Gartenteich

Ich möchte ein Gespräch über jene Fischzucht-Gartenteiche führen, für deren Anlage keine großen materiellen Kosten erforderlich sind.

Viele haben in der Praxis festgestellt, dass Fische in kleinen Gewässern gut wachsen und in ihrer Entwicklung oft sogar Gleichaltrige aus Flüssen und Seen übertreffen. Allerdings ist es nicht sinnvoll, jede Fischart in einem kleinen Gewässer zu züchten. Meiner Meinung nach sind die am besten geeigneten Objekte für die Zucht Karpfen, Karauschen, Hechte (Sömmerlinge) und Schlammpeitzger. Die letzten beiden Arten könnten den Hobby-Fischzüchter besonders interessieren.

Hechte wachsen sehr schnell. Einmal im Juni (in jenem Jahr herrschte eine außergewöhnliche Dürre) fingen wir Karauschen und einige Hechtchen. Wir transportierten die Fische etwa eine Stunde lang ohne Wasser. Als wir sie in eine Schüssel mit Wasser legten, erwachten zwei Hechtchen mit einem Gewicht von je 150 g wieder zum Leben. Und wir setzten sie zusammen mit den Karauschen in einen ausgehobenen Teich mit einer Fläche von 200 Quadratmetern aus.

Das Wasser in unserem Gartenteich wimmelte buchstäblich von allerlei Organismen, und besonders viele Kaulquappen waren darin. Nach zweieinhalb Monaten, als nach dem heißen Sommer nur noch wenig Wasser im Teich war, begannen wir, Fische zu fangen. In so kurzer Zeit hatte jeder Hecht um 600 g zugenommen und wog 750 g. Ihre Farbe erstaunte uns. Aus grau waren sie bräunlich-rot geworden – der Farbe des lehmigen Grundes. Wir befürchteten natürlich, dass die Hechtchen die Karauschen fressen würden, da der Gartenteich klein war. Aber das geschah nicht. Es fehlte nur eine Karausche. Es war klar, dass die Hechte sich genau von den Kaulquappen ernährt hatten.

Ein aufmerksames Studium der Literatur zeigte, dass daran nichts Erstaunliches ist. Der Hecht wird bekanntlich als Flusshai bezeichnet. Aber diese wenig schmeichelhaften Worte beziehen sich hauptsächlich auf ältere Raubfische. Wenn ein erwachsener Hecht für 1 kg Zuwachs 21–22 kg Fisch benötigt, benötigen Hechte im ersten Jahr (Sömmerlinge) nur 3 kg. Wenn jedoch keine kleinen Fische vorhanden sind, begnügen sich die Sömmerlinge mit Käfern, Kaulquappen und leben im Sommer friedlich mit großen Karauschen und jungen Karpfen zusammen.

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Im Herbst ändert sich die Situation. Die Hechtchen wachsen heran, und die Kaulquappen verwandeln sich in Frösche und springen aus den Gewässern, sodass es für die „Flusshaie“ wenig Futter gibt und sie es nicht nur auf dickbauchige Karauschen und Karpfen, sondern auch aufeinander abgesehen haben. Daher werden Hechte im ersten Jahr nur in Teichen gezüchtet, in denen es viele Kaulquappen und andere derartige Lebewesen gibt. Ende August bis Anfang September werden die Fische abgefischt.

Ein sehr interessantes Objekt zur Zucht in Gewässern von privaten Nebenerwerbsbetrieben und Gartenbauvereinen sind Schlammpeitzger. Sie leben in jedem stehenden Gewässer und sogar in Gewässern wie Sümpfen, in denen so robuste Fische wie Karauschen und Rotan nicht leben können. Im Gegensatz zu den meisten Fischen kann der Schlammpeitzger nicht nur durch Kiemen atmen, sondern auch durch die Haut und den Darm. Er hat noch eine weitere interessante Eigenschaft. Er reagiert empfindlich auf jede Änderung des Luftdrucks. Vor Regen wird er unruhig und taucht sogar an die Wasseroberfläche. Wegen dieser Fähigkeit wird er als lebendiges Barometer bezeichnet. Anhand des Verhaltens dieses Fisches kann man Wetteränderungen vorhersagen.

Das Fleisch der Schlammpeitzger ist fettig, zart und schmeckt leicht süßlich.

Es ist empfehlenswert, den Schlammpeitzger getrennt von anderen Fischen zu halten, da er sich in Teichen oft unruhig verhält und die anderen Bewohner erschreckt. Zudem frisst er den Laich von Karauschen und Karpfen.

Schlammpeitzger werden erfolgreich mit Regenwürmern und Mückenlarven zugefüttert, aber in der Regel benötigen sie selten Zufutter.

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