man einen offenen und gut beleuchteten Standort. Schattige Plätze wirken sich negativ auf das Wachstum, die Blüte und die Farbe der Blüte aus.
Die Pflanze bevorzugt lockeren und gut durchlässigen Boden. Daher erfolgt die Pflanzung und Pflege des Liatris auf trockenen Böden, wobei ein nahes Grundwasservorkommen vermieden wird. Der Liatris verträgt schwere tonige und feuchte Substrate in Senken nicht gut, fühlt sich aber in Trockenperioden hervorragend.
Besonderheiten der Pflege
Die Pflege des Liatris ist nicht aufwendig. Die Pflanze wird ab Ende April bis Anfang Mai gepflanzt. Die Pflanztiefe beträgt bis zu 10 cm und hängt von der Größe der Knolle ab. Das Wichtigste beim Pflanzen ist, die untere und obere Seite nicht zu verwechseln. Die obere Seite der Knolle hat eine Vertiefung, aus der Anfang Juni der Stiel austreibt. Der Liatris mag keine übermäßige Feuchtigkeit, da die Knollen zur Fäulnis neigen. Im Winter benötigt er keine besondere Abdeckung. Es reicht aus, die Basis der Stiele mit einer bis zu 15 cm dicken Schicht aus Humus oder Laub zu bedecken.

Die weitere Pflege des Liatris besteht aus Gießen mit kleinen Dosen von Mineraldünger. Nachdem die Pflanze verblüht ist, wird der oberirdische Teil vorsichtig abgeschnitten.
Liatris verträgt eine Umpflanzung selbst in der Blütezeit recht gut. Die Vermehrung erfolgt durch Teilung der Knolle oder durch Samen. Die Aussaat erfolgt im zeitigen Frühjahr oder Herbst direkt ins Freiland. Sie lässt sich hervorragend als Setzling pflanzen. Junge Sträucher beginnen ab einem Alter von drei Jahren zu blühen.
Verbreitete Sorten
Die beliebtesten Sorten von Liatris:
- Liatris spicata. Die Pflanze erreicht eine Höhe von 80 cm. Es gibt sechs Farbvariationen dieser Sorte: weiß, violett, rosa, purpurrot, lila und azurblau.
- Liatris scariosa. Mit einem hohen Blütenstiel, der bis zu einem Meter erreicht und weiße oder leuchtend rosa Blütenstände trägt.
- Liatris aspera. Der höchste Vertreter dieser Pflanzengruppe. Die Blütenstiele erreichen eine Höhe von bis zu zwei Metern. Die Blüten sind klein, leuchtend purpurfarben und in flauschigen Rispenblütenständen angeordnet.
Die Wurzeln der Liatris bestehen aus Knöllchen, die äußerlich abgeflachten Zwiebeln ähneln. Sie sind untereinander durch dünne Wurzeln verbunden und bilden einen einheitlichen pflanzlichen Organismus, aus dem der Strauch selbst wächst. An sonnigen Standorten wächst die Liatris sehr kräftig. Ihre Blätter und Blüten haben eine intensive Färbung. Nicht selten kann die Höhe des Blütenstiels unter solchen Bedingungen 1,5 bis 2 Meter erreichen.

Abschließend lässt sich feststellen, dass der Einsatz von Liatris im Landschaftsdesign sehr effektiv ist. Hochwüchsige und mittelgroße Sorten werden zur Dekoration komplexer Rabatten verwendet. Niedrige Liatris-Arten werden bei der Gestaltung von Steingärten eingesetzt. In Rosarien werden damit steinerne Kerzenhalter und Brunnen umrahmt. Liatris harmoniert gut mit anderen Pflanzen: Blühenden Halbsträuchern wie üppigen Hortensien. Oft ist sie inmitten von breitblättrigen Farnen zu finden. Liatris verträgt sich auch mit anderen duftenden Pflanzen, zum Beispiel mit Phlox. Bei der Anlage eines Blumenbeets wird Liatris im Kreis gepflanzt, wodurch ein sehr schöner Strauch entsteht.
Liatris wird scherzhaft als "Faulblume" bezeichnet, wegen ihrer Anspruchslosigkeit und geringen Anfälligkeit für Krankheitserreger und Schädlinge. Alle Arten von Liatris sind ausgezeichnete Bienenweiden. Liatris verdient zu Recht einen würdigen Platz in Hausgärten, sowohl beim erfahrenen Gärtner als auch beim Hobby-Neuling.