Erdbeeren vermehren sich leicht durch bewurzelte Rosetten, die sich an den Knoten der Triebe, den sogenannten Ausläufern, bilden.
Am besten zieht man das Pflanzmaterial auf speziell dafür vorgesehenen Flächen. Dazu wählt man ein kleines Stück mit lockerem, fruchtbarem Boden, bringt organische (5—10 kg pro 1 m2) und mineralische Phosphor-Kalium-Dünger (12—15 g pro 1 m2) aus, pflanzt darauf mehrere Büsche junger Pflanzen einer bestimmten Sorte im Quadratverband mit einem Abstand von 80 cm zueinander.
Die Blütenstiele der Mutterpflanzen werden entfernt. Der Boden wird locker und feucht gehalten, und zu Beginn der Ausläuferbildung wird er mit einer Schicht Humus (5—8 cm) bedeckt und mit Stickstoffdünger gedüngt (20 g Ammoniumnitrat oder 12 g Harnstoff auf 10 l Wasser). Die entstehenden Ausläufer werden in die Quadrate hineingeleitet. Nach 3—4 Wochen sind die Jungpflanzen pflanzbereit.
Wenn die Jungpflanzen von denselben Flächen gewonnen werden, auf denen die Ernte erfolgt, ist es ratsam, die Rosetten mit Wurzelansätzen frühzeitig von den fruchttragenden Pflanzen zu trennen, damit diese die Mutterpflanzen nicht erschöpfen. Die abgetrennten Rosetten werden auf eine Fläche mit lockerem, fruchtbarem Boden in einem Abstand von 10—15 cm zwischen den Reihen und 5—7 cm in der Reihe zwischen den Pflanzen gesetzt. Die Fläche wird von oben mit einer 5—7 cm dicken Schicht Humus bedeckt.
Innerhalb einer Woche nach der Pflanzung werden die Pflanzen morgens und abends gegossen, dann wird die Bewässerung nach und nach reduziert, wobei der Boden feucht gehalten wird. Es werden Bodenlockerung, Unkrautjäten und Düngung mit Stickstoffdünger durchgeführt. Um die Jungpflanzen frühzeitig zu erhalten, kann die Fläche mit den zur Bewurzelung ausgepflanzten Rosetten mit einer Folie abgedeckt werden oder die Rosetten können im Frühbeet bewurzelt werden. Nach 20—25 Tagen sind die Jungpflanzen pflanzbereit, am besten verpflanzt man sie mit einem Erdballen.
Die Gewinnung von Jungpflanzen mit den oben genannten Methoden erfordert zusätzliche Flächen und Arbeitsaufwand, was sich durch die hohe Qualität der zudem frühzeitig gewonnenen Jungpflanzen auszahlt. Rechtzeitig von den fruchttragenden Pflanzen getrennte Ausläufer verringern deren Ertrag nicht.
Bei fehlenden zusätzlichen Flächen kann der Gärtner Jungpflanzen in den fruchttragenden Beständen gewinnen. Dazu müssen sofort nach der Beerenernte das Unkraut gejätet und der Boden in den Reihenzwischenräumen gelockert werden, bei trockenem Wetter ist zu wässern. Diese Maßnahmen beschleunigen die Gewinnung der Jungpflanzen und verbessern ihre Qualität. Die Rosetten werden leicht in die feuchte Erde gedrückt, ohne sie von der Mutterpflanze zu trennen. Das weitere Wachstum der Ausläufer sollte durch Abkneifen gestoppt werden.
Einige Gärtner versuchen, Erdbeeren durch Samen zu vermehren. Aber die durch Samenvermehrung gewonnenen Pflanzen behalten in der Regel nicht die Sorteneigenschaften und ihr Ertrag ist geringer als der der Mutterpflanzen.