Welchen Frost hält ein Gewächshaus aus Polycarbonat aus?

Der Frühling in Russland — eine unberechenbare Jahreszeit. Mal +20, mal nachts ein starker Kälteeinbruch. Mit genau diesem Szenario sahen sich Gartenbesitzer Anfang Mai konfrontiert. Rückkehrfröste in Zentralrussland sind noch bis in die ersten Junitage möglich. Und natürlich die Hauptfrage — hält das Gewächshaus stand? Auf diese und weitere Fragen antwortet der Vorsitzende der öffentlichen Organisation «Gärtner Russlands» Andrej Tumanow.

Polycarbonat: kein Glas, aber auch ein Schutz

«Polycarbonat an sich hält die Wärme gut zurück, — erklärt Andrej Tumanow. — Es ist ein Material mit Wabenstruktur, die mit Luft gefüllt ist. Im Grunde funktioniert es wie eine Doppelverglasung: Es hält die Wärme innen fest und lässt keine Kälte von außen eindringen.»

Es ist jedoch wichtig zu verstehen, dass alles von der Temperatur, der Materialdicke und der Belüftung des Gewächshauses abhängt.

«Bei starken Nachtfrösten, besonders wenn die Temperatur auf minus drei Grad sinkt, wie derzeit in einigen Regionen, und das Gewächshaus unbeheizt ist und es keine zusätzlichen Abdeckungen gibt, dann kann leider ein Teil der Pflanzen Schaden nehmen; das Gewächshaus sollte besser von innen zusätzlich isoliert werden. Allein die Polycarbonathülle ist nicht immer ausreichend», — warnt Tumanow.

Wie viel Grad hält ein normales Gewächshaus aus?

Auf diese Frage gibt es keine universelle Antwort — alles hängt von der Qualität, Dicke und Anzahl der Polycarbonatschichten ab. Polycarbonat mit einer Dicke von 4 mm kann die Temperatur zwei bis vier Grad höher halten als außerhalb des Gewächshauses. Das kann bei leichten Frösten ausreichen. Wenn dickes 6–8 mm Polycarbonat verwendet wird und die Pflanzungen zusätzlich mit Agrarvlies oder Folie im Inneren abgedeckt sind — kann der Unterschied fünf bis sieben Grad betragen.

Es ist wichtig zu bedenken, dass Nachtfröste besonders gefährlich sind, da der Boden und die Luft im Gewächshaus nach einer kalten Nacht möglicherweise nicht rechtzeitig erwärmen. «Das Wichtigste — ist nicht zu erwarten, dass Polycarbonat alles rettet. Besonders wenn Sie bereits Tomaten oder Paprika gepflanzt haben, die sogar null Grad schlecht vertragen», — betont Tumanow.

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Was tun bei Frostgefahr?

Der Experte rät, sich nicht nur auf Polycarbonat zu verlassen:

«Wenn Fröste erwartet werden, decken Sie die Setzlinge im Gewächshaus unbedingt ab. Man kann Agrarvlies, alte Bettlaken oder sogar Papier verwenden — jede Abdeckung schafft eine zusätzliche Luftschicht und reduziert den Wärmeverlust.»

Welches Polycarbonat sollte man besser wählen?

Es hängt alles vom Klima der Region ab. In der mittleren Zone Russlands ist ein standardmäßiges 4 mm zweischichtiges Polycarbonat geeignet. In Regionen mit rauerem Klima sollten Sie Polycarbonat von 6–8 mm wählen und unbedingt auf das Vorhandensein von UV-Schutz achten, damit das Material lange hält.

Was können Sie gleich jetzt tun?

Wenn plötzlich Frost einsetzt, müssen Sie schnell handeln. Folgendes empfiehlt Andrej Tumanow:

1. Abdeckung im Gewächshaus.

Verwenden Sie Agrartextil, Spinnvlies, alte Bettdecken, Folie, Decken. Die Hauptsache ist, ein zusätzliches Luftpolster über dem Beet zu schaffen. Am besten decken Sie mit einem Gestell ab, damit das Gewebe die Blätter nicht berührt.

2. Interne Wärmequellen.

Sie können im Gewächshaus Behälter mit Wasser aufstellen — tagsüber erwärmen sie sich, nachts geben sie Wärme ab. Auch Flaschen mit warmem Wasser sind geeignet. In besonders frostigen Nächten verwenden Gärtner sogar Kerzen oder Petroleumlampen (jedoch nur bei guter Belüftung!).

«Eilen Sie sich am Morgen nach einer Frostnacht nicht, das Gewächshaus sofort zu öffnen. Lassen Sie die Luft sich etwas erwärmen, dann überstehen die Pflanzen den Temperaturwechsel leichter», rät Tumanow.

Wann braucht man keine Angst vor Frost zu haben?

Laut den Prognosen der Meteorologen bestehen die Risiken mindestens bis Mitte Mai, in einigen nördlichen Regionen sogar bis zum Monatsende. Verfolgen Sie aufmerksam die Vorhersagen des Hydrometeorologischen Zentrums und verschieben Sie nach Möglichkeit die Pflanzung von wärmeliebenden Kulturen. Dies betrifft insbesondere Tomaten, Gurken, Paprika und Auberginen.

Ein Gewächshaus aus Polycarbonat bietet zuverlässigen Schutz für die Frühlingspflanzung. Bei plötzlichen Kälteeinbrüchen kann Polycarbonat allein jedoch unzureichend sein. Es ist wichtig, kombinierte Isolationsmethoden zu verwenden, insbesondere bei Nachtfrösten. «Wenn Sie Ihre Pflanzungen retten wollen — seien Sie nicht zu faul zum Abdecken. Kein Supermaterial kann elementare Sorgfalt ersetzen», fasst Andrej Tumanow zusammen.

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