Vertikalrennen. Wie wird der Garten zum Kunstwerk?

Pflanzen sind nicht länger auf den Boden beschränkt: Vertikale Begrünung ermöglicht ihnen, nach oben zu wachsen und Hausfassaden sowie Zäune in lebendige Gemälde zu verwandeln. Wir erklären, wie Sie den Garten in ein Kunstwerk verwandeln.

Ihre Erfahrung teilt die Gärtnerin und TV-Moderatorin Olga Woronowa.

Vertikale Begrünung ist eine Möglichkeit, den Garten zu verschönern, indem man Pflanzen nicht in Blumenbeeten, sondern an Wänden, Zäunen und anderen senkrechten Konstruktionen platziert. Mit dieser Gestaltungsmethode lassen sich Nebengebäude wie Schuppen, Garage, Komposthaufen, alte oder unschöne Zäune sowie Übergänge zwischen verschiedenen Konstruktionen vollständig kaschieren. Außerdem kann man die Hausfassade oder eine blinde Wand verschönern und dabei den Eindruck einer „Sackgasse“ vermeiden.

Vertikale Begrünung schafft ein Gefühl der Geborgenheit und ist ein hervorragendes Mittel, um Gartensichtschutze zu gestalten.

Wenn der Garten zudem noch jung ist, ist die vertikale Begrünung die beste und günstigste Methode, um ihn „hier und jetzt“ schön zu machen und das fehlende grüne „Volumen“ im Garten auszugleichen. Aus ökologischer Sicht haben solche „grünen Wände“ ebenfalls nur Vorteile: Sie regulieren die Feuchtigkeitsverhältnisse auf dem Grundstück, spenden Schatten, halten Staub zurück, wirken als Schalldämmung und dienen als Windschutz.

Wichtige Regeln

Vertikale Begrünung besteht immer aus zwei Komponenten: einer Pflanze und einer Stütze für sie. In der Regel handelt es sich um Kletter- und Schlingpflanzen, aber nicht ausschließlich. Welche Pflanzen und wie sollte man für die „lebende Vertikale“ auswählen?

Stauden

Wilder Wein ist eine große laubabwerfende Kletterpflanze. Er ist überall verbreitet und mit allen Pflanzen verträglich. Er wächst sehr schnell – manchmal bis zu 4 m pro Jahr, sodass man sein Ausbreiten wahrscheinlich einschränken muss. Im Herbst färbt er sich leuchtend rot – ein sehr beeindruckender Anblick. Seine Beeren sind hübsch, aber leider ungenießbar. Diese Pflanze kommt mit jeder Stütze zurecht. Falls nötig, führen Sie einen Formschnitt durch; gießen ist nur bei Hitze und Trockenheit erforderlich.

Amur-Weinrebe – ähnelt in vielerlei Hinsicht dem Wilden Wein, ist jedoch auf den Gartengrundstücken weniger verbreitet. Sie überwintert ebenfalls gut. Ihre Beeren sind essbar, man kann daraus Wein herstellen oder Marmelade kochen. Pflanzen Sie sie an einem sonnigen oder halbschattigen Standort; die Pflanzmethode ist die gleiche wie beim Wilden Wein. Die Amur-Weinrebe ist feuchtigkeitsliebender als der Wilde Wein, daher ist regelmäßiges Gießen erforderlich.

Clematis — wohl die schönste Kletterpflanze. Sie blüht prächtig und lange. Es gibt viele Arten und Sorten, jede mit eigener Form, Größe und Farbe der Blüten. Clematis kann weiß, rosalila, rot, blau, dunkelviolett sein. Die Hauptfarbe ist jedoch blau. Auf dem Gelände zieht sie sofort die Aufmerksamkeit auf sich und wird automatisch zum Blickfang. Leichte Fröste bis -5 Grad verträgt sie gut. Clematis pflanzt man besser im Halbschatten. Nicht jede Stütze ist für Clematis geeignet. Besser ist ein spezielles Netz. Nur dann wirkt sie wie ein üppiger «Pelz».

Echtes Geißblatt — eine anspruchslose und sehr stilvolle Pflanze mit zarten, pfirsichrosa Blüten, die zudem sehr duftend sind. Es nutzt die angebotenen Stützen gut, indem es sie sehr dicht umrankt und keinen freien Platz lässt. Für diese Pflanze wählen Sie einen sonnigen oder leicht halbschattigen Standort, vermeiden Sie feuchte Stellen. Die Bewässerung ist besonders bei Hitze und Trockenheit wichtig, Nässe verträgt das Echte Geißblatt schlecht. Düngung erfolgt ab dem dritten Jahr nach der Pflanzung, der beste Dünger ist ein vollständiger Mineraldünger.

Actinidia kolomikta — eine erstaunlich schöne Kletterpflanze. Sowohl die Blätter als auch die Blüten und Früchte sind dekorativ. Die Früchte sind zudem lecker und haben heilende Eigenschaften. Sie ist eine kleine nördliche «Kiwi». Der beste Standort ist im Halbschatten oder bei diffusem Sonnenlicht, schwere und arme Böden sollten vermieden werden. Actinidia wird nicht beschnitten, auf Wunsch kann ein Formschnitt durchgeführt werden, im Winter wird sie nicht abgenommen und nicht abgedeckt. Zunächst werden die Triebe überwacht, gelenkt und um die junge Pflanze herum ein Netz gegen Katzen angebracht — sie nagen sehr gern daran. Das Netz bleibt etwa 2 Jahre.

Schisandra chinensis — eine Heilkletterpflanze, die nur minimale Pflege benötigt und fast keine Krankheiten und Schädlinge hat. Diese Kletterpflanze ist die größte, in der Regel über 10 m, daher benötigt sie größere Stützen. Sie eignet sich daher besonders für die Begrünung besonders großer Objekte.

