Erzählt Gärtnerin Tatjana Swetlaja
Hobbygärtner entdecken die Kartoffel neu: Die Kultur erlebt eine wahre Renaissance. Wir haben eine Auswahl der besten Sorten für 2026 und eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Pflege zusammengestellt: von der Bodenvorbereitung bis zur Düngung.
Inhaltsverzeichnis:
«Gala»
Die Sorte hat sich bewährt, reift in 70–80 Tagen, liefert einen Ertrag von bis zu 400 kg pro Ar und lässt sich hervorragend lagern — bis zu 8 Monaten. Die oval-runden Knollen mit goldgelber Schale (Gewicht 70–120 g) sind resistent gegen eine Reihe von Krankheiten, darunter Nematoden und Krautfäule. Zudem zerfällt die Kartoffel beim Kochen nicht, was sie ideal für die Diätkost macht.
«Königin Anna»
Sie überzeugt durch Frühreife (75–85 Tage nach dem Auflaufen) und hohen Ertrag. Die gelben Knollen mit einem Gewicht von 85–135 g behalten beim Kochen ihre Farbe und Form. Pro Pflanze können sich bis zu 16 Knollen bilden. Zu den Vorteilen zählen: umfassende Krankheitsresistenz, Trockenheitstoleranz und Anspruchslosigkeit an den Boden.
«Wega»
Die frühe Sorte «Wega» (reift in 80–90 Tagen) erlangte Popularität durch ihre rekordverdächtige Lagerfähigkeit — bis zu 99%. Die ovalen Knollen mit gelber Schale und dunklem Fruchtfleisch (Gewicht 87–120 g) keimen im Lager nicht und verfärben sich beim Schneiden nicht. Der Ertrag ist beeindruckend, und der Stärkegehalt (10,1–15,9%) macht die Kartoffel ideal für Halbfertigprodukte.
«Ajour»
Eine mittelfrühe Sorte (70–85 Tage), die sich bewährt hat, zeichnet sich durch Resistenz gegen Viren und Schorf sowie durch ein ausgezeichnetes Erscheinungsbild aus. Sie hat länglich-ovale rote Knollen mit einem Gewicht von 98–135 g.
«Borowitschok»
Eine frühe Sorte (70–90 Tage) bildet bis zu 14 Knollen pro Pflanze. Die runden Knollen mit gelber Schale und weißem Fruchtfleisch (Gewicht 120–200 g) zeichnen sich durch Resistenz gegen Nematoden, Viren und Kartoffelkrebs aus. Die Lagerfähigkeit erreicht 94%, und in südlichen Regionen können zwei Ernten pro Saison eingefahren werden.
«Bellarosa»
Einer der frühreifsten Sorten (45 Tage nach dem Auflaufen), der mit großen Knollen — bis zu 800 g — erfreut. Die runden Kartoffeln mit rosaroter Schale und sattgelbem Fruchtfleisch zeichnen sich durch Resistenz gegen Krautfäule und Schorf sowie durch Trockenheitsresistenz aus. Für maximale Erträge sind regelmäßige Düngungen erforderlich, aber die Zuverlässigkeit der Sorte ist über Jahre erprobt.
«Udatscha»
Eine frühe Sorte (etwa 80 Tage) eignet sich für diejenigen, die Genügsamkeit schätzen. Sie gedeiht gut auf allen Böden, ist resistent gegen kurzzeitige Trockenheit und übermäßige Feuchtigkeit. Die länglich-ovalen Knollen mit hellbeiger Schale und weißem Fruchtfleisch (etwa 250 g) sind widerstandsfähig gegen mechanische Beschädigungen.
«Adretta»
Eine mittelfrühe Sorte, die für ihre Mehlhaltigkeit und ihren neutralen Geschmack bekannt ist, ideal zum Backen und Braten. Die Knollen mit einem Gewicht von 120–150 g und gelber Schale sind resistent gegen Krautfäule, Schorf und Viren und vertragen widrige Witterungsbedingungen gut. Trotz der Neigung zur Degeneration (Notwendigkeit der Erneuerung des Pflanzguts alle 3–4 Jahre) bleibt «Adretta» ein Klassiker des Kartoffelanbaus.
