Der Frühling ist eine schwierige Zeit für Nadelgehölze. Die nach dem Winter geschwächten Pflanzen werden von schädlichen Mikroorganismen und Insekten angegriffen. Vor ihnen schützen prophylaktische Behandlungen und rechtzeitige Pflege.
Nadelgehölze leiden unter vielen Schädlingen und Krankheiten. Um sie auch nur kurz aufzulisten, müsste man ein Buch schreiben. Daher ist es sinnvoll, sich nur auf die häufigsten zu konzentrieren.
Inhaltsverzeichnis:
Was ist Schütte?
Im zeitigen Frühjahr nach der Schneeschmelze kann man feststellen, dass die Nadeln an den Zweigen von Thujen, Kiefern, Fichten, Tannen und Wacholdern gelb oder braun geworden sind. Die Veränderung ihrer Farbe – ein alarmierendes Zeichen. Natürlich könnte dies das Ergebnis von Austrocknung und Sonnenbrand sein, aber der diesjährige Winter war so untypisch, dass die Wahrscheinlichkeit dafür gegen Null geht.
Wahrscheinlich wurde die Krankheit namens Schütte verursacht, die durch eine Reihe mikroskopischer Pilze hervorgerufen wird. Es handelt sich um eine wahre kriminelle Vereinigung, wobei jedes Mitglied seine eigene Spezialisierung hat und nur eine bestimmte Nadelbaumart angreift. Eine Ausnahme bildet die Braune Schütte oder der braune Schneeschimmel der Nadelgehölze. Sie befällt die unteren Äste aller Nadelgehölze, die im Winter unter Schnee liegen. Aber welche Art von Schütte auch immer gemeint sein mag, alle haben ein gemeinsames Merkmal – dunkle Punkte auf den betroffenen Nadeln. Die Größe dieser «Warzen» ist gering – nur 1-2 mm, aber man kann sie durchaus erkennen.

Auf dem Foto: Schneeschütte auf Kiefer
Vom Pilz befallene Nadeln sind nicht mehr zu retten: Egal welche Mühe man sich gibt, sie werden nicht wieder grün und fallen schließlich ab. Aber die Entwicklung der Krankheit zu stoppen, ist möglich und notwendig. Dazu müssen die betroffenen Zweige entfernt und die Pflanze mit einem kupferhaltigen Präparat behandelt werden (Abiga-Pik, Kuproljus, Oksichom, Ordan, Chom). Man kann auch Fungizide auf Basis anderer Wirkstoffe verwenden, wie zum Beispiel Rakurs.

Auf dem Foto: Von Schütte befallene Zweige müssen herausgeschnitten werden.
Warum "rosten" Nadelgehölze?
Noch eine «mafiöse Familie» – die Rostpilze. Auch sie sind zahlreich und können nicht nur Nadeln, sondern auch Zweige, Stämme und sogar Zapfen befallen. Am häufigsten werden Wacholder, Kiefern und Lärchen ihre Opfer. Besonders deutlich zeigt sich der Wacholderrost. Ganz zu Beginn des Frühlings sind an seinen Zweigen gelb-orange, gallertartige Auswüchse zu sehen: So erfolgt die Sporenbildung des Pilzes.

Auf dem Foto: Der Wacholderrost ist mit nichts zu verwechseln.
Bei Kiefern befallen manche Rostpilze die Nadeln, auf denen winzige orangefarbene Bläschen erscheinen, oder junge Triebe, was schließlich zu deren Verkrümmung führt (Kiefernknospenrost). Die Hauptgefahr geht jedoch vom Blasenrost der Kiefer aus. Das ist eine wahre Plage, unter der vor allem die Weymouthskiefern und Zedernkiefern leiden – vielleicht die schönsten, die in Gärten wachsen. An Stämmen und Zweigen erkrankter Pflanzen bilden sich leuchtend orangefarbene Bläschen, die Rinde platzt auf, aus den Rissen beginnt Harz zu fließen, aber den Kiefern ist nicht mehr zu helfen: Oberhalb der Befallsstelle werden die Zweige unweigerlich vertrocknen.

Auf dem Foto: Der Übeltäter – der Kiefernknospenrost.
Die Bekämpfung von Rostpilzen ist weitaus schwieriger als die von Schütteleiden, da sie viel raffinierter sind: Meistens haben sie nicht eine, sondern zwei Wirtspflanzen. Im Laufe ihrer Entwicklung wandern die Pilze hin und her, und um sie endgültig loszuwerden, müssen die Zwischenwirte vernichtet werden – die Pflanzen, auf die sie von den Nadelgehölzen übergehen. Darin liegt die Schwierigkeit, denn darunter sind sowohl allgegenwärtige »Wildpflanzen« wie Huflattich als auch überall vorkommende Unkräuter wie die Gänsedistel, aber vor allem Obstbäume und Sträucher, die auf jedem Grundstück wachsen. Der Blasenrost wird auch als Säulenrost der Johannisbeere bezeichnet. Es dürfte kaum gelingen, alle Nachbarn zu überreden, ihre Sträucher zugunsten der Gesundheit der Kiefern zu roden.
Aber auf keinen Fall darf man die Hände in den Schoß legen. Jedes Jahr im April müssen Nadelgehölze unbedingt vorbeugend mit denselben kupferhaltigen Präparaten behandelt werden. Besonders gut hat sich bei niedrigen Plusgraden Ordan bewährt. Zuvor müssen alle befallenen Zweige ausgeschnitten und verbrannt werden. Wenn jedoch der Stamm einer Kiefer vom Blasenrost befallen ist, ist die Pflanze höchstwahrscheinlich verloren. Es ist besser, sich schweren Herzens von ihr zu trennen, bevor andere Exemplare infiziert werden.
Wie gefährlich ist Hermes?
Die allseits bekannten Blattläuse verschmähen auch Nadelgehölze nicht. Die sie befallenden Schädlinge haben einen eigenen Namen – Hermes. Wenn der Schnee ringsum bereits geschmolzen ist, die Nadeln aber noch wie bestäubt wirken und auf den Nadeln deutlich winzige weiße Klümpchen zu sehen sind, dann sind sie da.