Kletterrose — eine der wirkungsvollsten Pflanzen für die vertikale Begrünung. Die Kletterrose windet sich nicht von selbst um die Stütze, daher muss man ihr helfen — indem man die Triebe regelmäßig an der Stütze festbindet. Es gibt Rosen, die sehr üppig einmal pro Saison blühen, und solche, deren Blüte nicht so üppig, dafür aber länger anhält: ständig bilden sich neue Knospen. Das Wichtigste für eine prächtige Rosenblüte ist, sie gut für den Winter zu isolieren.

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Einjährige Pflanzen

Wenn Sie schnell und farbenfroh vertikale Konstruktionen in Ihrem Garten begrünen möchten, verwenden Sie Kletter- und Hängepflanzen. Diese Pflanzen mögen weder Umtopfen noch Töpfe, da sie ab dem Zeitpunkt des Auflaufens eine große Nährstofffläche und kühle, frische Luft benötigen. Der Schlüsselpunkt — reichliche Düngungen zu Beginn des Sommers.

Kapuzinerkresse — die Blüten können verschiedene Farben haben und die Blätter bunt sein. Für schattige Plätze ist diese Pflanze unverzichtbar. Der beste Standort ist im Schatten oder Halbschatten, und der Boden sollte locker und feucht sein, wie Lehm. Kapuzinerkresse braucht viel Erde; in einem kleinen Behälter wird sie kaum gedeihen. Pflanzen Sie die Kapuzinerkresse im Frühjahr, Anfang Mai, mit Samen direkt ins Freiland. Eine besondere Pflege ist für die Kapuzinerkresse nicht erforderlich. Man muss nur auf regelmäßiges Gießen achten. Man kann auf Düngen verzichten, da bei reichlicher Düngung mehr Blätter als Blüten gebildet werden. Für Kapuzinerkresse ist eine Stütze mit dünnen Querstreben oder ein Seilnetz mit großen Maschen erforderlich, da sie sich an der Stütze befestigt, indem sie sich mit den Blattstielen umwickelt. In anderen Fällen muss man sie anbinden.

Prunkbohne — es gibt verschiedene Sorten der Zierbohne: bei einigen sind die Blüten dekorativ, bei anderen die Früchte, und bei wieder anderen die gesamte Pflanze. Als Zierpflanze kann man auch Gemüsebohnensorten pflanzen, deren Früchte leuchtend gefärbt sind: zum Beispiel gibt es Sorten mit rosa und violetten Hülsen. Säen Sie sie an einem offenen, sonnigen Standort oder im lichten Schatten in lockeren, fruchtbaren Boden.

Duftwicke (Gartenwicke) — ist nicht nur eine auffällige, sondern auch eine der duftendsten Pflanzen. Säen Sie sie an einem offenen, sonnigen Standort; der Boden sollte nicht schwer sein. Die Aussaat sollte Ende April erfolgen, der Abstand zwischen den Pflanzen beträgt 30 cm. Die Wicke hat keine Angst vor leichten Frösten. Eine besondere Pflege ist nicht erforderlich; im Sommer reichlich gießen, manchmal, besonders während der Blüte, düngen. Für die Wicke ist eine Netzstütze mit beliebigen Maschen am besten.

Zierkürbis — ist sehr auffällig, die Früchte haben ein wahrhaft fantastisches Aussehen. Die geernteten Früchte kann man dann zur Innendekoration verwenden. Pflanzen Sie den Kürbis an einem offenen, sonnigen Standort in einen organisch reichen Boden. Es ist besser, vorher Mist in den Boden einzuarbeiten. Säen Sie nach dem 10. Mai ins Freiland, in einer Tiefe von 5–6 cm. Der Abstand zwischen den Pflanzen beträgt 50–60 cm. Beachten Sie: Die Samen des Zierkürbisses keimen oft sehr schlecht; säen Sie daher die dreifache Menge aus oder pflanzen Sie nach dem 20. Mai Setzlinge. Die Pflege besteht aus reichlichem Gießen, verbunden mit Düngungen. Die beste Düngung sind organische Düngemittel. Die Ranken müssen an der Stütze festgebunden werden.

Unkonventionelle Varianten—wenn Sie Ihrer Fantasie freien Lauf lassen, können Sie unkonventionelle Varianten der vertikalen Begrünung ausprobieren. Sie können Speisekürbis, Flaschenkürbis, Gurken und sogar hochwachsende Tomaten oder Paprika verwenden, indem Sie sie an einer Stütze befestigen. Warum auch nicht?

Stützen

Stützen für Pflanzen können «technisch» sein — abnehmbare synthetische Netze oder Draht, der zwischen Pflöcken gespannt ist. Sie werden auch «unsichtbar» genannt.

Eine hervorragende Stütze sind die Wände von Gebäuden und Zäune.

Außerdem können Stützen dekorativ sein: dazu gehören Gartensichtschutzwände, Pergolen, Spaliere, Bögen, Gitter, Türmchen und spezielle «filigrane» Skulpturen. Sie können entweder selbst hergestellt oder fertig gekauft werden — die Auswahl ist heutzutage recht groß. Sie werden aus Holz oder dünnen Metallrohren gefertigt und können geschmiedet sein. Für bestimmte Stile werden Bambusprodukte benötigt.

Die Pflanzen selbst können auch Stützen für andere Pflanzen sein — zum Beispiel kann die Sonnenblume eine Stütze für Kapuzinerkresse oder Duftwicke sein. Darüber hinaus können verschiedene Gegenstände «zweckentfremdet» als Stützen verwendet werden: vertrocknete Bäume, schöne große Aststücke, hohe Leuchten, Regenfallrohre und viele andere Möglichkeiten.

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