Warum werden Gurken bitter? Vor einem solchen Schicksal sind übrigens nicht einmal Sorten und Hybriden gefeit, deren Züchter versichern, dass ihre Schöpfungen garantiert immer süß sein werden, ohne die geringste Bitterkeit. Aber das ist leider nur ein Werbetrick. Eine so feste Garantie kann eigentlich niemand geben. Was aber alle Hobbygärtner tun können, ist selbst den Geschmack der Gurken zu regulieren. Wie macht man das? Wir klären es mit einem Experten.
Antwortet Agronom Peter Sinkowski:
— Bitterkeit bei Gurken — unabhängig davon, ob sie im Freiland oder im Gewächshaus angebaut wurden — ist überhaupt kein Sortenmerkmal, ebenso wenig wie das Fehlen dieser Bitterkeit. Hier bestimmen die Anbaubedingungen und leider auch die Launen des Wetters alles.
Die Sache ist die, dass Bitterkeit einfach die Reaktion der Pflanze auf Stressfaktoren ist. Vereinfacht gesagt, die Gurke «möchte» nicht gefressen werden und drückt so ihren Protest aus. Folglich muss man, um Bitterkeit zu vermeiden, in erster Linie die genannten Stresssituationen vermeiden.
Was ist darunter zu verstehen?
In erster Linie — ein Mangel an Feuchtigkeit und Nährstoffen. Jede Störung des Bewässerungs- und Düngeplans erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Früchte am Ende bitter schmecken, drastisch.
Ähnlich reagieren Gurken auf Schädlingsbefall (erinnern Sie sich an die Abneigung, gefressen zu werden?). Das heißt, man sollte ihr Auftreten besser vermeiden, erst recht einen Massenbefall. Letzterer ist eine Garantie für bittere Gurken, selbst bei den süßesten Hybridsorten.
Auch fatale Pflegefehler können eine negative Rolle spielen. Zum Beispiel eine zu dichte Bepflanzung, nicht rechtzeitiges Jäten und Häufeln — all das kann sich genau so auf die Ernte auswirken.
Und zum Wetter. Gurken sind bekanntlich recht wärmeliebend und begrüßen Temperatursenkungen nicht sehr. Wenn dies jedoch allmählich geschieht, ist es noch erträglich. Wenn der Unterschied jedoch abrupt ist, entweder im Laufe des Tages oder zwischen Nacht- und Tagestemperaturen, dann ist die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Bitterkeit in den Früchten fast hundertprozentig.
Die Moral daraus: Einen bitteren Geschmack in den Früchten kann man vermeiden, wenn man alle Regeln der Anbautechnik beachtet, erfolgreich Schädlinge bekämpft und schnell auf Wetteränderungen reagiert (einfach die Pflanzungen bei unerwünschten Kälteeinbrüchen isolieren).