Auf dem Foto: Hermes ist oft an Lärchen zu sehen.
Wie andere Blattläuse auch schwächen Hermesläuse die Pflanzen ernsthaft, indem sie Saft aus den Nadeln und jungen Trieben saugen. Da ihre Opfer meist Nadelgehölze sind, die ohnehin nicht gesund sind oder unter schwierigen Bedingungen wachsen, kann der von den Schädlingen verursachte Schaden erheblich sein – bis hin zum Austrocknen von Zweigen und sogar zum Absterben einzelner Pflanzen.
Mit üblichen Schutzmaßnahmen kann man Hermesläuse bekämpfen: Besprühen der Nadelgehölze mit insektiziden Präparaten, die gegen Blattläuse wirksam sind (Aktara, Inta-Wir, Iskra Solotaja, Komandor, Fufanon-Nowa u.a.). Es sind mehrere Behandlungen erforderlich. Die erste erfolgt Ende April, die nächste, wenn die jungen Triebe zu wachsen beginnen, und wenn die Hermesläuse zahlreich sind, noch mehrmals im Sommer und Herbst. Dabei wird empfohlen, nicht dasselbe Präparat zu verwenden, sondern zu wechseln.
Falsche Raupen an Nadelgehölzen, oder wie Sie Ihre Nadelgehölze vor Blattwespen retten
Das Auftreten dieser Schädlinge an Nadelgehölzen bleibt nicht unbemerkt. Abgefressene Nadeln, deren Überreste auf den Kopf rieseln, und an den Zweigen hängende Trauben von „Raupen“ – ein beeindruckender Anblick. In Wirklichkeit sind die frechen Vielfraße Afterraupen, Larven, die aus Eiern geschlüpft sind, die von kleinen geflügelten Insekten abgelegt wurden.

Auf dem Foto: Afterraupen der Blattwespe
Blattwespen gibt es als Kiefern- und Fichtenarten, wobei beide verschiedene Arten umfassen und sogar nicht nur einmal, sondern zweimal pro Saison Eier legen können. Meist werden junge Pflanzen befallen, die dadurch einen Teil ihrer Zweige verlieren können und bei einem erneuten Angriff kritisch geschwächt werden und absterben können.
Die Invasion der Blattwespen findet Ende des Frühlings statt, aber Sie sollten ihnen gewappnet begegnen. Wenn junge, niedrige Bäume befallen sind und die Larven nicht zu zahlreich, können Sie sie von Hand einsammeln. Bei einer großen Anzahl von Schädlingen müssen Sie auf Insektizide zurückgreifen. Wirksam haben sich biologische Präparate gezeigt – Bitoksibazillin und Lepidozid. Sie können Pinozid verwenden – ein spezielles Mittel zur Bekämpfung verschiedener Schädlinge von Nadelgehölzen, einschließlich der bereits erwähnten Hermesläuse.
Wie schützen Sie sich vor dem Buchdrucker?
Buchdrucker, der kürzlich die Fichtenwälder heimgesucht hat, ist einer der gefährlichsten Feinde der Nadelbäume. Es ist nicht nur äußerst schwierig, ihn zu bekämpfen: Es ist sogar schwer zu erkennen, dass ein Baum befallen wurde. Zumindest am Anfang (später ist es in der Regel bereits zu spät). Wenn es also in der Umgebung des Grundstücks einen Fichtenwald gibt, sollte man den im Garten wachsenden Fichten besondere Aufmerksamkeit schenken. Besorgniserregend sind das Auftreten kleiner brauner Käfer, die am Stamm entlangkriechen, große Mengen Harz sowie ein leises, aber deutliches gleichmäßiges Geräusch, das man hören kann, wenn man neben dem Baum steht. In diesem Stadium ist es noch sinnvoll, den Buchdrucker zu bekämpfen. Löcher in der Rinde und feine Sägespäne im Wurzelbereich deuten jedoch darauf hin, dass die Fichte nicht mehr zu retten ist.

Auf dem Foto: Käfer des Buchdruckers "bei der Arbeit"
Leider können nur Fachleute den Buchdrucker bekämpfen, die eine ganze Reihe von Maßnahmen anwenden. Hobbygärtnern bleiben nur vorbeugende Behandlungen. Diese werden spätestens Ende April durchgeführt, wobei nicht nur die Stämme und Kronen, sondern auch die Baumscheiben besprüht werden. Empfohlene Präparate: Aktara, Decis Profi, Inta-Vir, Iskra, Fufanon und andere.