Welche Fröste verträgt die Johannisbeere im Frühling?

Antwortet Kandidat der Landwirtschaftswissenschaften, Dozent am Lehrstuhl «Botanik, Physiologie und Pflanzenschutz» der Staatlichen Agrotechnologischen Universität Nischni Nowgorod benannt nach L.Ja. Florenjew, Jewgeni Michaljow:

— Die Johannisbeere blüht normalerweise als erste, im April-Mai. Sie ist recht widerstandsfähig gegen Temperaturschwankungen und verträgt problemlos Frühlingsfröste bis −2…-3 °C. Dies ist aufgrund des Blütenbaus möglich, der ein wenig an die nach unten schmal zulaufenden langen Röcke der Schülerinnen des Smolny-Instituts für adlige Fräulein erinnert.

Dank solcher «Glöckchenröcke» sind die Stempel und Staubblätter vor äußerer Kälte geschützt. Außerdem gibt es im Inneren der Blüte eine Behaarung, einen leichten Wachsüberzug, und die Kelchblätter umschließen die Krone dicht. Im Inneren der Blüte gibt es keine Luft, keinen Luftzug, und dort ist die Temperatur immer 3-4 Grad höher als in der Umgebung.

Wenn Fröste von −5 °C und darunter eintreten, wird die Johannisbeere leider erfrieren. Hier sind wir machtlos. Der Zuckerreservevorrat der Pflanze reicht einfach nicht aus, um dem Ansturm des schlechten Wetters standzuhalten. Wenn man jedoch von der ungünstigen Wettervorhersage weiß, kann man um die Ernte kämpfen.

Erstens kann reichliches Gießen die Pflanze schützen (nicht bei Frost, sondern im Voraus), da Wasser eine hohe Wärmekapazität hat (beim Verdunsten gibt H2O Wärme ab). Außerdem hat der Boden eine solche Salzzusammensetzung, dass das Wasser darin nicht tief gefriert, und wenn die Wurzeln der Pflanze in Ordnung sind, übersteht der Strauch die äußere Kälte besser. Zweitens: Verrauchung. In der Regel stellt man in der Nähe der Pflanzungen ein Fass auf, gibt etwas Reisig hinein, darauf — feuchtes Gras oder verrottetes Laub. Der Inhalt des Fasses wird langsam rauchen, einen Treibhauseffekt erzeugen und verhindern, dass Wärme entweicht. Drittens ist es gut, wenn der Boden viel organisches Material enthält. Es setzt Kohlendioxid frei, das nicht höher als 2-3 Meter aufsteigt. Kohlenstoff nährt und erwärmt die Pflanze, ebenso wie Wasser, in Zeiten von Temperaturkapriolen.

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Es gibt einen wichtigen Punkt, den man nicht vergessen sollte. Selbst wenn die Johannisbeere die Frühlingskälte überlebt hat, kann die Ernte geringer ausfallen als üblich oder ganz ausbleiben. Der Grund ist, dass während der Fröste die Insekten nicht fliegen und somit die Blüten nicht bestäuben. So kommt es, dass die Pflanze verblüht, ohne Früchte anzusetzen. Wenn jedoch vor dem Frost der Insektenflug gut war, besteht die Chance, viele Beeren zu ernten.

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