Filz-Kirsche ist eine strauchartige Pflanze mit einer Höhe von 2–2,5 m und ausladenden Zweigen, die mit einer grauen filzigen Behaarung bedeckt sind. Die Blätter sind klein, oval, stark runzlig, oberseits graugrün, unterseits filzig behaart und braun. Die Blüten sind klein, weiß oder rosa, stehen auf kurzen Blütenstielen und erscheinen gleichzeitig mit den Blättern.
Die Früchte sind mit kurzen Stielen an den Trieben befestigt und umhüllen die Zweige dicht. Die Sträucher sind während der Blüte- und Fruchtzeit sehr dekorativ. Das Fruchtgewicht liegt bei den meisten Pflanzen zwischen 0,3 und 2,0 g, wobei einzelne Sämlinge ein Gewicht von bis zu 5 g erreichen; die Farbe reicht von hellrosa bis dunkelrot; das Fruchtfleisch ist saftig, zart, der Geschmack angenehm, fast ohne Säure.
Die Filz-Kirsche zeichnet sich durch hohen Ertrag und frühe Fruchtbarkeit aus. Aus Samen gewonnene Pflanzen beginnen im 3.–4. Jahr Früchte zu tragen, veredelte Pflanzen bereits im 2. Jahr. Im Alter von 4–5 Jahren beträgt der Ertrag 1,5–2 kg, mit zunehmendem Alter steigt der Ertrag und kann bis zu 15–20 kg pro Strauch erreichen.
Die meisten Pflanzen der Filz-Kirsche sind selbstunfruchtbar. Daher ist für die Fruchtbildung eine Bestäubung durch andere Kirschpflanzen erforderlich. Aus diesem Grund sollten mindestens zwei bis drei Pflanzen im Abstand von 2–2,5 m voneinander gepflanzt werden.
Dies ist eine frostbeständige Pflanze; der oberirdische Teil hält Temperaturen bis –33 °C stand, die Wurzeln erfrieren bei –17 °C. In Wintern mit starken Temperaturschwankungen (von Tauwetter bis Frost) werden jedoch Schäden am Gewebe (Ausfaulen) im Bereich des Wurzelhalses und an den Gabelungen der Skelettäste beobachtet. Besonders ungünstig verläuft die Überwinterung der Filz-Kirsche, wenn Schnee auf aufgetauten Boden fällt. Das Ausfaulen der Pflanzen tritt häufiger auf schweren Ton- und Lehmböden sowie in Mikrosenken auf, in denen Tauwasser stagniert.
Am günstigsten für die Filz-Kirsche sind gut erwärmte, sanfte Hänge mit leichten, gut durchlässigen Lehm-, sandigen Lehm- und sogar Sandböden. Die Filz-Kirsche zeichnet sich durch eine erhöhte Trockenresistenz aus. Sie ist relativ widerstandsfähig gegen Schädlinge und Krankheiten, wird jedoch von der Kokomykose befallen. Die Kirsche vermehrt sich durch Stecklinge, Absenker, Veredelung und Samen. Bei der Vermehrung durch Samen kann diese Kirschart die Eigenschaften der Elternformen bewahren, was bei Obst- und Beerenpflanzen selten vorkommt.
Bei der Vermehrung durch Samen werden diese 90–100 Tage vor der Aussaat einer Stratifikation in Sand, Torf oder anderen Materialien unterzogen. Die Samen können auch im Herbst ohne Stratifikation 45 Tage vor dem Gefrieren des Bodens ausgesät werden.