«Unika»
Eine mittelfrühe Sorte (90–110 Tage) beeindruckt mit großen ovalen Knollen mit himbeerroter Schale und festem gelbem Fruchtfleisch. Das Gewicht der Knollen erreicht 300–400 g, bei günstigen Bedingungen sogar bis zu 1 kg. Die hervorragende Lagerfähigkeit (bewahrt den Geschmack bis zum Frühjahr) und die Vielseitigkeit in der Zubereitung machen diese Sorte beliebt.
«Sineglaska»
Eine mittelfrühe Sorte (70–90 Tage), resistent gegen Kartoffelkrebs, Krautfäule, Nematoden und Schorf. Trotz der Anforderungen an besondere Lagerbedingungen (Temperatur 2–5°C, Luftfeuchtigkeit 85–90 %) und der Erneuerung des Pflanzguts alle 3–4 Jahre bleibt «Sineglaska» eine Kult-Sorte, die von mehreren Generationen von Gärtnern geliebt wird.
Wichtigste Pflegeregeln
- Wählen Sie das Saatgut sorgfältig aus. Wählen Sie für die Pflanzung gesunde Knollen mittlerer Größe. Lassen Sie die Knollen 2–3 Wochen vor dem Auspflanzen in einem hellen Raum bei einer Temperatur von +12...+15°C vorkeimen: Das beschleunigt das Auflaufen und erhöht die Widerstandsfähigkeit.
- Bereiten Sie den Boden richtig vor. Führen Sie nach der Erwärmung des Bodens eine Lockerung bis in eine Tiefe von 10–15 cm durch, um die Feuchtigkeit zu bewahren und die Belüftung zu verbessern. Fügen Sie zwei Wochen vor dem Pflanzen Stickstoffdünger hinzu — sie stimulieren das Wachstum des Krauts.
- Beachten Sie die optimalen Pflanzzeiten und -tiefen. Pflanzen Sie die Kartoffeln, wenn der Boden in 10 cm Tiefe auf +8…+10 °C erwärmt ist (in der Mittelzone ist das Ende April bis Anfang Mai). Die Pflanztiefe hängt von der Bodenart ab: bei leichten Böden 10–12 cm, bei schweren Böden 8–10 cm. Bei zu flacher Pflanzung leiden die Knollen unter Feuchtigkeitsmangel, bei zu tiefer können sie faulen oder schlecht keimen.
- Lockern und jäten Sie regelmäßig. Nach Regen oder Bewässerung lockern Sie den Boden, um die Bildung einer Kruste zu verhindern – das verbessert den Sauerstoffzugang zu den Wurzeln.
- Häufeln Sie die Büsche rechtzeitig an. Das erste Anhäufeln erfolgt, wenn die Pflanzen eine Höhe von 15–20 cm erreicht haben, das zweite 2–3 Wochen nach dem ersten. Am besten häufeln Sie nach Regen oder Bewässerung an – feuchte Erde lässt sich leichter bearbeiten.
- Sorgen Sie für eine angemessene Bewässerung. Besonders wichtig ist die Bewässerung während der Knospen- und Blütezeit: In dieser Phase bilden sich aktiv die Knollen. Gießen Sie mäßig und vermeiden Sie Staunässe – zu viel Feuchtigkeit begünstigt Fäulnis. Bei Trockenheit gießen Sie alle 7–10 Tage mit warmem Wasser. Lockern Sie nach dem Gießen den Boden oder mulchen Sie ihn mit Stroh/Sägespänen – das bewahrt die Feuchtigkeit und reduziert das Unkrautwachstum.
- Führen Sie Düngungen nach einem Zeitplan und unter Berücksichtigung der Entwicklungsphase durch. Die erste Düngung geben Sie, wenn das Kraut 15 cm hoch ist (verwenden Sie eine Harnstofflösung oder Jauche), die zweite zu Beginn der Knospenbildung (Superphosphat und Kaliumsulfat). Während der Blütezeit führen Sie eine Blattdüngung mit Kalziumnitrat durch.